Alle Artikel in: Interviews

„Made IN Europa, FOR Bangladesh“ – Ali Azimi von Drip by Drip im Interview

Wie gelingt das eigentlich, einen Unterschied auszumachen? Sich für etwas einzusetzen, was uns alle betrifft? Sich einer Idee zu verschreiben, die Besserung bringen soll? Im Interview mit Ali Azimi, Initiator der NRO Drip by Drip und Mitgründer des dazugehörigen Modelebals BlueBen sprechen wir über die Herausforderungen, die verfahrere Situation in unserer Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft zu ändern und dabei immer und immer wieder auf Missstände aufmerksam zu machen, die viele von uns gar nicht wahrnehmen – weil sie zu klein oder zu weit weg von unserem eigenen Alltag sind oder einfach als unbedeutend wahrgenommen werden. Wie zum Beispiel der immense Wasserverbrauch der Textilindustrie, die wir selber täglich / wöchentlich / monatlich füttern. Lieber Ali, du bist Gründer des Labels BlueBen und der NRO Drip by Drip. Ihr widmet euch vor allem dem Thema Wasserverbrauch in der Textilindustrie. Wie kam es zu der Auseinandersetzung mit dieser Thematik? Es war ziemlich banal. Ich hatte den Film The True Cost gesehen und war schockiert über den Wasserverbrauch und den intensiven Pestizideinsatz bei Baumwolle. Daraufhin habe ich vier Monate lang …

fuffi_brand – bayerische Handarbeit aus Wien

Vor gut 12 Jahren zog es mich nach Wien. Dort studierte ich Theater-, Film- und Medienwissenschaften und lernte unter anderem meine heutigen Interviewpartnerin kennen. Denn: Marion Grädler war meine Studienkollegin und kurze Zeit später auch eine wunderbare Freundin. Nach dem Studium trennten sich unsere Wege, da es mich nach Berlin zog. Erst vor wenigen Wochen haben wir uns nach Jahren wiedergetroffen und dabei auch über ihr Leben mit Mode gesprochen. Daraus entstand die Idee, nicht nur Marion, sondern auch ihr kleines feines Label fuffi_brand einmal vorzustellen. Also, Vorhang auf! Liebe Marion, bitte stell’ dich doch einmal meinen Lesern in einigen wenigen Sätzen vor: Wer bist du und was machst du eigentlich so in Wien, deiner Wahlheimat? Ich bin gebürtige Bayerin, 36 Jahre alt und habe mich vor mittlerweile über 12 Jahren entschieden, in der wunderschönen Stadt Wien zu leben. Anfangs, um hier zu studieren und dann, um hier zu arbeiten. Nach dem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft habe ich eine Ausbildung zur Damen und Herren-Bekleidungsmacherin absolviert und bin parallel durch Zufall in der Filmbranche …

Va-Va-Voom von Tizz and Tonic

Alles begann vor einigen Monaten mit einem Post, den ich bei Instagram sah. Dort entdeckte ich das laute und unter anderem dadurch für mich so interessante Unterwäschelabel Tizz and Tonic. Im Gespräch mit einer beiden Gründerinnen erfuhr ich nicht nur, dass das Label in Bremen sitzt und von zwei kanadischen Schwestern geführt wird, sondern auch, welche Ziele die beiden mit ihrem eigenen Label verfolgen. It all started with an Instagram post. Due to some reviews about eco lingerie labels, I discovered this loud and interesting label named Tizz and Tonic. After some digging I got in contact with Imke, one of the founders of the Bremen based label. In this interview, Imke tells us more about the first steps of Tizz and Tonic, the lingerie, her ambition and about her current hometown, Bremen. Imke, could you please introduce Tizz and Tonic to us! We launched Tizz & Tonic in March this year out of our small Bremen-based studio where all of our intimates are made. We – Yanna and me – are two Canadian girls with …

Fair Fashion Interview mit rethinknation

Yannick und Oliver von rethinknation sind unsere Boys in the Hood, wenn es um Videos geht. Die beiden haben seit gut einem Jahr ihren eigenen YouTube-Channel und entdecken im Doku-Stil Minimalismus und Fashion Hauls, Tipps und Trends für Fair Fashion Mode, produizieren Vlogs von der Fashion Week, interviewn andere deutsche Fair Fashion Blogger und präsentieren deren Outfits und generell alles, was mit Inspiration rund um das Thema nachhaltige, faire und bewusste Kleidung und Klamotten zu tun hat. Neben Reviews zu Sneakern, Backpacks usw. behandeln die beiden auch fairen Lifestyle und stellen Alternativen zu Plastikflaschen oder faire Smartphones vor. Anlässlich der Ethical Fashion Show Berlin und dem Greenshowroom im Juli 2017 haben die beiden 10 Bloggerinnen und Blogger zu Interviews eingeladen. In 100 Sekunden gab es einen kurzen Ritt durch die Biographie der Blogger sowie einige Fragen über Mode, Menschen und mehr. Neben vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter durfte ich auch vor die Kamera von Oliver treten und mich von Yannick mit Fragen löchern lassen.

„Das Hirn, das ist ja immer am Rödeln“

Zu viele Ideen, zu wenig Zeit – diese Situation kenne ich nur zu gut. Lea Strunk, deren Kinderlabel Doodlestowear ich euch erst vor kurzem vorgestellt habe, hat allerdings nicht nur viele Ideen, sondern realisiert diese auch noch. Wie das alles klappen kann und was das mit Kochen und der eigenen Badewanne zu tun habt, erfahrt ihr im Interview Strunk Clothing, Studio Hertzberg, Doodlestowear und Woodstories – wie viele Stunden hat eigentlich dein Tag? Also ich wünschte, er hätte mehr und ich wäre nie müde. Aber ich schätze ich hab genauso viele Stunden wie alle anderen, nur arbeite ich wahrscheinlich viel, wie wohl die meisten Selbstständigen. Aber mittlerweile habe ich sogar fast jedes Wochenende frei, denn es ist wichtig, andere Dinge zu tun, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. Mit was verbringst du dann deine freien Wochenenden? Mit ganz einfachen Dingen wie Spazierengehen, mit Freunden Skat spielen und um die Häuser ziehen, aus Berlin rausfahren, Ausstellungen besichtigen – alles ist immer ein wenig abhängig von den Jahreszeiten. Jetzt gerade regnet es so viel, da …

5 Jahre AIKYOU – das große Geburtstagsinterview

Kaum zu glauben, aber wahr: Mein wirklich allerliebstes Unterwäsche-Label AIKYOU feiert in diesem Jahr bereits den fünften Geburtstag. Seit 2013 verfolge ich bereits das Schaffen von Bianca Renninger und Gabriele Meinl mit ihrer lingerie brand for small busts. Meine Verbundheit und das Jubiläum waren Anlass genug, um Bianca und Gabriele einige persönliche Fragen zu stellen – über ihre Anfänge, kleine Brüste, die Ansichten von Frauen und Männern zur Oberweite und starken Frauen in unserer Gesellschaft. Herzlichen Glückwunsch zu eurem 5-jährigen Jubiläum. In eurem aktuellen Beitrag zur aktuellen Lingerie- und Körperbild-Debatte zieht ihr auch ein Fazit über diese gemeinsame Zeit mit AIKYOU. Welche Erfahrung aus den zurückliegenden fünf Jahren war denn für euch am prägendsten? Als Lingerielabel für kleine Oberweiten finden wir kleine Brüste natürlich wunderbar und wollten dafür endlich so modische, feminine und sexy Unterwäsche designen, wie wir sie selbst schon immer vermisst hatten. Und dann waren wir doch erstaunt, wie viele Frauen ihre Brüste infrage stellen: „Ich suche schon so lange etwas für mein „Problem“, hätten Sie denn da was?“. Das Spannende daran ist die …

Nach dem Crowdfunding – VIRTŪ shared sense

Der Abschluß meiner Reihe „Nach dem Crowdfunding“ gebührt einem Team von Menschen, die nichts weniger versuchen, als das perfekte Herrenhemd auf den Markt zu bringen. Mit einem der beiden Gründer von VIRTŪ shared sense, Guillaume Vaslin, blicke ich noch einmal auf das erfolgreiche Crowdfunding des Labels zurück. Wie lief, rückblickend betrachtet, für dich das Crowdfunding von VIRTÚ für das perfekte Herrenhemd? Das Crowdfunding war eine sehr mühsame Erfahrung. Vor allem aber, weil wir gar nicht vorbereitet waren. Theoretisch benötigt man für eine solche Kampagne mindestens drei Monaten Vorbereitung. Wir hingegen haben in drei Wochen die Produktion auf die Beine gestellt, das Video gedreht und die Firma gegründet. Ein Pre-Campaigning mit dem Ziel, unser Netzwerk auf das Crowdfunding vorzubereiten – dafür blieb bei uns nicht die Zeit, was die Kampagnenzeit selbst um so spannender und intensiver machte. Was war aus deiner Sicht ausschlaggebend für den Erfolg? Die 80/20 Regel. Du musst den Trigger identifizieren, der dir am meistens Visibility & Conversion bringt. PR zum Beispiel bringt nichts – es ist nur ein Ego-Sache, die eventuell einen …

Nach dem Crowdfunding – Sock up your life

Auch heute wage ich mit euch wieder einen Blick über den Tellerrand. In meiner neuen Reihe „Nach dem Crowdfunding“ spreche ich mit den Menschen hinter den immensen populären Crowdfundings. Was waren die Gründe für den Erfolg? Wie erging es den Machern in den ersten Tagen nach dem Projektende – und was machen sie jetzt? Nach meinen Interviews zu PaperJohn und ANNAMARIAANGELIKA gibt es heute ein ausführliches Interview mit Stefan Hechberger von Sock up your life. Wie lief, rückblickend betrachtet, für dich das Crowdfunding von Sock up your life? Super! Wir haben die Fundingschwelle eine Woche vor Ende des Fundings erreicht und erhielten sogar mehr Geld als erhofft. Nur durch diese große Unterstützung konnten wir unsere Idee der „ehrlichen Socke“ realisieren. Dennoch war es eine anstrengende Zeit mit vielen Höhen und Tiefen. Wir sind sehr gut gestartet, aber schon nach ca. 10 Tagen gab es einen ziemlichen Durchhänger. Es waren Tage dabei, an denen nur ein oder zwei Personen unsere Idee unterstützten. Im letzten Drittel des Crowdfundings wurde aber in den Medien sehr viel über unser …

Nach dem Crowdfunding – ANNAMARIAANGELIKA

In meiner neuen Reihe „Nach dem Crowdfunding“ spreche ich mit den Menschen hinter den immensen populären Crowdfundings und wage den Blick über das Ende des Fundings hinaus. Was waren die Gründe für den Erfolg? Wie erging es den Machern in den ersten Tagen nach dem Projektende – und was machen sie jetzt? Nach dem Start mit Dennis von OGATA / PaperJohn habe ich Designerin Julia Müller mit Fragen gelöchert, die mit ihrem Crowdfunding von ANNAMARIAANGELIKA (ich berichtete) eine Punktlandung hinlegte. Wie lief, rückblickend betrachtet, für dich das Crowdfunding von ANNAMARIAANGELIKA? Das Crowdfundung für ANNAMARIAANGELIKA war eine großartige Erfahrung. Anfangs wusste ich nicht wirklich, was mich erwartet und ich habe in dieser Zeit sehr viel über Crowdfunding und die Dynamik einer Kampagne gelernt. Es blieb bis zuletzt wahnsinnig spannend und die Freude war riesig, als das Projekt erfolgreich finanziert worden ist. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer. Was war aus deiner Sicht ausschlaggebend für den Erfolg? Während der Kampagne entwickelte sich rasch eine richtige Community. Die Menschen konnten sich mit unserem …

Nach dem Crowdfunding – PaperJohn

In meiner neuen Reihe „Nach dem Crowdfunding“ spreche ich mit den Menschen hinter den immensen populären Crowdfundings und wage den Blick über das Ende des Fundings hinaus. Was waren die Gründe für den Erfolg? Wie erging es den Machern in den ersten Tagen nach dem Projektende – und was machen sie jetzt? Los geht es mit Dennis von OGATA, der gemeinsam mit Cornelius hinter dem PaperJohn steckt (ich berichtete). Dennis, wie lief, rückblickend betrachtet, für euch das Crowdfunding von PaperJohn? Sehr erfolgreich. Das Crowdfunding hat uns sehr geholfen, Bekanntheit zu erlangen. Statt schlicht davon erzählen zu können, welche Idee wir haben, haben wir mit unserer Kampagne ein Fundament bekommen, um ernsthaft unser Projekt vorzustellen. Es hat einen großen Unterschied gemacht, dass wir mit der Kampagne zeigen konnten, dass es jetzt los geht und real wird. Was war aus deiner Sicht ausschlaggebend für den Erfolg? Die Vorbereitung. Wir haben die Kampagne sehr genau geplant, viele hundert E-Mails und Mitteilungen im Voraus geschrieben und dann jeweils zum geplanten Zeitpunkt gesendet, Blogs usw. im Voraus angeschrieben. Was habt …