Alle Artikel mit dem Schlagwort: Pre-Consumer-Waste

Another shade of green – das Crowdfunding des Denim Projects

Denkt man an Eco Fashion, fallen einem meistens die wichtigsten Faktoren ein: Kleidung aus zertifizierten Materialien, am besten aus fairem Handel und von Menschen gemacht, die nur das Beste im Sinn haben. Gleichzeitig gibt es aber andere Ansätze, um mit Ressourden schonend umzugehen. So setzt Upcycling ganz darauf, aus alten Klamotten wieder Neues zu erschaffen und der Zero-Waste-Ansatz knüpft dort an, wo die Massenproduktion ständig scheitert: Keinen Verschnitt zu produzieren, sondern mit seinem Rohmaterial so effizient wie möglich umzugehen. Auch das ist für mich Grüne Mode. Ein Projekt schickt sich jetzt an, aus Pre-Consumer-Waste eine eigene Denim-Linie auf die Beine zu stellen: Das Denim Project von Jesper Kejser und Another Republic. Das Denim Project bietet klassische Schnitte in Schwarz, Blau und Grün. Skandinavisches, sprich: schnörkelloses und minimalistisches, Design spitzt beim Denim Project um die Ecke. Dazu gibt es Referenzen an die 1970er Jahre. Produziert werden die verschiedenen Denim-Produkte von Pure Waste Textile aus Helsinki. Dem Project geht es vor allem darum, die Denim neu zu denken. Wobei, es geht eher darum, den Entstehungsprozess einer Jeans …

STILL garments von Elke Fiebig

Am Wochenende findet in Dresden die Tagung „Mode trifft Moral“ statt. Dort stellt Elke Fiebig die Pilotkollektion ihres Modelabels STILL garments vor. Bereits heute dürft ihr einen Blick auf die Kollektion erhaschen, die ich euch wärmstens ans Herz legen möchte. Elke arbeitet seit 2011 mit einem eigenen Schnittsystem, das annähernd „zero waste“ ermöglicht. Heißt konkret: Die Schnittabfälle in der Produktion der einzelnen Kollektionsteile wird fast auf ein Minimum reduziert. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen textile Techniken und natürliche Färbeprozesse. Unübersehbar ist ihre ganz eigene Handschrift, die die Techniken und Färbeprozesse mit einer zeitgemäßen Ästhetik verbindet. Nachhaltigkeit ist der Kern- und Leitgedanke ihres Labels. Tief beeindruckt und berührt von einer Reise nach Bangladesch, entwickelte sie das Konzept von STILL garments. Die Linie verfolgt Slow-Fashion-Ideale und den Respekt für Menschen und Umwelt. Sie erfüllen heutige Ansprüche in ethischer und ästhetischer Hinsicht und sind über die Saison hinaus relevant. Die Materialien werden sorgfältig gewählt und kombiniert: ethisch produzierte Stoffe treffen auf vintage-hausgewebte Leinenstoffe, auf Stoffreste aus der Industrie und dazu upcycelt STILL garments Baumwollstoffe. Die Produkte sind überwiegend …

Anniina Nurmi nimmt eine Auszeit

Nach fünf Jahren soll jetzt erst einmal Schluß sein: Wie ich heute von Nurmi erfahren habe, wird das finnische Eco-Label eine Pause einlegen. Die aktuelle Herbst/Winter 2015/2016 Kollektion wird demnach die vorerst letzte vom Team rund um Gründerin Anniina Nurmi sein. Grund für die Auszeit: Die Zahlen stimmen nicht mehr. Obwohl das Label in Finnland, Deutschland, Belgien, Frankreich, UK und auch in den USA vertreten ist, wurden nicht genügend Produkte von Nurmi in den zurückliegenden Jahren abgesetzt. In ihrem Statement deutet Anniina Nurmi an, dass es eine Lösung gegeben hätte: Abstriche bei der nachhaltigen Produktion und der Transparenz des Labels. Doch das war keine Option für die Überzeugungstäterin in Sachen Eco Fashion. Deswegen folgte jetzt das Time-Out. „With all the knowledge we’ve gained we will now carefully re-think our whole concept and develop it bigger and better than ever. I know that there are many many things that can be done better – but one thing is for sure: sustainability and transparency are not something I’m willing to compromise on.“ (Founder Anniina Nurmi) Was zunächst …

… and the winner is: M.PATMOS!

Seit meinem Review der Frühjahr/ Sommer 2014 Kollektion für Kalinka.Kalinka verfolge ich die Arbeiten von M.Patmos. Umso mehr freute ich mich, dass Marcia Patmos für ihre Kreationen für Kurzem den International Woolmark Prize (IWP) 2015 gewonnen hat und sich gegen Künstler wie AUGUSTIN TEBOUL aus Deutschland, V Major aus China, STRATEAS.CARLUCCI aus Australien und Bird on a Wire aus dem Libanon durchgesetzt hat. „Ich finde, dass Patmos am besten verkörpert, wofür The Woolmark Company steht. Die Kollektion war sehr gut ausgearbeitet und das Konzept interessant”, sagte Jury-Mitglied Victoria Beckham kurz nach der Bekanntgabe des Gewinners. Für ihre Arbeit benutzt die Designerin Leinen, ein Seide-Baumwolle-Gemisch und lokal verarbeitete Baumwolle sowie Pestizid-freie Merino-Wolle. Dazu verwendet Marcia Patmos Pre-Consumer Waste der Modeindustrie, also die textilen Abfälle, die der Konsument gar nicht zu Gesicht bekommt. Für ihre Pullover und einzelne Oberteile hat die Designerin mit Shima Seiki eine eigene Maschine entwickelt, die die Postproduktion der Kleidung überflüssig macht. Das Schöne an Marcia Patmos ist, dass sie selbst einen solchen „Mainstream“-Erfolg mit einer gewissen Gelassenheit aufnimmt. „Ein Dankeschön an The Woolmark Company, die diese …

Abendgarderobe trifft Bademode: Die Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion von M.Patmos

Mit der aktuellen Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion von M.Patmos aus New York werden die Galeristinnen und Künstlerinnen dieser Welt sicherlich gut aussehen – dies ist zumindest das erklärte Ziel von Designerin Marcia Patmos. Inspiriert wurde die Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion von Filmen wie „Der talentierte Mister Ripley“ und „L’Avventura“, die nicht nur in modischer Sicht äußerst ästhetisch waren. Weiß, Khaki und Chambray Blau treffen auf ein klassisches Schwarz mit gelben und grasgrünen Elementen. Für ihre Arbeit benutzt die Designerin Leinen, ein Seide-Baumwolle-Gemisch und lokal verarbeitete Baumwolle sowie Pestizid-freie Merino-Wolle. Dazu verwendet Marcia Patmos Pre-Consumer Waste der Modeindustrie, also die textilen Abfälle, die der Konsument gar nicht zu Gesicht bekommt. Inspiriert wurde die Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion von Filmen wie „Der talentierte Mister Ripley“ und „L’Avventura“, die nicht nur in modischer Sicht äußerst ästhetisch waren. Weiß, Khaki und Chambray Blau treffen auf ein klassisches Schwarz mit gelben und grasgrünen Elementen. Ungewöhnlich für eine Haute Couture Kollektion sind nicht nur der entworfene Badeanzug und die farbenfrohen Bikinis, sondern sicherlich auch die farblich unterschiedlich gestreiften Shorts, die dann eher für den …

Clean Air verspricht die aktuelle Kollektion des Organic Fashion Labels Neemic aus Beijing

Seit 2011 poliert das in Beijing ansässige Eco-Label Neemic den vermeintlchen schlechten Ruf Chinas auf. Gegründet von Amihan Zemp und Hans Martin Galliker steht das Label nicht nur für schönes und extravagantes Modedesign, sondern auch für biologisch angebaute Materialien und faire Arbeitsbedingungen. Im Mittelpunkt der Arbeit liegen Left-Overs von Textilfabriken, die selbst qualitativ hochwertige Reste und Zuschnitte eigentlich auf den Müll werfen würden. In Verbindung mit Second Hand Kleidung und dem Ankauf von biologisch angebauten Rohmaterialien entwirft und produziert das Label feinste Organic Fashion, die sich hinter größeren und weit weniger ökologisch und nachhaltig handelnden Modeunternehmen nicht verstecken muss. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Neemic

adidas by Stella McCartney 2014 – Schick, poppig und auch noch nachhaltig?

Die britische Designerin Stella McCartney verzichtet bei ihrer Haute Couture gänzlich auf Leder und tierische Produkte und gibt auf ihrer Webseite Tipps für einen möglichst „grünen“ Alltag. Als Mitglied der Ethical Trading Initiative engagiert sie sich zudem aktiv um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben. Eine nachhaltige Designerin, wie etwa Rank-a-Brand feststellte. Weshalb geht diese Frau dann zum zweiten Mal eine Kollaboration mit dem Weltkonzern adidas ein? Am vergangenen Dienstag premierte die Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion von adidas by Stella McCartney auf der London Fashion Week und begeisterte das Publikum. Das Besondere an der Kollektion waren dabei nicht zwangsläufig die schicken und poppigen Entwürfe, die Sportswear zur Sportsfashion werden lässt, sondern eher die „Begleiterscheinungen“. Neben der DryDye-Technologie zur Minimierung des Wasserverbrauches bei der Färbung von Textilien wurde in der Kollektion Bio-Baumwolle im Mix mit konventioneller Baumwolle sowie recyceltes Polyester verwendet. Zudem sank der Anteil der textilen Abfälle im Vergleich zum Standard der Modeindustrie deutlich. Ist adidas damit nach dem erfolglosen Versuch 2008 mit adidas Grün auf dem Weg zu einer nachhaltige(re)n Kollektionslinie? Weiterlesen … Text: …

Auf der Suche im Herzen von NYC – „The Searchers“ von FERAL CHILDE

Wenn aus Kunst Mode wird: Moriah Carlson und Alice Wu haben ihre unterschiedlichen kreativen wie künstlerischen Hintergründe gebündelt und zaubern mit der Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion „The Searchers“ ihres Modelabels FERAL CHILDE stilvolle und wohl akzentuierte Womenswear für diesen Sommer aus dem Hut. Eine schlanke Silhouette betonend und wunderbar texturiert entführt uns „The Searchers“ in die US-amerikanische Popkultur, zu Terence Malick „Badlands“ und den Büchern von Willa Cather und Pearl S. Buck. Die speziell entworfenen Designs referenzieren zudem die Weite der USA, die Verschiedenheit der Landschaft, geprägt oftmals von dieser Trockenheit, dem Staub und dem Abschweifen in die Ferne. Für diesen Sommer entstand eine wunderbare Mischung aus Kleidern, Basic-Oberteilen, farblich optimal abgestimmten Kombinationen aus Bluse und Rock sowie einem Business-tauglichen Dreiteiler aus Jacket, Rock und eng anliegendem Oberteil in Schwarz und Granit. Und bei all dem Schönen fällt gar nicht auf, dass Moriah Carlson und Alice Wu nicht nur Mode können, sondern auch unsere Zeiten kennen und verstehen – und deswegen konsequent auf Nachhaltigkeit und Transparenz setzen. Deswegen tragen ihre Kundinnen recycelte Hanffasern, Knöpfe aus Steinnusspalmen …

Less fuss, less stress – die Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion von NURMI

In vielen meiner Kollektionsreviews spielt der Minimalismus eine große Rolle. Der Reduktion von Komplexität und dem Besinnen auf das Wesentliche hat sich auch die finnische Designerin Anniina Nurmi mit ihrem Modellabel NURMI verschrieben. Transparenz in der Produktionskette, eine lokale Weiterverarbeitung in den finnischen Städten Lahti, Keitele and Kiuruvesi, die Verwendung von Pre-Consumer-Waste sowie zertifzierter Bio-Baumwolle – nur einige der Kriterien, die das Label so besonders machen. Dies zeigt sich auch in der insgesamt vierten Kollektion der Finnin für dieses Frühjahr und den Sommer. Vorbildlich, mit einer großen Portion Urbanem Stil und einer eigenen Jeanslinie – Anniina Nurmi macht schon vieles ziemlich richtig. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Antti Ahtiluoto