Alle Artikel mit dem Schlagwort: Lokale Produktion

Mode, die für sich selbst spricht: REFORMATION

Kennt ihr Yael Aflalo? Wenn nicht, dann interessiert ihr euch definitiv nicht für Green High Fashion. Seit 2009 steckt sie hinter REFORMATION und erschafft mit ihren Kolleginnen und Kollegen hochwertige und zum Teil atemberaubende Mode für Frauen, die weder bei der Qualität der Verarbeitung, noch der Hochwertigkeit der verwendeten Materialien und erst recht nicht an, dem Zeitgeist verpflichteten Mode Abstriche machen möchte. Kollektionen gibt es bei REFORMATION nicht. Das ginge auch gar nicht, denn zwischen dem ersten Entwurf eines Kleides oder einer Hose liegen nur knapp 4 Wochen – anstelle von den regulären Zyklen von Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winter-Kollektionen, die wir immer mindestens 6-12 Monate vor dem eigentlichen Release bereits zu Gesicht bekommen. Doch Yael und ihr Team ticken hier anders. Die Kreationen sind bewusst figurbetont, sind aber in unterschiedlichen Größen erhält, die nicht nur ein „Zero“ oder „S“ im Namen tragen. Es geht vielmehr um ein bewusstes Körpergefühl, das mit toller Mode einher gehen soll. Dafür werden zu 60 Prozent Materialien wie TENCEL, Viskose und recycelte Stoffe verwendet. Die anderen 40 Prozent stammen aus Vintage …

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Zurück an den Strand

Sonne, Wolken, Sonne, Wolken – bei dem aktuellen Berliner Wettermix wird man ja schon ganz kirre im Kopf. Die Hoffnungen ruhen zumindest auf ein Regen freies Wochenende mit 48h Neukölln vor der Tür. Genau der richtige Moment, mich noch einmal in den Ostsee-Urlaub Anfang Juni in Prerow zurückzuträumen und euch ein etwas anderes Outfit vorzustellen. Wer jetzt ein Beachoutfit und mich in kurzer Hose erwartet, wird leider bitter enttäuscht sein. Blank gezogen habe ich dennoch, um euch drei sehr elementare Bestandteile meines Kleiderschranks einmal näher vorzustellen. Erst kürzlich entdeckte ich das spanische Label VO/MA aus der Nähe von Barcelona auf Instagram. Die Labelmacher schwelgen dort in unglaublich schnell Fernweh produzierenden Fotografien vom Leben und Leben lassen am Strand. Tolle Ästhetik. Die trifft auch für die Shirts, Sweatshirts und Bordshorts zu, die VO/MA erst seit kurzem produziert. Chasing the contemporary simplicity bedeutet für das Label unter anderem, alle Stoffe, Knöpfe und Labels in Barcelona und der näheren Umgebung lokal zu produzieren. Made in Barcelona zu fairen Bedingungen war eine Antwort auf den drastischen Abzug der Textilindustrie in den …

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Auf Tuchfühlung mit Kasimir – mein Wohnzimmer-Besuch bei Sabrina Schweizer

Ach, was für ein wunderbarer Donnerstag: Die Sonne scheint, T.Williams versüßt mir mit seinen Beats den Tag und ich freue mich mal wieder darüber, dass es seit fast 2 Jahren   G R O S S ∆ R T I G gibt. Von den Anfängen kurz nach meinem Geburtstag 2013 über meine Minigrün-Reihe im Sommer 2014 bis zu den Fotostrecken mit René haben sich mein Blog und meine Intention dahinter stetig weiterentwickelt. In dieser Zeit ist  G R O S S ∆ R T I G auch persönlicher geworden und besonders freue ich mich darüber, dass ich über mein Bloggen auch den direkten Kontakt zu denjenigen aufbauen konnte, die für Grüne Mode stehen. Sei es  Michael von bleed, Peter von The White Briefs, Ania und Iwona von P|AGE, Sébastian von VEJA oder Mathias von AHRBERG – diese persönlichen Kontakte und Gespräche bereichern mich und meine Arbeit sehr und zeigen gleichzeitig auf, wie vielschichtig Grüne Mode sein kann. Heute will ich euch von meinem letzten Kennenlernen einer jungen Designerin erzählen, deren Label ich euch bereits vorgestellt habe und …

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What you should care about (when it comes to fashion) – The Superfluous Culture aus Montréal stellen die richtigen Fragen

In den letzten Tagen fiel es mir ungemein schwer, wieder mit dem Schreiben zu beginnen. Dies lag nicht an exzessiven Fest- und Feiertagen, sondern vor allem an #JeSuisCharlie und #JeSuisAhmed, den Ereignissen in Paris. Eine unfassbare Katastrophe, die ich mit schweren Gedanken im Kopf im Liveticker und in Nachrichtensendungen verfolgte und die mich ungläubig zurücklassen. Eine Katastrophe, die nach vollständiger Aufklärung schreit, die aber angesichts von 15 Toten, inklusive den mutmaßlichen Attentätern, sehr schwer durchführbar sein wird. Eine schreckliche Vorstellung. Mir erschien das Schreiben über Mode in diesem Moment ungemein nichtig, vernachlässigbar, unbedeutend. Umso wichtiger war es mir für den Start in diesem Jahr über ein Label zu schreiben, das nicht einfach „nur“ Grüne Mode produziert, sondern sich um die Zusammenhänge im Leben, im täglichen Handeln bewusst ist und dadurch selbst bei den häufig so nachdenklichen und ethisch korrekten Grünen Modelabels heraussticht. The Superfluous Culture aus Montréal, Kanada, macht genau diesen Unterschied aus. Dem Label geht es neben der Mode vor allem um die Auseinandersetzung damit, woher die eigene Kleidung stammt und was davon eigentlich überhaupt benötigt wird. Wer kennt nicht die …

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»Sucht nicht nach dem Offensichtlichen« oder die Geschichte von Kasimir – Sustainable Upcycling Fashion aus Berlin

Kasimir lässt sich das erste Mal unter die Schürze schauen und überrascht mit fast vergessenen Stoffen und faszinierenden Mustern. Mit der Weite der Schnitte wächst der Reiz, und die Suche nach Proportionen beginnt. Seit mich Sabrina Schweizer vor einigen Wochen das erstmal anschrieb, ob ich denn ihr Label kenne, wuchs meine Neugierde. Denn Kasimir war bis dato noch nicht bekannt. Doch was ich sah, gefiel mir sehr. „Ein Kessel mit fair produzierten Ingredienzien“ erwartet die geneigte Käuferin, die sich in das Innen und das Außen der Kasimir-Jacken verlieben wird. Schwerpunkt des One-Woman-Labels ist das Upcycling von alten Stoffen in einem äußerst modischen Zusammenspiel aus natürlichen Materialien und ökologisch angebauten Textilien. »Was fürs Auge, keine weiten Wege, nachhaltig nicht nur auf dem Papier, transparent ohne nackt zu sein« Sabrina Schweizer ist Labelchefin, Chefdesignerin, Einkäuferin und Produzentin in einem und lässt sich lediglich bei den Fotos von ihrer Schwester unterstützen. Das Atelier ist die eigene homebase in Friedrichshain, die – so meine Prognose – bald aus allen Nähten platzen wird, wenn im Januar der Verkauf der Jacken in geringen …

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Crimson Decay – QooQoo spielt mit dem Zeitgeist

Ausgezeichnet mit dem Latvian National Style & Fashion Award für das Best Designer Debut 2010 und ausgestattet mit einer überbordenden Menge an Spaß, Kreativität und einem Schuss Verrücktheit, ist QooQoo ein wahres Label to Watch – gerade mit der aktuellen Kollektion „Crimson Decay“. Designerin Alyona Bauska widersteht allen Schubladen widersteht und einfach ihre eigene modische Kommode baut. Das nennt man dann wohl einen eigenen Stil. Im Gegensatz zur Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion und der Swimwear Collection, in der es vor Blumen und Pflanzen nur so sprießte, reflektiert das Lookbook zu „Crimson Decay“ den Zeitgeist: Hinterzimmerromantik, ausgeblichene Fotos, ein bisschen Ghetto Chick trifft auf It-Girl-Attitüde. 90er Jahre Stil und Replica vermitteln ein Gefühl des Bereits-Dagewesenen. Die Prints ЛЮБОВЬ und ЯRADA spielen nicht nur mit bekannten Marken, sondern auch mit kyrillischem und lateinischem Alphabet, Doppeldeutigkeiten unbedingt gewollt.  Alyona Bauska fertigt alles auf Anfrage – nichts ist vorproduziert oder liegt seit mehreren Wochen verstaubt in einem Lager – und wird in Lettland weiterverarbeitet, produziert und veredelt. Verwendet wird in erster Linie Baumwolle, allerdings – und das ist noch ein großes Manko bei QooQoo – konventionelle. Obwohl …

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Je t’hati – Yoga Wear von hati-hati aus Hamburg

Unlängst blätterte ich durch meine Artikel über Grüne Mode und stieß auf mein Review der ganz wunderbaren Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion des Hamburger Labels hati-hati. Über locker-leichte Stoffe, luftige Schnitte und echte Hingucker schrieb ich da. In diesem Jahr erschien zwar noch keine neue Kollektion, dafür habe ich die aktuelle Yoga-Wear-Kollektion entdeckt – sehr entspannt, relaxt und auch gut für die Haut. “We have no art we do everything as beautifully as we can.” Die Kollektion besteht aus zwei Tops – einmal skinny als Tank Top, einmal weit geschnitten als Fitness Shirt. Dazu einen Body, der wunderbar mit der Shorts kombiniert werden kann. Komplettiert wird dies mit einem perfekt sitzenden Yoga Bra. Die komplette Yoga Wear besteht aus 95 Prozent Modal (hier in der Edelweiß-Variante, die besonders ökologisch ist) und hat zudem noch einen geringen Anteil an Elasthan. Produziert wird weiterhin und seit 2012 auf Bali in einer kleinen Manufaktur zu sozialen und fairen Bedingungen. Alles gut? Definitiv. Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: hati-hati

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Wenn Material auf Vision trifft – H O W L by Maria Glück zeigt außergewöhnliche Mode

Mode, die ökologisch und fair produziert wird, wird häufig abgesprochen, wirklich außergewöhnlich und handwerklich kunstvoll zu sein. Mode, die eben nicht Bekleidung ist, sondern die Auseinandersetzung von den Rohmaterialien mit den kreativen Ideen im Kopf, die sich ihren Weg in die Realität bahnen. Maria Glück ist eine dieser Designerinnen, die sehr genau auf die Materialien achtet und trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – ungewöhnliche und außergewöhnliche Mode erschafft. Mit H O W L by Maria Glück experimentiert die in Bilbao geborene und in Berlin wohnende Designerin seit 2012 mit ihrem ganz eigenen Entwurf von nachhaltigem Modedesign. Im Mittelpunkt ihrer Kollektionen und Arbeiten steht immer die Zusammenführung von verschiedenen Materialien. Holz trifft auf Kork, Seide auf Baumwolle. Klare Formen auf harte Kanten. Samtweich auf natürliche Ruppigkeit. In ihrer Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion arbeitet sie mit Bio-Baumwolle und Bio-Seide, verwendet Holz und recycelten Kork und macht sich auch sonst gute Gedanken über eine nachhaltige Produktion. Dabei versucht sie auch traditionelle Techniken in ihre Arbeit einfließen zu lassen und damit auch Handwerk zu bewahren, das zu verschwinden …

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Nathaniel Crissman, Rachel Turk und John Blasioli erinnern an die Wüste: The Portland Collection Herbst/Winter 2013

Pendelton Wool Mills aus Oregon gibt es bereits seit 1863. In den Genuß dieser langen Tradition der Kleidungsherstellung kommen wir jetzt zum insgesamt dritten Mal. Nathaniel Crissman, Rachel Turk und John Blasioli erinnern in The Portland Collection für die Herbst/Winter 2013 Saison an die Wüste und entwarfen eine Männer- und Frauenkollektion, die nur aus den USA stammen kann. In der aktuellen Kollektion werden klassische Schnitte bei Hemden und Hosen mit taillierten Kleidern und weiten Jacken ergänzt, Beige und Ocker mit Motiven und Designs kombiniert, die einen direkt wieder in die 1970er Jahre zurückversetzt. Dies alles in Northwest Mills, in den USA, hergestellt. Highlights der Kollektion sind vor allem die neuen Accessoires, die das Team für die kalte Jahreszeit ausgesucht haben. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Portland Collection

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Trist und grau war gestern: Mit A Kind of Guise durch den nass-kalten Herbst 2013

Mit der Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion von A Kind of Guise habe ich Euch ja bereits mexikanisch angehaucht durch den Sommer geschickt. Passend zu diesem kalte Nass draußen vor der Tür hat das internationale Münchner Label wieder Must-haves im Sortiment, die wunderbar geschnitten, exzellent verarbeitet und überhaupt ganz grossartig sind. Der Multi Blouson ist ideal für diesen seltsamen Temperaturen, die weder warm noch kalt sind. In Grau und Senf ideal für den Gang um den Block, mit wärmenden Taschen und schönen weißen Knöpfen, gefertigt aus 90 Prozent Wolle und 10 Prozent Nylon. Mein nicht nur heimlicher Favorit ist der Wende-Windbreaker aus deutscher Baumwolle und wasserabweisendem Nylon in einer extrem schicken Optik – Navy trifft auf ein verwaschenes Grau. Richtig gelungen ist der Viola Sweater für Sie, in elegant gestricktem Waffelmuster, Rundhals-Ausschnitt und Abschlussbündchen über den Handgelenken. Der Tragekomfort sollte bei 45 Prozent Wolle und 25 Prozent Alapaca vorzüglich sein. Last but not least ist der Mandaling Coat für jede Schandtat bei Schweinewetter in meinen Blick geraten, dessen Innenleben mich an eine britische Picknick-Decke aus Plaste erinnert. …

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