Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dhaka

Wer macht unsere Kleidung? Der Fashion Revolution Day 2016

Der 24. April 2013 markiert eine Zäsur. An diesem Tag ließen nach offiziellen Angaben 1.127 Menschen ihr Leben. In einem Fabrikgebäude in Dhaka, der Hauptstadt der Textilmetropole Bangladeshs. Am Rana Plaza. Dort, im Herz der Fast Fashion Produktion, mussten Arbeiterinnen und Arbeiter sterben, da zu viele Menschen in einem maroden Gebäude zu indiskutablen Bedingungen und Löhnen für unsere Kleidungsindustrie arbeiteten. Alle großen Modeanbieter und -discounter ließen dort produzieren, was später in unseren Regalen für 2,99 EUR oder auch gerne mal 24,99 EUR käuflich zu erwerben ist und teilweise nur einmal angezogen wird. Einweg- und Wegwerfware par excellence, mit dem Malus einer blutigen und staubigen Katastrophe versehen. Seit diesem Unglückstag und den darauf folgenden verhaltenen Reaktionen der Fast Fashion Industrie begehen wir den Fashion Revolution Day. Fashion Revolution Day – ein Einblick in das Färberviertel Hazaribagh in Dhaka, Bangladesh Über das Unglück ist viel bekannt, auch die Ausflüchte der großen Konzerne wie H&M im Nachhinein. Doch wie sieht es ganz aktuell in Dhaka aus? Bangladesh ist weiterhin eines der wichtigsten Länder für die globale Textilindustrie. Doch …

Aus Ananasblätter Rucksäcke machen? The Tripty Project macht es möglich

Vor knapp 14 Tagen schrieb mir Gerrit von einem aktuellen Crowdfunding bei Kickstarter, das er besonders gut fand. Er, der gerade in Bangladesh für die GIZ ein Projekt (mit)betreut, entdeckte das Tripty Project für mich. Hinter dem Projekt stehen Luke Swanson und Brooke McEver, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, aus Ananasblättern Rucksäcke herzustellen. Ja, richtig: Rucksäcke. Aus Ananasblätter. Bevor ihr jetzt denkt, ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank und würde euch nach dem Rucksack aus Papier jetzt irgendeinen Quatsch auftischen: Vertraut mir – ich weiß, wovon ich schreibe. Nach der Mail von Gerrit habe ich mich mit Luke in Verbindung gesetzt. Ich wollte mehr über die Gewinnung der Faser aus den Ananasblättern wissen, die für die Bauern im Mymensigh Distrikt eigentlich nur Müll sind. Müll, der nicht so einfach zu beseitigen ist und eigentlich immer verbrannt werden muss – inklusive toxischen Dämpfen durch die Verbrennung. Durch den Kontakt zu einer kleinen NGO aus dem Distrikt, die eine Fabrik betreibt, um Baumwollfasern wieder aufzubereiten, stoßen Luke und Brooke nicht nur auf die …

»We want to remove the stigma of ‚Made in Bangladesh’« An Interview with Anna Troupe

Erinnert ihr euch noch an den diesjährigen Fashion Revolution Day? Auf dem Alexanderplatz in Berlin wurde ein großer Automat aufgebaut, der T-Shirts für 2 Euro versprach – die Interessierten bekamen aber ein Video von den Menschen zu sehen, die unsere Kleidung zum Beispiel in Bangladesh produzieren. Nach 20 Sekunden erschien dann die Auswahl „Buy or Donate?“ und die meisten entschieden sich für eine Spende. Ein gutes Zeichen. 2 Monate sind seit dem Fashion Revolution Day vergangen – und um ehrlich zu sein: Er ist wieder in den Hintergrund gerückt. Zu viele weitere Neuigkeiten aus der Welt kamen danach, brauchten Platz und verdrängten das Gedenken an die Rana Plaza Tragödie aus dem Jahr 2013. Ungeachtet unserer kurzen Aufmerksamkeitsspanne und den wenigen Plätzen im medialen Rampenlicht ist aber das, wofür der Fashion Revolution Day steht: Sich bewusst machen, wer hinter den Klamotten steckt, die wir tagtäglich auf unserer Haut tragen. Kurz nach dem Fashion Revolution Day schrieb ich meinem Freund Gerrit, der gerade in Bangladesh für die GIZ in einem Projekt arbeitet. Ich bat ihn, von vor Ort zu …

Fashion Revolution Day – Wear it #Insideout

Am 24. April starben 1.133 Menschen in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh und zudem wurden über 2.500 Personen verletzt, als die Produktionsstätte für Textilien am Rana Plaza einstürzte. Diese Katastrophe ist nur ein Mosaikstein in dem Gesamtbild unserer globalisierten Kleidungsproduktion, die Menschenleben fordert, soziale Ungleichheiten befeuert und unsere Umwelt sukzessive zerstört. Der erstmalig stattfindende Fashion Revolution Day macht auf diese Katastrophe aufmerksam und stellt vor allem unsere Verantwortung als Konsumenten in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Denn eines ist klar: Genug ist genug! Who made your clothes? Der Frage, wer eigentlich meine Sachen produziert, bin auch ich für den Fashion Revolution Day nachgegangen und habe mir ein Outfit zusammengestellt, das nicht in Gänze grün ist. Jacke: Baracuta Hemd: bleed Hose: K.O.I. – Kings of Indigo Meine G9 von Baracuta ist legendär, trugen die Harrington Jacket doch Legenden wie Steve McQueen und Elvis Presley. Der Hersteller wirbt nicht nur mit dieser Tradition, sondern auch mit seiner englischen Produktion: Made-in-the-UK elegance trage ich angeblich. Wer sich aber vor dem Blick in das Kleidungsstück nicht scheut, wird sehen, dass die Produktion der Jacke in China stattfindet …