Alle Artikel mit dem Schlagwort: Handarbeit

Je t’hati – Yoga Wear von hati-hati aus Hamburg

Unlängst blätterte ich durch meine Artikel über Grüne Mode und stieß auf mein Review der ganz wunderbaren Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion des Hamburger Labels hati-hati. Über locker-leichte Stoffe, luftige Schnitte und echte Hingucker schrieb ich da. In diesem Jahr erschien zwar noch keine neue Kollektion, dafür habe ich die aktuelle Yoga-Wear-Kollektion entdeckt – sehr entspannt, relaxt und auch gut für die Haut. “We have no art we do everything as beautifully as we can.” Die Kollektion besteht aus zwei Tops – einmal skinny als Tank Top, einmal weit geschnitten als Fitness Shirt. Dazu einen Body, der wunderbar mit der Shorts kombiniert werden kann. Komplettiert wird dies mit einem perfekt sitzenden Yoga Bra. Die komplette Yoga Wear besteht aus 95 Prozent Modal (hier in der Edelweiß-Variante, die besonders ökologisch ist) und hat zudem noch einen geringen Anteil an Elasthan. Produziert wird weiterhin und seit 2012 auf Bali in einer kleinen Manufaktur zu sozialen und fairen Bedingungen. Alles gut? Definitiv. Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: hati-hati

Wenn aus textilen Resten tolle Taschen werden – SICA Clipping Up

I hope to see fashion as an expression of cultural diversity and to privilege artisans and their craftsmanship while strengthening communities. Simone Simonato (Sica Clipping Up) Aus alt mach neu ist ein ziemlich abgedroschener Spruch. Wie aus fast noch neu und doch schon weggeworfen allerdings so einmalig schöne Taschen entstehen können, muss mir Simone Simonato noch einmal in einem persönlichen Gespräch erläutern. Mit Sica Clipping Up versucht die ESMOD-Absolventin gerade über Startnext, die Produktion zu implementieren und die erste Herstellung der Taschen zu finanzieren. Sica gibt es dank der gebürtigen Brasilianerin schon seit 2006, mit Sitz seit zwei Jahren in Berlin. Ihre neueste Idee ist SICA Clipping Up. Der Clou dahinter: Neue Produkte entstehen aus so genanntem Pre-Consumer-Waste, also textilen Abfallprodukten, die während der eigentlichen Produktion unserer Kleidung enstehen. In Bangladesch sammelt das Label Jersey-Reste, so genannte Clippings, und fertigt aus diesen eine Kollektion aus praktischen, farbefrohen Taschen. Hergestellt werden die Taschen von gelernten Handwerkern, größtenteils Frauen aus einer armen Gegend im Norden Bangladeschs. Ziel ist es nicht nur, schöne Taschen zu produzieren, sondern auch diese Frauen zu unterstützen und ihre …

Die handgefärbten und -gefertigten Unikate vom öko-fairen Label Tezomeya aus Kyoto

Seit über 10 Jahren gibt es einen textilen Schatz im japanischen Kyoto, den ich durch einen Zufall vor wenigen Wochen geborgen habe: Tezomeya, das Label von Tomoko und Masaaki Aoki. Beide bieten handgefärbte und auf Anfrage erst produzierte Einzelstücke für Frauen und Männer an, mit minimalistischem Design und einzigartigen Farben. Der Zufall ereignete sich so: Anfang Dezember erreichte mich eine Mail von Hannu aus Helsinki. Dort betreibt er mit seiner Schwester den öko-fairen Webstore Circumnavigate mit einigen uns bekannten und unbekannten Designern und Marken. Bei Tezomeya aus Kyoto wurde ich hellhörig und nachdem mir Hannu die Geschichte des Labels erzählte, war mir klar, welches Label ab sofort auf meiner „Grünen Mode“-Agenda stehen sollte. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Tezomeya

Die spektakuläre Strickkunst der Niederländerin Nanna van Blaaderen

Direkt an der Vecht, einem kleinen Fluß, der durch die niederländische Ortschaft Vreeland läuft, liegt das Studio der niederländischen Designerin Nanna von Blaaderen, die seit 2011 mit spektakulären Kollektionen auf sich aufmerksam macht.  Die Designerin hat sich in ihrem Studium schon frühzeitig auf Stricken spezialisiert und sah sich nicht nur als Ausführende, sondern viel mehr als Suchende und Forschende. So untersuchte sie die bisherige Entwicklung der internationalen Strick- und Textilindustrie und tritt auch als Expertin und Beraterin in Erscheinung. In ihrer Arbeit konzentrierte sie sich nicht nur auf klassische Accessoire- oder Modekollektionen, sondern erweiterte ihr Spektrum um Living / Home Wear. Ihr außergewöhnliches Talent ermöglichte ihr Kooperationen mit Maison Martin Margiela und Maison Celestina Agostino, zahlreiche Ausstellung weltweit und Fotostrecken in renommierten Magazinen. Im Mittelpunkt all ihrer Kollektionen stehen ihre Affinität und ihr Respekt für Natur, Tier und Umwelt. Ihre Entwürfe und Kreationen sind dabei bestimmt von groben Strukturen und einer sanften Beschaffenheit, wobei vieles mehr als Kunstwerk an sich betrachtet werden sollte. More or Less zeigt dies 2011 in eindrucksvoller Weise: Verwendet wurde dicker Wollgarn …

Casual trifft Extravaganz: Die Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion von Vyosna aus Warschau

Smarte Looks für exklusive Mode – dafür steht der Name Vyosna. Das 2010 gegründete polnische Label rund um Mastermind Aga Śmiechowska entwirft und produziert nachhaltige Mode in kleinen Stückzahlen mit einem talentierten Team. In der Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion kommen nicht nur Frauen, sondern glücklicherweise auch Männer in den Genuss dieser außergewöhnlichen Mode. Gerade einmal ein Jahr nach der Gründung zeigte Vyosna seine Kollektionen bereits auf dem Lavera Showfloor während der Mercedes-Benz Berlin Fashion Week. Aga Śmiechowska und ihre Mitstreiter legen dabei Wert auf Materialien, die aus fairem Handel stammen, der unter anderem Kinderarbeit und ungerechte Entlohnung verhindert. Dabei setzen sie auch, aber nicht ausschließlich, auf zertifizierte Bio-Stoffe und -Garne. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Grzegorz Korzeniowski

Guter Strick aus talentierten Händen – die Herbst/Winter 2013/2014 Kollektion von The North Circular

Das Stricklabel The North Circular rund um Multi-Talent und Model Lily Cole, ihrer Freundin Katherine Poulton sowie Alice Ashby und Isobel Davies ist besonders: Ältere Damen strickt mit Wolle von benachteiligten Schafen. Klingt komisch, sieht aber richtig gut aus! Mit 91 Jahren ist Eileen Poulton, die Großmutter von Mitgründerin Katherine, die erfahrenste Strickerin im Kollektiv, die ihrem Hobby schon seit den 1950er Jahren frühnt. Neben vielen weiteren älteren Damen mit Strickfertigkeiten gibt es auch noch Luke, der selbst ernannte „London Boy“, der dem Strickfieber verfallen ist. Allen ist gemein, dass sie die Wolle der Wensleydale Schafe verwenden, die dank der Izzy Lane Stiftung von Isobel Davies wieder ein Zuhause haben, nachdem sie wegen vermeintlicher Schönheitsfehler eigentlich nur einem kurzen Leben als Wolllieferant geweiht waren. Vom Schaf bis zur Waschung, vom Spinner zur Färbung und letztlich bis zu den Strickerinnen – alles bleibt in einer Hand und wird für Schaf und Mensch so gesundheitsverträglich wie möglich durchgeführt. In der Herbst/Winter 2013/2014 Kollektion stechen der Eternity Twist Scarf oder der Aviator Beanie genauso hervor wie der weiße …

Nicht von der Stange: Die handgefertigten Rucksäcke von Ölend aus Barcelona

Ob nun neu wie von Eastpak oder gebraucht von RucksackRucksack: Der richtige Rucksack bringt uns mit unseren Lieblingsdingen immer sicher von A nach B. Wer jedoch weniger Wert auf Altes oder von der Stange legt, sondern Handarbeit und individuelles Design bevorzugt, der kommt um das kleine feine Label Ölend aus Barcelona nicht herum. Die Masterminds hinter dem Label sind Adriana Dumón und Fran Rios, die sich seit Gründung ihres Labels im Jahr 2012 in ihrem Design häufig auf die klassischen Kletterrucksäcke aus den 40er Jahren beziehen. Bei Ölend gibt es nur Unikate, da sich die beiden erst nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Kunden für Stoffe, Accessoires und das finale Design entscheiden. Immer dabei: Die Berge und das Reh im Logo von Ölend. Gleichzeitig basteln die beiden Designer an Prototypen, die es dann zum Beispiel ins aktuelle Lookbook von Ölend schaffen. Nach dem Entwurf auf dem Papier geht es dann im weiteren Entstehungsprozess per Hand weiter, gefertigt in Barcelona, mit natürlich angebauten Materialien oder pflanzlich gegerbten Leder. Zu erstehen sind die Rucksäcke bisher nur im Laden …

Zwei Schwestern, ein Ziel: Ania und Iwona Pilch und ihr Modelabel P|AGE

Ania und Iwona Pilch stellten auf der jüngsten Fashion Week mit ihrer Frühjahr/Sommer 2014 Kollektion wieder ihr außergewöhnliches Talent unter Beweis. Handfestes von ihrem Modelabel P|AGE gibt es aber bereits zu erweben, und zwar aus der formidablen Debutkollektion für den Herbst/Winter 2013/2014! Geprägt wird die Arbeit der beiden Schwestern durch Facettenreichtum und ein Interesse für Menschen und Mode aus anderen Kulturkreisen. Ihre Kollektionen sind qualitativ hochwertig, mit klarer Linienführung und schönen Details, die für eine selbstbewusste Weiblichkeit stehen sollen. Dadurch entsteht Mode, die bleibt und nicht vergänglich ist. Um die richtigen Stoffe und Farben zu finden, ging es deswegen Anfang 2013 nach Nicaragua. Energie tanken, Inspiration finden und die Menschen kennenlernen, die mit Berliner Design von P|AGE für das Label nach alter Maya-Tradition arbeiten – zwei Schwestern, zwei Kontinente, ein Ziel. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Mo Barends

Das junge Label Jungle Folk zeigt Macramé aus Medellin

Handgefertigt und in minimaler Auflage präsentiert das schweizerisch-kolumbianische Modelabel Jungle Folk seine Frühjahr/Sommer 2013 Kollektion namens „Bienvenido a La Mina de Oro“. Europäische und lateinamerikanische Einflüsse werden bei Jungle Folk von den Künstlerinnen und Künstlern vor Ort dank traditionellen Techniken wie Macramé oder Stickereien miteinander vereint. Unter dem gleißenden Sonnenlicht von Medellin feiert Jungle Folk ein tolles Debut und besticht durch Reduktion. Darüber hinaus versucht das Label, so viele Schritte in der Produktionskette wie möglich transparent abzubilden und dabei auch den eigenen Umwelteinfluss so gering wie möglich zu halten. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: Felipe Cuartas

Sanftes für Tag und Nacht – die Unterwäsche von AIKYOU aus Karlsruhe

Puristische Unterwäsche für Frauen mit einer eher kleinen Oberweite – treffender kann man die wunderbaren BHs, Unterhemden und Höschen von dem Karlsruher Green Fashion Underwear Label AIKYOU nicht beschreiben. Es fehlen nur drei entscheidende Zusätze: Die Kreationen sind sowohl aus fair gehandelter sowie hochwertiger Bio-Baumwolle gefertigt als auch mit dem Oeko-Tex Standard 100 zertifiziert. Die Auswahl, die Bianca Renninger und Gabriele Meinl mit ihrem Label präsentieren, geht nach der Formel 4x4x3 – vier BH-Modelle werden durch vier Höschenformen und drei unterschiedliche Tops ergänzt. Der Clou: Keine Bügel, keine Häkchen – nichts, was das wunderbar sanfte Gefühl auf der Haut stören könnten. Dazu noch hautfreundlich und umweltverträglich hergestellt, hergestellt in Deutschland und Kroatien. Und wer auf den Geschmack gekommen ist, der wird beim Öffnen des Briefkastens noch eine kleine Überraschung erleben. Weiterlesen … Text: Alf-Tobias Zahn Fotos: AIKYOU GmbH, Fotograf: Leo Krumbacher