Leben
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Von Neuhof ans Nordkap

Diese eine Geschichte aus dem vergangenen Jahr, die ist von mir noch nicht erzählt worden. Genauer gesagt erzählt diese Geschichte meine Mama, die sich im letzten Sommer von unserer Heimat aus an das Nordkap aufgemacht hat. Auf ihrer Reise war sie in Norwegen, auf den Lofoten, einige Tage in Finnland und in Schweden. Mit dabei ihr neuer treuer Begleiter, der grüne Re-Kånken von Fjällräven. Auf den Namen „Eleven“ getauft, machte der kleine Bruder des großen Kånken auf der Fahrt eine gute Figur. Ein Reisebericht in Auszügen von Sylvia Zahn.


Warum reisen wir? Sinn des Reisens ist die Erfahrung von Fremdheit mitsamt der erfrischenden Verwirrung, die sie auslösen kann. Es ist die Entdeckung, dass sich die Distanz verringern lässt und wir dabei etwas über uns selbst erfahren. Für das Reisen gibt es keinen Ersatz. Mit dem Reisen bin ich erwachsen geworden. Jede Reise ist wie ein weißes Blatt Papier, das sich im Laufe der Reise von selbst füllt: Mit unseren Eindrücken und Gedanken, unseren Erfahrungen, Kulturen, Menschen …, jeder Menge Zeit!

Abfahrt in der Nacht

Die Gepäckübergabe hat perfekt geklappt. „Eleven“ lässt sich gut packen, er nimmt viel Volumen auf und alles lässt sich übersichtlich wieder entnehmen. Bestückt man ihn liegend, sind auch kleine Sachen schnell zu finden. Die Vordertasche ist sehr gut durch den dreiseitigen Reißverschluss zu öffnen. Für mich ist er ein Zwischending zwischen Handtasche mit doppelten kurzen Griffen und einem Rucksack, in dem man bequem alle wichtigen Dinge während einer Auslandsreise verstauen und auch wiederfinden kann. Das Fach mit der kleinen Isoliermatte lässt sich prima als zusätzliches Sicherheitsfach nutzen. So sind zum Beispiel Ausweispapiere schnell zur Hand. Im Verlauf der Reise fallen praktische Kleinigkeiten auf, die einen zusätzlichen Komfort bieten würden.

Ankunft in Norwegen

Wir haben eine sehr sympathische Reisebegleitung für Oslo, die der Liebe wegen nach Norwegen gezogen war. Sie erklärt uns einige norwegische Worte und auch die richtige Aussprache für die Hauptstadt: Uschlu. Das kennt dann bei der Rückreise im Bekanntenkreis wieder mal niemand! Eines fällt sofort auf: die liebevolle gelassene Zugewandtheit der Norweger. Man duzt sich, nennt sich ausschließlich beim Vornamen und Hierarchien ignoriert man. Alle auf Augenhöhe! Wir besichtigen nach der Stadtrundfahrt alleine das wunderschöne Rathaus, sehr sehenswerte Malereien innen drin und attraktiver, festlicher Rahmen für die Verleihung des Friedensnobelpreises.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Lillehammer, über Maihaugen, einem wunderschönen Freilandmuseum mit sehr unterhaltsamer Führung. Wir lernen ein wenig Norwegisch: Här det Bra, sprich: Ha de Bra … und Tusend Takk, Auf Wiedersehen und Vielen Dank! Ist doch schon mal ein Anfang und die Aussprache einzelner Vokale zieht sich durch die gesamte Sprache. O=U, S=Sch, SJ=Sch, U=Ü … usw. Durch das traumhaft schöne Godbrandsdalen geht es über das Dovrefjell nach Trondheim. Vorher halten wir noch einmal an den Sprungschanzen und beobachten die Übungssprünge auf den Sommerschanzen. Sehr beeindruckend! Sehr mutig! Das Godbrandsdalen ist von der Sprungschanzenaussicht besonders eindrucksvoll. Es wird eine sehr lange Tagestour.

Über den Polarkreis bis zum Fjord

Die Tagesetappe wird leicht geändert, wir nehmen nicht die Atlantikroute mit den Fährüberfahrten, sondern wechseln von der Küstenstraße auf den Landweg und überqueren hinter Mo i rana den Polarkreis. Anschließend weiter bis Bodö, sprich: Budö (größter Gezeitenstrom der Welt). Es ist eine besondere Farbharmonie vom Grün der Wälder, dem Ochsenblutrot der Häuser, dem leichten Rosé des gemeinen Weidenröschen (Horsma), dem Grau der Steine, den unterschiedlichen Farben des Wassers zu beobachten. Wir umrunden den langen Saltfjord. Kriekskirkegarder rechter Hand. Vor Bodö steigen wir am Fjord auf eine sehr hohe Brücke und beobachten die wechselnden Strömungen des Fjordes, im sechsstündigen Rhythmus wechseln die Gezeiten.

Zimtschnecken auf den Lofoten

Früh hinaus auf das Inselreich der Lofoten. In Moskenes gehen wir an Land, den Inseln der Lofoten. In Ao gelingen noch einmal eine herrliche Aussicht auf die Berge der Lofoten, das satte Grün und die wunderschönen bunten Häuschen. Die Bergspitzen liegen im Nebel. In Svolvaer  gibt es Kaffee und die erste Zimtschnecke (Kanelsnurr), von der ich nur die Hälfte schaffe, so gigantisch groß ist sie und schmeckt wie früher, einfach phantastisch! „Eleven“ fehlt ein kleines Sichtfenster bzw. eine kleine Tasche für die Schiffsbilletts. Das wäre eine praktische Ergänzung und man hätte die wichtige Karte immer griffbereit. Eine extra Handytasche fehlt ebenfalls, so eine ist heute fast obligatorisch. Das Isolierkissen erweist sich als spartanisch klein. Auch schmalen Personen reicht das Sitzfeld nicht aus! Praktisch ist es dennoch.

Zuhause in Finnland

Am heutigen 9. Reisetag steht der Grenzübertritt von Norwegen nach Finnland an (Terve in Suomi! Minä takaisin!), zum Inarisee nach Saariselkä / Kaunispä-Berg. Es ist ein gutes Gefühl, wieder zu Hause zu sein. Raum, Ruhe, Zeit, das ist Finnland. Den Raum zum Atmen, die Zeit zum Träumen, pure Stille … Finnland, das steht für Nordlichter, Mitternachtssonne, finnische Sauna, saubere Seen, unberührte Natur, Wintersportorte, finnisches Design. Bei einem Stopp unterwegs kaufe ich mir eine kleine Kuksa, aus gemasertem Birkenholz geformt, weich, leicht, ein Handschmeichler. Ich gehe zum Utsjoki nach unten und empfinde ein wohliges Gefühl. Es erinnert an Wikingranta. Vielen im Bus ist es zu viel Natur, zu einsam. Mir ist es gerade richtig.

Durch die finnische Provinz Karelien nach Kaajani und Kuopio, in Kaajani halten wir zunächst an der PaltaniemiKirche an einem herrlichen Teil des Kajanijärvis, erneut sehen wir eine Beerdigungszeremonie, warten auf den Zugang zur Kirche, innen drin ist sie einmalig schön bemalt, fast in naivem Stil. In Kuopio fahren wir alle mit dem Lift auf den Pääsylippu, den Puijon torni. Die Weitsicht ist grandios über die tausend Inseln der Seenplatte und auf die Sprungschanzen von Kuopio.

Ein Tag in Schweden

Den 13. Tag beginnen wir früh in Stockholm – es wird ein besonderer Tag. Meine Gedanken zu Schweden: Das ist Astrid Lindgren, Ingmar Bergmann, Edvard Grieg, das sind Abba, Roxette, Käsekuchen, Surströming und Tünnbröd. Mänga hälsningar, viele Grüße! Die Stadt ist über vierzehn Inseln verteilt. Nollüttar, so nennen die Schweden ihre Stockholmer, nach der Festnetzvorwahl 08. Stockholm ist schön und erfrischend.

Zurück in Neuhof

7000 km auf den Straßen und die unzähligen km zusätzlich per Schiff. Hinaus in die Ferne. Für mich war es eine wahrhaftige Traumreise, das ist mein inneres Zuhause! Und in der finnischen Sprache denke ich auch, eigenartig. Wenig verlernt. Die Finnen freuen sich über jede Redewendung und antworten in einem Redeschwall, den ich dann weniger bzw. nicht komplett verstehe. Nukkumanta hyyvin / Haben Sie gut geschlafen? Für „Eleven“ noch einen Satz von Alvar Aalto: „Nichts wird je wieder geboren, aber es verschwindet auch nicht gänzlich. Und das was geboren wurde, wird in einer neuen Form immer wieder erscheinen.“

Text/Fotos: Sylvia Zahn


Der Re-Kånken ist eine Spezialausführung von Fjällrävens Kånken, hergestellt aus Recyclingpolyester, das aus elf ausgedienten Plastikflaschen gewonnen wurde. Gefärbt wurde das Material mit der SpinDye-Technologie, die den Verbrauch von Wasser, Energie und Chemikalien erheblich reduziert. Den Re-Kånken gibt es auch als Mini und in insgesamt 11 Farbkombination.

Fjällräven hat mir den Re-Kånken kurz vor dem Release als Testrucksack zur Verfügung gestellt. Nach der langen Tour von „Eleven“ gibt es in unserem Haushalt jetzt auch einen Mini Re-Kånken in Rosa.

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