Grüne Mode
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20 Jahre LKW-Planen sind genug – Freitag präsentiert mit F-ABRIC eigene Stoffe für robuste Kleidung

FREITAG kennt jeder. Die Taschen aus LKW-Planen waren der erste durchschlagende Erfolg für Upcycling, als das Wort vor knapp 20 Jahren noch gar nicht en vogue war. Ohne wirkliche Intention, in die Kleidungsindustrie einzusteigen, haben die Schweizer mit F-ABRIC vor kurzem nicht nur eine eigene Modelinie auf den Markt gebracht, sondern konsequenterweise auch noch eigene Stoffe entwickelt. Glücklicherweise durfte ich im Rahmen des neuen Shootings für »Z² – Zahn & Zieger unterwegs« mit dem werten Herrn Zieger einige ausgewählte Stücke der Kollektion testen.

Die Gebrüder Freitag, so die Legende, suchten eigentlich nach Arbeitskleidung für die eigenen Mitarbeiter. Auf der Suche stellten sie fest, dass es Textilien mit den gewünschten Eigenschaften „robust“, „konsequent nachhaltig produziert“ und „kompostierbar“ nicht gibt. Gesagt, getan entwickelte Freitag eigene Textilien aus Bast, Hanf und Modal. Daraus entstanden dann ein weicher Broken Twill für Hosen, ein lockerleichtes Jersey und ein Herringbone-Futterstoff für die Hosentaschen. Ein weiterer Clou: Alle Produktionsschritte finden in einem Umkreis von maximal 2.500 Kilometern statt. Das klingt im ersten Moment viel, allerdings beträgt alleine die Strecke zwischen Zürich und etwas Bangladesh schon knapp 7.500 Kilometer. F-ABRIC ist demnach ein rein europäisches Produkt geworden, welches durch kürzere Transportwege auch eine akzeptablere Öko-Bilanz aufweisen kann.

»Heavy Working Stuff trifft auf superleichtes Jersey und einen absoluten Hingucker«

F-ABRIC besteht aus einer schweren Workpant, einem Workdress, einem superleichten T-Shirt, einem ebenso formidablen Longsleeve und einer materialvereinende Concept Bag, die vor allem in Industrial Green ein absoluter Hingucker ist. Vor allem das Longsleeve trägt sich extrem entspannt auf der Haut und besteht aus einer feuchtigkeits-, temperaturregulierenden und antibakteriellen Faser. Zudem ist es 100 Prozent biologisch abbaubar, da auch die Hemdknöpfe aus natürlicher Steinnuss, das Nähgarn und das Logo-Label kompostierbar sind. Schlüpft man(n) in die Working Pant, sollte man zum einen keine allzu umfangreichen Oberschenkel haben, zum anderen aber darauf gefasst sein, einen wirklich schweren Broken Twill zu tragen. Diese Hose hält viel aus und darf ruhig grob angepackt werden. FREITAG ist und bleibt aber auch eine exzellente Taschenmanufaktur. Die Concept Bag zeigt dies eindrucksvoll – eine „gewagte Verbindung aus vielfach vernähten F-ABRIC Textilien und rezyklierten LKW-Planen als Tragstruktur“, wie Macher selber sagen.

Wer bereits jetzt hin und weg ist, dem sollte beim Blick auf die Preise das Herz nicht in die Hose rutschen. Diese Qualität und auch die lokale Produktion haben ihren Preis, so dass z.B. das T-Shirt als Einstieg bereits 65 Euro teuer ist. Definitiv hochpreisig, aber eben auch hochwertig. Freitag wird mit F-ABRIC definitiv eine Nische und Konsumenten finden, die auch, vielleicht mit etwas Abwägung, die guten und teils limitierten Stücke kaufen werden. Mich hat FREITAG definitiv schon einmal als Fanboy gewonnen.

Wer noch mehr über F-ABRIC und den Store in Berlin erfahren will, dem empfehle ich den wunderbaren Artikel „Stoffe für die Zukunft mit Fasern der Vergangenheit“ von Lars und einen Besuch der F-ABRIC Suppenküche im Showroom am Dienstag, den 20. Januar, ab 18 Uhr während der Berlin Fashion Week. Meet & Eat quasi! Reinschauen lohnt sich im FREITAG Store (Max-Beer Strasse 3 in Berlins Mitte) (RSVP bitte bis 16. Januar an soup@freitag.ch), vielleicht laufen wir uns dann auch gleich über den Weg und schlürfen ein Süppchen zusammen.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Pascal Grob

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