Alle Artikel in: Editorial

Mit Melodien gegen den alltäglichen Wahnsinn in Gaza

Gestern habe ich bei der wunderbaren Vreni in ihrem aktuellen Artikel das sehr spannende Crowdfunding von Bread&Water entdeckt, dass ich heute auch gleich unterstützt habe. Wieso liegt auf der Hand: Das Fashionlabel aus Berlin produziert fair hergestellte Beanies, Turnbeutel und Shirt – und verbinden dies mit einem guten Zweck. Der Verkauf jedes T-Shirts kommt einem gemeinnützigen Projekt zu Gute. Das erste Projekt, dass eure Unterstützung benötigt, widmet sich dem Edward Said National Conservatory of Music in Tel al-Hawa, einer Musikschule in Gaza. Ziel ist es, 10 Kindern den Schulaufenthalt für ein Jahr in der Musikschule zu finanzieren. Der Hintergrund des Crowdfundings ist schnell erzählt: Das alltägliche Leben in Gaza ist von Gewalt, Bürgerkrieg und Zerstörung geprägt. Im Jahr 2008 wurde eine Musikschule des Edward Said National Conservatory of Music zerstört. Die Schule musste daraufhin umziehen und ist seitdem gezwungen eine Studiengebühr zu erheben. Heute bildet die Gaza Music School wieder 180 Schüler im Alter von 7 bis 16 Jahren aus. Bread&Water möchte für 10 Kindern die Studiengebühr für ein Jahr übernehmen, damit noch mehr Kinder …

M∆I

Sonne pur an den ersten beiden Maitagen – was will das Herz mehr? Vielleicht noch Lesestoff aus der Grünen Modeszene, mit dem ich euch auch in den nächsten vier Wochen versorgen möchte. Ganz oben auf meiner Liste steht weiterhin die Labelvorstellung von Kipepeo Clothing aus Stuttgart, die ich euch bereits für den April versprochen hatte. Was noch alles im Mai ansteht: Z² ist zurück auf GROSS∆RTIG Der Mai steht definitiv im Zeichen von Z². Am letzten Freitag im April waren René und ich wieder einmal unterwegs. Diesmal ging es mit dem Rad in Richtung Westen. Ziel war Dreilinden. Den Autofahrern unter euch sicherlich durch den still gelegten Rastplatz bekannt, der auf dem Weg nach Leipzig & Co. direkt an der Autobahn und an Berliner Stadtgrenze liegt und Kulisse für die ARTE-Produktion „The Team“ war. Doch Dreilinden ist mehr als nur dieser sichtbare Rastplatz. Dreilinden steht für Deutsch-Deutsche Geschichte und die DDR- und BRD-Grenzübergange für alle Automotorisierten. Direkt am Berliner Mauerradweg gelegen, verfallen allerdings die Überreste der historischen Stätten – und das in einem Berlin, das …

Wer macht unsere Kleidung? Der Fashion Revolution Day 2016

Der 24. April 2013 markiert eine Zäsur. An diesem Tag ließen nach offiziellen Angaben 1.127 Menschen ihr Leben. In einem Fabrikgebäude in Dhaka, der Hauptstadt der Textilmetropole Bangladeshs. Am Rana Plaza. Dort, im Herz der Fast Fashion Produktion, mussten Arbeiterinnen und Arbeiter sterben, da zu viele Menschen in einem maroden Gebäude zu indiskutablen Bedingungen und Löhnen für unsere Kleidungsindustrie arbeiteten. Alle großen Modeanbieter und -discounter ließen dort produzieren, was später in unseren Regalen für 2,99 EUR oder auch gerne mal 24,99 EUR käuflich zu erwerben ist und teilweise nur einmal angezogen wird. Einweg- und Wegwerfware par excellence, mit dem Malus einer blutigen und staubigen Katastrophe versehen. Seit diesem Unglückstag und den darauf folgenden verhaltenen Reaktionen der Fast Fashion Industrie begehen wir den Fashion Revolution Day. Fashion Revolution Day – ein Einblick in das Färberviertel Hazaribagh in Dhaka, Bangladesh Über das Unglück ist viel bekannt, auch die Ausflüchte der großen Konzerne wie H&M im Nachhinein. Doch wie sieht es ganz aktuell in Dhaka aus? Bangladesh ist weiterhin eines der wichtigsten Länder für die globale Textilindustrie. Doch …

∆PRIL

Wie ihr sicherlich festgestellt habt, war es im März sehr ruhig im Blog. Nicht nur war bei Studio GOOD Pitch-Phase, ich entfloh zudem mit Christina und Ava für eine Woche nach Portugal und verbracht sehr sonnige Tage in Lissabon und im wunderschönen Praia da Luz (mehr dazu auf Instagram). Die Osterfeiertage waren dann noch einmal Entspannung pur, da sich unter anderem auch der Plan zerschlug, über die Osterfeiertage eine neue Folge von „Z² – Zahn und Zieger unterwegs“ zu shooten. Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Selbst wenn es René und ich im April nicht mehr schaffen sollten, bleibt doch genügend Gutes und Tolles, über das ich schreiben werde. Der ∆pril im Blog In den zurückliegenden Wochen füllte sich mein Postfach mit vielen tollen Anfragen. Umso mehr freue ich mich, wenn ich euch einige neue Labels und Kollektionen vorstellen kann. Dazu zählt zum Beispiel die wunderbare Malina Sebastian, ihres Zeichen Modedesignstudentin an der HTW Berlin. Seit März ist sie neues Designermitglied von Bewusstsigners, die ihre Premierenkollektion „The Inner Child“ präsentieren. Ich werfe in meinem Review noch einmal …

Don’t bomb Syria

Heute berät der Bundestag über die Entsendung von 1.200 Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr. Wenn dies verabschiedet wird, träte damit Deutschland in den Kampf gegen den IS ein. Aus meiner Sicht wäre dies unverantwortlich – und zwar nicht, weil ich Angst hätte, dass Deutschland damit Ziel von Bombenattentaten wird, sondern weil wir auf Attentate nicht mit Krieg antworten dürfen. The UK is right now debating joining the US-led coalition to bomb Isis in Syria. This will achieve nothing except add to the misery so many Syrians face. Already 11 countries are bombing Syria. 12 if you count their own regime. Syrians along with Iraqis are the first victims of Isis and have driven them out of dozens of towns and villages in the past. But they cannot do so while they are being attacked by Bashar al-Assad and now Russia. Bombing Isis is not the answer. The UK and other countries should use their power to intervene in Syria to stop the bombs and protect civilians. Support the Syrian call for a no-bombing zone …

Hamburg, alles easy: Lotta Meyer mit NUSUM im Hier und Jetzt

Bereits vor einigen Wochen habe ich bei Kathrin ein für mich neues Modelabel aus Hamburg entdeckt. Hinter NUSUM steckt die Designerin Lotta Meyer, die nicht nur entwirft, sondern auch schreibt. Wobei beides sehr eng beisammen liegt: Neben der eigenen Modelinie lottaNUSUM gibt es nämlich auch NUSUM CUTure – ein Buch, das Mode macht. Modische Eintagsfliegen, so Lotta, wird man bei NUSUM nicht finden. Und damit hat sie absolut Recht. Ihre aktuelle SS15-Kollektion „Easiness“ zeigt, dass die Designerin zeitlose Mode entwirft, die durch die Kombination mit anderen Kleidungsstücken oder Accessoires bei Bedarf jedem Trend angepasst werden kann. Zeitlos eben.  Alle Modelle der verschiedenen Kollektionen werden in kleinen Betrieben in Deutschland gefertigt und für die Umwelt möglichst erträglich hergestellt. Darüber hinaus können in Absprache mit Lotta, etwa im NUSUM Atelier, alle Modelle individuell maßangefertigt werden. » Kein Gedanke zieht in die Zukunft, keiner in die Vergangenheit. Es ist still. Du bist da. Im Moment. Im Hier. In der Leichtigkeit « Für Easiness hat Lotta feines Amaretta® (ein waschbares Lederimitat, das griffig wie Ziegennappa ist), festen Jersey, weich fallende Seide-Viskose sowie gewaschene Seide verwendet. Die …

4 Tage Heimat

Nach fast 4 Wochen Funkstille folgt heute mal wieder ein kleines digitales Lebenszeichen von mir. Ich muss nicht besonders ausführen, dass offensichtlich richtig viel los war. Nur kurz: Es war einfach richtig viel los. Umso schöner war das verlängerte Wochenende über Himmelfahrt bei meiner Mutter in meiner fränkischen Heimat mit Christina und Ava. Text/Fotos: Alf-Tobias Zahn

#WithSyria

Mit der Kampagne #WithSyria machen Organisationen und ausgewählte Personen des öffentlichen Lebens anlässlich des dritten Jahrestages des Bürgerkrieges in Syrien auf den weiterhin blutigen Konflikt aufmerksam, der in unserem Bewusstsein schon wieder in den Hintergrund gerückt ist und wenn überhaupt nur ein Krieg unter vielen weltweit ist. Ein Krieg, der laut UN-Angaben bisher mindestens 140.000 Menschen das Leben gekostet hat und an dem 95 Prozent der syrischen Bevölkerung eigentlich unbeteiligt ist. Einige persönliche Wort zu diesem Konflikt gibt es auch von Ronny, der schon häufiger über den Konflikt geschrieben hat und uns unter anderem die sehr sehenswerte und bedrückende Dokumentation über Homs ans Herz gelegt hat. Damit wir nicht vergessen, was eigentlich unübersehbar ist. Text: Alf-Tobias Zahn Foto: Banksy Video: #WithSyria

Die 18×18 Fair Trade Rugs von node aus Nepal

Wer schon einmal wie ich in Nepal war, der konnte sich bereits von der handwerklichen Tradition des Landes überzeugen. Seien es filigrane Schnitzereien auf Jahrhunderte alten Tempeln, exquisite Töpfereien oder außergewöhnlich geknüpfte Teppiche. In den Künsterln schlummert ein unheimliches kreatives Potential, was geborgen und freigelassen werden möchte. Gleichzeitig wird man in Nepal zwangsläufig mit der unglaublichen Armut und den widrigen sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen konfrontiert, die einen nicht loslassen. Das Social Business node setzt hier einen wohltuenden Kontrapunkt und verbindet traditionelle tibetanische Teppichkunst mit außergewöhnlichen Designs. 18 individuelle Designs von 18 Künstlerin, wie etwa Micah Lidberg, können in einer limitierten Edition im Design Museum London erworben oder per Anfrage über die Website Stück für Stück bestellt werden. Faire und soziale Arbeitsbedingungen sind dabei ein Muß, wobei auch Schul- und Waisenkinder von dem Projekt proftieren. Erfreulicherweise liegen dafür die Preise der Teppiche in einem überschaubaren finanziellen Rahmen, vergleicht man diese mit anderen Herstellern oder der Billigschiene von IKEA. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Foto: made by node