Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hanf

Kopfarbeiter, aufgepasst!

Erinnert ihr euch noch an die F-ABRIC Premierenkollektion von Freitag aus dem Jahr 2015? Ich habe damals einige Teile testen dürfen und war von der Qualität der zum Teil gänzlich neuen Stoffe aus dem Haus der Gebrüder Freitag sehr überzeugt. Die 2017er-Kollektion von F-ABRIC trägt den Namen „Brainworker’s Wear“ und richtet sich natürlich an uns, die tippenden Kommunikations- und Ideenmonster hinter unseren Laptops und in Co-Working-Spaces. Und für uns hat sich Freitag wieder einmal mächtig ins Zeug gelegt. Ob nun der Kampf um den letzten Platz im Café um die Ecke mit optimalem Wifi oder um den letzten Sitzplatz in der überfüllten U-Bahn, das Hetzen von einem Termin zum nächsten oder einfach nur zur Kita, um das Kind rechtzeitig abzuholen – Arbeitskleidung muss heuzutage ganz anderen Anforderungen standhalten und idealerweise auch noch so gut aussehen, dass man damit sowohl den Geschäftstermin bestreiten und auf dem Spielplatz eine gute Figur abgeben kann. Immer schön locker und lässig, mag man meinen. Die feuchtigkeitsregulierenden und antibakteriellen Eigenschaften der Flachs- und Hanffasern, die für F-ABRIC verwendet werden, helfen auch …

Die mit dem Pferd

Es gibt Modelabels, die fallen durch ihren Namen auf. Es gibt Modelabels, die fallen durch ihre Kollektionen auf. Und es gibt Modelabels, die beides tun – und dazu gehört definitiv das Womenswear Label Päälä aus Amsterdam. Beileibe kein Geheimtipp mehr für alle, die regelmäßig auf den Modemessen unterwegs sind, und dennoch bis vor wenigen Wochen noch unter meinem persönlichen Radar. Umso mehr freute ich mich über das aktuelle Lookbook und den Ausblick auf einen Sonnenstrahlen durchtränkten Sommer mit 3x Ä! Heel leuk von Paala Als ich den Namen des 2013 in den Niederlanden gegründeten Labels zum ersten Mal hörte, schlug mein finnisches Herz höher. Doch was wie ein Labels Finnland klang, entpuppte sich als waschechtes Green Fashion Label aus Amsterdam. Päälä arbeitet mit hochwertigen und biologisch angebauten Stoffen. Dazu zählen GOTS-zertifizierte Biobaumwolle und andere innovative Materialien wie Tencel, Modal, Leinen oder Bambus Viscose. Ebenso wichtig sind die verwendeten Farben bei den verschiedenen Drucken des Labels. Die Prints für die Shirts werden im Siebdruckverfahren noch per Hand aufgetragen. Dabei werden ausschließlich Farben auf Pflanzenbasis verwendet, die zu …

Die neue Slim-Waste Bast-Denim von FREITAG aus der F-ABRIC-Reihe

Normalerweise sind E-Bezeichnungen in Produkten ein unheilvolles Vorzeichen für die künstlich  Beimischung von bedenklichen Geschmacksstoffen. Doch bei FREITAG sind E100 und E500 eindeutig ein unbedenklicher Ausdruck eines „Meisterwerks“ aus robustem, einem eigens entwickeltem Denim Twill, gefertigt aus nachhaltig produzierten Bastfasern: die Slim-Waste Bast-Denim. Die beiden Denim-Varianten sind die aktuellen Neuzugänge der F-ABRIC-Reihe. E100 und E500 bestehen aus 81 Prozent Leinen und 19 Prozent Hanf. Die personalisierbare Hosenknöpfe aus Metall sind ein kleines Gimmick mit großer Wirkung: Nach dem Abschrauben der Knöpfe ist die Denim vollständig biologisch abbaubar – ein Novum. Gründe hierfür sind das Nähgarn, der Herringbone Futterstoff sowie das Logo-Label, die ebenfalls kompostierbar sind. FREITAG beschreitet damit wieder einmal Neuland. Doch die Jeans haben noch weitere Vorteile, durch die sie einer „klassischen“ Denim die Show stehlen. Der Stoff für die Männerhose bringt 19 oz., jener für die Frauen 17 oz. auf die Waage. Die feuchtigkeits- und temperaturregulierenden, antibakteriellen und antisynthetischen Fasern sorgen zudem für mehr Tragekomfort, das robuste Webband und die Kappnaht schützen zudem Kanten und stark beanspruchte Stellen. Von der E500 in schwarz, …

Anniina Nurmi nimmt eine Auszeit

Nach fünf Jahren soll jetzt erst einmal Schluß sein: Wie ich heute von Nurmi erfahren habe, wird das finnische Eco-Label eine Pause einlegen. Die aktuelle Herbst/Winter 2015/2016 Kollektion wird demnach die vorerst letzte vom Team rund um Gründerin Anniina Nurmi sein. Grund für die Auszeit: Die Zahlen stimmen nicht mehr. Obwohl das Label in Finnland, Deutschland, Belgien, Frankreich, UK und auch in den USA vertreten ist, wurden nicht genügend Produkte von Nurmi in den zurückliegenden Jahren abgesetzt. In ihrem Statement deutet Anniina Nurmi an, dass es eine Lösung gegeben hätte: Abstriche bei der nachhaltigen Produktion und der Transparenz des Labels. Doch das war keine Option für die Überzeugungstäterin in Sachen Eco Fashion. Deswegen folgte jetzt das Time-Out. „With all the knowledge we’ve gained we will now carefully re-think our whole concept and develop it bigger and better than ever. I know that there are many many things that can be done better – but one thing is for sure: sustainability and transparency are not something I’m willing to compromise on.“ (Founder Anniina Nurmi) Was zunächst …

20 Jahre LKW-Planen sind genug – Freitag präsentiert mit F-ABRIC eigene Stoffe für robuste Kleidung

FREITAG kennt jeder. Die Taschen aus LKW-Planen waren der erste durchschlagende Erfolg für Upcycling, als das Wort vor knapp 20 Jahren noch gar nicht en vogue war. Ohne wirkliche Intention, in die Kleidungsindustrie einzusteigen, haben die Schweizer mit F-ABRIC vor kurzem nicht nur eine eigene Modelinie auf den Markt gebracht, sondern konsequenterweise auch noch eigene Stoffe entwickelt. Glücklicherweise durfte ich im Rahmen des neuen Shootings für »Z² – Zahn & Zieger unterwegs« mit dem werten Herrn Zieger einige ausgewählte Stücke der Kollektion testen. Die Gebrüder Freitag, so die Legende, suchten eigentlich nach Arbeitskleidung für die eigenen Mitarbeiter. Auf der Suche stellten sie fest, dass es Textilien mit den gewünschten Eigenschaften „robust“, „konsequent nachhaltig produziert“ und „kompostierbar“ nicht gibt. Gesagt, getan entwickelte Freitag eigene Textilien aus Bast, Hanf und Modal. Daraus entstanden dann ein weicher Broken Twill für Hosen, ein lockerleichtes Jersey und ein Herringbone-Futterstoff für die Hosentaschen. Ein weiterer Clou: Alle Produktionsschritte finden in einem Umkreis von maximal 2.500 Kilometern statt. Das klingt im ersten Moment viel, allerdings beträgt alleine die Strecke zwischen Zürich und etwas Bangladesh schon …

What you should care about (when it comes to fashion) – The Superfluous Culture aus Montréal stellen die richtigen Fragen

In den letzten Tagen fiel es mir ungemein schwer, wieder mit dem Schreiben zu beginnen. Dies lag nicht an exzessiven Fest- und Feiertagen, sondern vor allem an #JeSuisCharlie und #JeSuisAhmed, den Ereignissen in Paris. Eine unfassbare Katastrophe, die ich mit schweren Gedanken im Kopf im Liveticker und in Nachrichtensendungen verfolgte und die mich ungläubig zurücklassen. Eine Katastrophe, die nach vollständiger Aufklärung schreit, die aber angesichts von 15 Toten, inklusive den mutmaßlichen Attentätern, sehr schwer durchführbar sein wird. Eine schreckliche Vorstellung. Mir erschien das Schreiben über Mode in diesem Moment ungemein nichtig, vernachlässigbar, unbedeutend. Umso wichtiger war es mir für den Start in diesem Jahr über ein Label zu schreiben, das nicht einfach „nur“ Grüne Mode produziert, sondern sich um die Zusammenhänge im Leben, im täglichen Handeln bewusst ist und dadurch selbst bei den häufig so nachdenklichen und ethisch korrekten Grünen Modelabels heraussticht. The Superfluous Culture aus Montréal, Kanada, macht genau diesen Unterschied aus. Dem Label geht es neben der Mode vor allem um die Auseinandersetzung damit, woher die eigene Kleidung stammt und was davon eigentlich überhaupt benötigt wird. Wer kennt nicht die …

Zurück bei „Grüne Mode“ von Kirsten Brodde – mit der Sommerkollektion 2014 von TRECHES

Ich konnte es selbst kaum glauben: Völlig ungewollt hatte ich beim Schreiben für Kirsten Broddes „Grüne Mode“ Blog eine viermonatige Sommerpause eingelegt. Unerhört! Doch damit ist jetzt Schluß – ab sofort gibt es wieder die volle Dröhnung Grüne Kollektionsreviews. Den Anfang macht dabei die wunderbare Jeanette Bruneau Rossow, die sich für ihre Sommerkollektion 2014 von TRECHES von der rauen Seite Mallorcas inspirieren ließ. „Fake Nature“ ist eine Kollektion der Gegensätze. Oversized und lässig sitzende Oberteile stehen körpernah geschnittenen Kreationen gegenüber. Weichfließende Seide und Satin hängt Seite an Seite mit grobem Hanf. Leichte und erdige Pastelltöne duellieren sich mit leuchtenden Elementen. Trotz dieser Gegensätzlichkeit funktionieren die Kreationen und harmonieren miteinander. Im Mittelpunkt, da unübersehbar, steht der digitale Fotodruck, Mallorcas Flora und Fauna sowie vier grundsätzliche Motive. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Meike Kenn für TRECHES

Die raue Natur Mallorcas – „Fake Nature“ von TRECHES für den Sommer 2014

Wie gut ich mir diese Szenerie vorstellen kann: Beschwipste, hellrosa Touristen räkeln sich am künstlich angelegten Strand. Wässrige Schirmchencocktails am Pool, exotische Palmen die ohne konstante Bewässerung gleich sterben würden. Sonst Sand, Asphalt und riesige Resort Hotels. Fernab  dessen hat sich Designerin Jeanette Bruneau Rossow für ihr Label TRECHES in die raue Natur Mallorcas zurückgezogen und an ihrer neuen Sommerkollektion 2014 namens „Fake Nature“ erfolgreich gearbeitet. Äußerst erfolgreich. „Fake Nature“ ist eine Kollektion der Gegensätze. Oversized und lässig sitzende Oberteile stehen körpernah geschnittenen Kreationen gegenüber. Weichfließende Seite und Satin hängt Seite an Seite mit grobem Hanf. Leichte und erdige Pastelltöne duellieren sich mit leuchtenden Elementen. Trotz dieser Gegensätzlichkeit funktionieren die Kreationen und harmonieren miteinander. Im Mittelpunkt, da unübersehbar, steht allerdings der digitale Fotodruck. Jeanette Bruneau Rossow hat während ihrer Zeit in Mallorca Flora und Fauna unter die digitale Lupe genommen und vier Motive in „Fake Nature“ einfließen lassen. Trotz der natürlichen Formen entsteht durch die Verfremdung der Farben der Eindruck der „falschen Natur“. Meine persönlichen Highlights: Die stachelige College Jacke samt Kaktus, der dunkelgehalten Pullover …