Grüne Mode
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Object Apparel aus Downtown Motown

Wenn in deutschen Medien über den Niedergang der USA gesprochen wird – und ich meine jetzt nicht die Berichterstattung nach Trumps Wahlsieg – gibt es meist eine Reportage aus Detroit. In Motown stehen über 80.000 Häuser leer, die Kriminalitätsrate ist extrem hoch und seit 2014 gibt es einen strikten Insolvenzplan für die Stadt, die pleite ist. Was in diesen Reportagen meist nicht beleuchtet wird, sind die weiterhin positiven Seiten der Stadt, die wichtig für den Austausch zwischen Kanada und die USA ist, immer noch eine bedeutende Stellung im US-Sport hat und im Detroit Institute of Arts eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Vereinigten Staaten beherbgt. In der vielseitigen und sehr diversen künstlerischen Szene wachsen und gedeihen kleine Ideen und Labels auf ihre eigene Art und Weise, wie etwa Object Apparel von Mollie Decker und Mike Slenka.

Seit 2014 machen Mollie und Mike handgemachte Shirts, Sweaters, Hemden und Unterwäsche. Ausgangspunkt war bei beiden der Wunsch daran, Dinge auszuprobieren. Mollie wollte, wie schon in ihrer Kindheit, nähen und Mike interessierte sich durch seinen eigenen Design-Hintergrund sehr für Siebdruck. So entstanden die erste handgemachte T-Shirts des Labels. Handarbeit meint bei den beiden, dass sie wirklich alles selbst machen: gestalten, zuschneiden, drucken, nähen. Neben der Handarbeit war beiden auch klar, dass sie nur Dinge verkaufen, die frei von Chemikalien oder Massenproduktion sind. Sie entschieden sich, nur mit biologisch einwandfreien Materialien wie zum Beispiel Bio-Baumwolle zu arbeiten.

 

Detroit übt dabei einen großen Einfluß auf die beiden aus. Nicht nur der immer noch spürbare Zustand der Stadt, sondern auch die Erinnerungen und Einflüße aus den Goldenen Jahren der Stadt, als die Automobilindustrie rund um General Motors noch prosperierte. Dies ist nicht mehr, der kreativen Szene tat dies keinen Abbruch. Mollie und Mike beschreiben ihr Umfeld als sehr kooperativ, immer mit einem offenen Ohr und ohne diese Konkurrenzsituation, selbst wenn man nicht das einige Label ist, das eigene Mode herstellt. Für die nahe Zukunft wünschen sich die beiden ein größeres Studio, in dem sie nicht nur arbeiten, sondern leben können – kreativ sein, ohne räumliche Einschränkungen. Wenn dieses Studio dann auch noch aus erneuerbaren Energien seinen Strom bezieht, wären Mollie und Mike einen weiteren Schritt vorangegangen.

Wer neben den wirklich sehr schön gestalteten Shirts und Sweatshirts einmal Michael Jackson oder eine Wolkendecke auf seinem Schlüpper haben möchte oder eine wirklich individuelle Krawatte für den nächsten Business-Termin benötigt, der sollte Mollie und Mike einmal einen virtuellen Besuch abstatten – auf ihrer Website und auf Etsy.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Object Apparel

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