Kindermode
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There are »New Kids in the Hood«

Schöne und gute Kindermode ist für mich seit 5,5 Jahren ein großes Thema. Der Kleiderschrank meiner Tochter besteht aus Secondhand Kleidung, neuer Fair Fashion, Geschenktem oder Geliehenem und auch manchem Kleidungsstück, an dem nur die Bio-Baumwolle gut ist. Ein Spagat, den wir als junge Eltern Tag für Tag machen müssen. Gerade in den sonnigen Monaten stellten wir uns auch die Frage, ob es nicht auch eine schöne Cap für Ava gibt, die sie tragen könnte. Gibt es, und das sogar aus meiner Geburtstadt Nürnberg. Das noch junge Label »New Kids in the Hood« von Sarah Seidel und Florian Pohrer setzt genau hier an, mit schönen Stoffen, tollen Schnitten und Upcycling pur. Jetzt ist auch der Online-Shop endlich fertig geworden, so dass ich mich mit Sarah über die Ursprünge des Labels und die nächsten Schritte unterhalten habe.

v.l.n.r.: Die beiden Gründer, Florian und Sarah, sowie Hamdi (Schneider)


Warum habt ihr euch 2016 dafür entschieden, ein soziales Projekt für Flüchtlinge zu starten?

Ich habe Soziale Arbeit studiert und während meines Studienprojekts, einer Kunstausstellung zum Thema Fluchterfahrungen, habe ich Hamdi aus Syrien kennengerlent. Er hat mir erzählt, dass er näht und die Produktion in einer Bekleidungsfirma mit vielen hundert Angestellten geleitet hat. Daraufhin haben wir uns zum Nähen verabredet. Ich hatte ein paar Ideen und er hatte Zeit, so haben wir uns zusammen getan und sind neben dem Nähen gute Freunde geworden. Wir werden regelmäßig zu Geburtstagen eingeladen und dürfen dann feinstes Syrisches Essen genießen. Das ist köstlich.

Warum ist für euch Upcycling eine gute Alternative für die Modeproduktion?

Spätestens seit wir ein Kind haben, ist mir noch mehr bewusst, dass alles, aber auch wirklich alles was wir brauchen bereits produziert und im Überfluss vorhanden ist. Es ist nicht nötig, neue Stoffe zu kaufen, es ist genügend Textiles in bester Qualität zum Greifen nah. Wir sind gerade dabei mit Upcycling ein funktionierendes Geschäftsmodell zu entwerfen und hoffen sehr, dass uns das gelingt.

Wo soll die Reise mit eurem Label hingehen?

Unsere Reise soll spannend bleiben wie bisher. Wir möchten stetig weiter experimentieren, spannende Leute kennenlernen, Dinge hinterfragen, Gutes unterstützen und vernetzen. Wir möchten Kindermode in Deutschland produzieren und unsere Näher/innen angemessen bezahlen. Wir wünschen uns, dass unsere Freunde und Nachbarn endlich verstehen, warum Kleidung teuer sein darf und dass man sich lieber wenig als mehr davon leisten soll. Am Besten ist und bleibt unserer Meinung nach Secondhand. Wir nennen unsere Mode future kidswear und hoffen dass wir noch viele Jahre weiter entwickeln und Spaß haben dürfen.

Welchen Style aus den 80er oder 90er Jahren findest Du am besten?

Meine Kindheit waren Leggings und Mickey Maus Jersey Kleid mit Cowboystiefeln sowie der Sofaüberwurf über dem Ikea Sofa meiner Eltern wär der perfekte Cappy Stoff gewesen. In der bunten Farbwelt der 80er und 90er ist alles erlaubt und nichts Tabu. So soll auch New Kids in the Hood sein und bleiben.

Nürnberg ist ja meine Geburtstadt. An welchem Ort seid ihr am liebsten?

In Nürnberg sind wir im Moment am liebsten in unserem Garten Nähe des Marienbergparks in Ziegelstein. Dort haben wir Platz, die Zeit still stehen zu lassen und sitzen zwischen Pferdeställen und Wald direkt am Stadtrand. Ich bin in Gostenhof aufgewachsen und lebe noch immer gern in diesem bunten Stadtteil. Mit der Nähe zur Stadt und zum Wiesengrund gibt es hier genügend Cafés und Grünfläche. Unsere Familien leben auch noch in der Stadt – wir waren ja auch mal weg, gemeinsam, in Barcelona, doch wir sind wieder zurück gekehrt. Nürnberg ist eigentlich ganz gut so wie es ist. Kennst du ja …


Wer sich die wunderbaren Caps für Babys und Kinder näher ansehen und vor allem bestellen will, dem lege ich den Online-Shop wärmstens ans Herz!

Interview: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Maria Bayer

1 Kommentare

  1. Christine d'Orville sagt

    Do you need fabrics – I have bought a lot to make some shirts or clothes, but I will not do it in the moment.
    Christine d’Orville

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