Alle Artikel mit dem Schlagwort: ethische Produktionsbedingungen

Nach dem Crowdfunding – VIRTŪ shared sense

Der Abschluß meiner Reihe „Nach dem Crowdfunding“ gebührt einem Team von Menschen, die nichts weniger versuchen, als das perfekte Herrenhemd auf den Markt zu bringen. Mit einem der beiden Gründer von VIRTŪ shared sense, Guillaume Vaslin, blicke ich noch einmal auf das erfolgreiche Crowdfunding des Labels zurück. Wie lief, rückblickend betrachtet, für dich das Crowdfunding von VIRTÚ für das perfekte Herrenhemd? Das Crowdfunding war eine sehr mühsame Erfahrung. Vor allem aber, weil wir gar nicht vorbereitet waren. Theoretisch benötigt man für eine solche Kampagne mindestens drei Monaten Vorbereitung. Wir hingegen haben in drei Wochen die Produktion auf die Beine gestellt, das Video gedreht und die Firma gegründet. Ein Pre-Campaigning mit dem Ziel, unser Netzwerk auf das Crowdfunding vorzubereiten – dafür blieb bei uns nicht die Zeit, was die Kampagnenzeit selbst um so spannender und intensiver machte. Was war aus deiner Sicht ausschlaggebend für den Erfolg? Die 80/20 Regel. Du musst den Trigger identifizieren, der dir am meistens Visibility & Conversion bringt. PR zum Beispiel bringt nichts – es ist nur ein Ego-Sache, die eventuell einen …

Das perfekte Hemd von VIRTŪ shared sense

Nach dem gestrigen Crowdfunding von Sock Up Your Life liegt mir ein weiteres Projekt am Herzen, das ich unbedingt unterstützen solltet – sofern ihr Männerhemden bevorzugt. VIRTŪ shared sense will nicht nur ein perfektes nachhaltiges Hemd auf den Markt bringen, sondern mit diesem auch Menschen Unterstützung bieten und neue Chancen aufzeigen. In der aktuellen Kickstarter-Kampagne „A Shirt with a Purpose“ geht es nicht nur um das Herrenhemd, das unter sozialen und ethisch einwandfreien Bedingungen produziert wird, sondern auch um eine verarmte Gegend in der Domenikanischen Republik. Guachupita ist nämlich Herstellungsort des Männerhemdes und soll dank der Produktion aufleben. Das Einkommen der Arbeiterinnen und Arbeiter soll um 300 Prozent zum Durchschnitt ansteigen, kleinere Projekte sollen durch Mikrofinanzierung ermöglicht werden und die Anwohnerinnen und Anwohnern durch Trainings und Weiterbildungen gestärkt werden. „This shirt is empowerment. This shirt is powerful“ sagen dazu die beiden Gründer, Jason Grullón und Guillaume Vaslin. Mit Guillaume hatte ich die Gelegenheit, vor den Feiertagen noch ein kurzes Interview zu führen. Alf: Wie kam es zur Gründung von VIRTŪ? Guillaume: Jason kommt aus der …

What you should care about (when it comes to fashion) – The Superfluous Culture aus Montréal stellen die richtigen Fragen

In den letzten Tagen fiel es mir ungemein schwer, wieder mit dem Schreiben zu beginnen. Dies lag nicht an exzessiven Fest- und Feiertagen, sondern vor allem an #JeSuisCharlie und #JeSuisAhmed, den Ereignissen in Paris. Eine unfassbare Katastrophe, die ich mit schweren Gedanken im Kopf im Liveticker und in Nachrichtensendungen verfolgte und die mich ungläubig zurücklassen. Eine Katastrophe, die nach vollständiger Aufklärung schreit, die aber angesichts von 15 Toten, inklusive den mutmaßlichen Attentätern, sehr schwer durchführbar sein wird. Eine schreckliche Vorstellung. Mir erschien das Schreiben über Mode in diesem Moment ungemein nichtig, vernachlässigbar, unbedeutend. Umso wichtiger war es mir für den Start in diesem Jahr über ein Label zu schreiben, das nicht einfach „nur“ Grüne Mode produziert, sondern sich um die Zusammenhänge im Leben, im täglichen Handeln bewusst ist und dadurch selbst bei den häufig so nachdenklichen und ethisch korrekten Grünen Modelabels heraussticht. The Superfluous Culture aus Montréal, Kanada, macht genau diesen Unterschied aus. Dem Label geht es neben der Mode vor allem um die Auseinandersetzung damit, woher die eigene Kleidung stammt und was davon eigentlich überhaupt benötigt wird. Wer kennt nicht die …