Alle Artikel in: Editorial

Sei laut – die Zeit ist reif! #bloggergegenrechts

Fast jeden Tag lesen, hören oder sehen wir ihn: Den schleichenden Tabubruch in unserer medialen Auseinandersetzung. In den einschlägigen Kommentarspalten, den Threads bei Twitter, unter Postings bei Facebook mit dem Hashtag #refugeeswelcome. Der Hass macht sich dort breit. Der Hass einer Minderheit, aber einer sehr lauten Minderheit. Dieser Hass, den wir online in den letzten Jahren immer häufiger lesen können, bahnt sich längst seinen Weg in die Offline-Welt, in unseren Alltag. Chemnitz, Köthen und Dortmund sind dabei nur drei Beispiele aus diesem Jahr, die aufzeigen, dass sich eine rechtsnationale bis rechtsextreme Minderheit ihren Platz in der Öffentlichkeit erkämpft, besetzt und Medien wie Politik vor eine neue Herausforderung stellen: Wie gehen wir mit so genannten Wutbürgern um, die eigentlich Rechtsextreme und Nazis sind? Wie gehen wir mit denen um, die berechtigte Sorgen um sich und Deutschland haben, und einfachen Erklärungen auf den Leim gehen? Wie gehen wir selbst mit all dem Hass um, den wir uns für uns und unsere Kinder nicht wünschen? Aus meiner Sicht kann es nur einen Schluss geben: Selbst laut sein und …

»Einfach anziehend« – dein Moderatgeber, wenn du Wegwerfmode satthast

Am 1. Oktober ist es soweit: »Einfach anziehend« – mein erstes Buch – erscheint im Münchner oekom Verlag! Gemeinsam mit Kirsten Brodde habe ich einen Ratgeber geschrieben, der einen Ausweg aus der Fast Fashion Schleife aufzeigt. Entstanden ist ein Guide, der auf den erhobenen Zeigefinger verzichtet und auch keinen „besseren“ Konsum propagiert. Kirsten und mir ging es vor allem darum, einen Weg aufzuzeigen, wie Mann und Frau die ersten Schritte zu einem nachhaltigen Kleiderschrank gehen können. Auf 124 Seiten spannen wir den Bogen von global zu lokal: Von einer aktuellen Zustandsbeschreibung unserer Modeindustrie mit spannenden Fakten und Zahlen über die unterhaltsame Auseinandersetzung mit dem eigenen Kleiderschrank – mit Lieblingsstücken und Ungeliebtem – bis zur Entscheidung, was wir eigentlich noch kaufen sollten, wenn wir doch einmal ein neues Kleidungsstück haben wollen. Dabei ist Fair Fashion nur ein Teil einer nachhaltigen Lösung für den eigenen Klamottenkonsum. Secondhand Läden oder auch Events wie VinoKilo zeigen, dass Getragenes mehr als nur eine zweite Chance verdient hat. Neue Konzepte wie Leih-Services der Kleiderei oder auch großer Player wie Tchibo werden …

Fair Fashion Interview mit rethinknation

Yannick und Oliver von rethinknation sind unsere Boys in the Hood, wenn es um Videos geht. Die beiden haben seit gut einem Jahr ihren eigenen YouTube-Channel und entdecken im Doku-Stil Minimalismus und Fashion Hauls, Tipps und Trends für Fair Fashion Mode, produizieren Vlogs von der Fashion Week, interviewn andere deutsche Fair Fashion Blogger und präsentieren deren Outfits und generell alles, was mit Inspiration rund um das Thema nachhaltige, faire und bewusste Kleidung und Klamotten zu tun hat. Neben Reviews zu Sneakern, Backpacks usw. behandeln die beiden auch fairen Lifestyle und stellen Alternativen zu Plastikflaschen oder faire Smartphones vor. Anlässlich der Ethical Fashion Show Berlin und dem Greenshowroom im Juli 2017 haben die beiden 10 Bloggerinnen und Blogger zu Interviews eingeladen. In 100 Sekunden gab es einen kurzen Ritt durch die Biographie der Blogger sowie einige Fragen über Mode, Menschen und mehr. Neben vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter durfte ich auch vor die Kamera von Oliver treten und mich von Yannick mit Fragen löchern lassen.

ARMEDANGELS – Seit 10 Jahren nichts zu verbergen

Eines der größten Fashion Labels Europas, für die eco & fair selbstverständlich ist, feiert in diesem Jahr Jubiläum: ARMEDANGELS aus Köln werden 10 Jahre alt. Aus einer Idee, T-Shirts zu produzieren, wurde ein gestandenes Unternehmen, das im zurückliegenden Jahr 872.000 Teile produziert hat und in ihrem Blog „Nothing to hide“ nach und nach die gesamte Lieferkette – vom Entwurf bis zum fertigen Produkt – offenlegen, um zu zeigen, was das Label mit ihren Partnern schon alles erreicht haben und woran sie noch arbeiten. Anlass genug, einen etwas genaueren Blick auf die Kölner zu werfen und ihre Mode zu zeigen. „Der totale Verzicht ist in unserer Gesellschaft nicht realistisch. Viel wichtiger ist es uns, zu vermitteln, bewusst zu konsumieren“, so CEO und Mitgründer Martin Höfeler. Nachhaltige Materialien, faire Arbeitsbedingungen und gutes Produktdesign schließen sich in seinen (und natürlich nicht nur in seinen) Augen nämlich nicht aus. Dieser Dreiklang gelingt ARMEDANGELS von Saison zu Saison immer besser und stilvoller. Einige Meilensteine in der Geschichte von ARMEDANGELS: September 2007: ARMEDANGELS gewinnt den Gründerpreis der Wirtschaftswoche und wird Fairtrade-zertifiziert …

STAND UP!

Ja, auch ich bekenne mich! Wie bereits einige meiner sehr geschätzten Blogger-Kolleginnen und -Kollegen unterstütze ich das gemeinsame Projekt von Peppermynta und dem Hamburger Label Waterkoog. Die STAND UP! Kampagne will Menschen dazu motivieren, ihre Meinung zu sagen, Interesse an den Dingen um uns herum zu zeigen, sich zu engagieren und über genau dieses Engagement auch zu berichten und idealerweise auch andere dadurch zu inspirieren. Klar ist: In Zeiten von populären rechten Parolen und Positionen durch die AfD, erodierenden Freundschaften mit langjährigen Partnern wie den USA (danke, Donald Drumpf!) und dem Abgesang auf Europa durch Nationalisten in vielen europäischen Ländern ist es umso wichtiger, zusammen zu halten und Haltung zu zeigen. Auch wenn es banal klingen mag: Ohne Toleranz dem Anderen gegenüber – und der anderen Religion, der anderen Meinung, dem anderen Lebensstil etc. – sowie mehr Mitmenschlichkeit und Mitgefühl uns und unseren Mitmenschen gegenüber wird es schwer für uns und unsere Freunde in diesen durchaus turbulenten Zeiten. Eigentlich sind dies Grundsätzlichkeiten einer offenen und freien Gesellschaft, in der jede/r so sein darf wie er/sie …

September

Wie die Zeit vergeht! Meine Blogpause geht zu Ende – nach drei wunderbaren Wochen draußen im Freien, einer traumhaften Hochzeit im brandenburgischen Teetz und einer anschließenden Stille im Blog, die gar nicht beabsichtigt war. Auch wenn ich in den zurückliegenden Wochen immer wieder daran dachte, meinen Blog wieder mit frischen Geschichten zu füllen, fehlte mir dann doch entweder die Zeit oder die Muse – oder beides. Doch manche Themen blieben hartnäckig in meinem Hinterstübchen und drängelten sich unübersehbar wieder auf meine Tagesordnung. Dann packte sie mich wieder, die Freude am Schreiben und dem Erzählen von Geschichten. Über Menschen, die Neues schaffen wollen. Über Menschen, die Altem wieder neues Leben einhauchen. Über Mode, Momente und vieles mehr. Blogvorschau: Der September auf GROSS∆RTIG Für die nächsten vier Wochen habe ich ganz wunderbare Themen für euch auf meinem Zettel. Dazu zählen zum Beispiel die neuen Basics und handmade pieces von SHIPSHEIP, die ich euch vorstellen möchte. Zudem möchte ich mit einigen Bloggern auf die 39. Ausgabe der INNATEX zurückblicken und euch das aktuelle Crowdfunding von Wiederbelebt aus Stuggitown …

14 Cents, die das Leben verbessern können

Eigentlich sollte uns allen eine faire Bezahlung am Herzen liegen. Schließlich wünschen wir uns spätestens nach dem dritten unbezahlten Praktikum in Folge oder dem leicht unterbezahlten Berufseinstieg doch nicht sehnlicher, um für unsere Arbeit – sei sie in einem Büro, an einer Werkbank oder an der frischen Luft – einen gerechten Lohn zu erhalten. In der Modeindustrie ist genau diese Entlohnung ein großes Thema, denn die überwiegende Mehrheit der Menschen in der Modeindustrie werden mit sehr geringen Löhnen abgespeist – von einem Lebenslohn oder einem Mindestlohn oder sogar einer ernsthaft fairen Bezahlung sind wir in diesem Bereich leider noch sehr weit entfernt. Viele Grüne Modelabels setzen bereits auf soziale(re) Bedingungen bei der Produktion  und auch auf eine faire(re) Bezahlung der Arbeiterinnen und Arbeiter. Nicht immer lässt sich dies mit einem Siegel oder Zertifikat belegen, manches ist nur durch eine freiwillige Verpflichtung der Labels oder deren Kontrollen wirklich abgesichert. Um diesem Thema nicht nur in der Grünen Modeszene, sondern in der gesamten Fashion Industrie wieder mehr Gewicht zu verleihen, brauchen meine Freunde von GET CHANGED eure …

JUNI

In meiner heutigen Monatsvorschau muss ich euch erst einmal ein großes „Dankeschön“ übermitteln. Der abgelaufene Monat war einer der erfolgreichsten, seit es GROSS∆RTIG gibt. Das ginge nicht ohne euch, meine Leser. Immer wieder freut es mich, dass nicht nur neue Artikel wie etwas das Outfit von ARMEDANGELS von euch gelesen werden, sondern auch ältere Artikel nichts an Relevanz oder Aktualität eingebüst haben. So lest ihr immer noch zum Beispiel meine Labelvorstellung von Natural Word Shoes und Ölend, wobei ich euch vor kurzem erst die neue Kollektion des Rucksacklabels aus Barcelona vorgestellt habe. Was ich für den Juni im Blog plane, verrate ich euch jetzt. Monatsvorschau: Der Juni im Blog Wie auch im Mai gibt es einen Nachzügler, denn: Ich habe es noch nicht geschafft, euch die ersten Artikel aus meinem Spezial über finnische Eco Labels zu präsentieren. Das ändern wir allerdings in der nächsten Woche, in der ihr meine persönlichen Empfehlungen von Sunnuntaipuoti und Nomen Nescio im Blog posten werde. Es geht aber nicht nur in den Norden Europas, sondern auch in den Norden und …

Mit Melodien gegen den alltäglichen Wahnsinn in Gaza

Gestern habe ich bei der wunderbaren Vreni in ihrem aktuellen Artikel das sehr spannende Crowdfunding von Bread&Water entdeckt, dass ich heute auch gleich unterstützt habe. Wieso liegt auf der Hand: Das Fashionlabel aus Berlin produziert fair hergestellte Beanies, Turnbeutel und Shirt – und verbinden dies mit einem guten Zweck. Der Verkauf jedes T-Shirts kommt einem gemeinnützigen Projekt zu Gute. Das erste Projekt, dass eure Unterstützung benötigt, widmet sich dem Edward Said National Conservatory of Music in Tel al-Hawa, einer Musikschule in Gaza. Ziel ist es, 10 Kindern den Schulaufenthalt für ein Jahr in der Musikschule zu finanzieren. Der Hintergrund des Crowdfundings ist schnell erzählt: Das alltägliche Leben in Gaza ist von Gewalt, Bürgerkrieg und Zerstörung geprägt. Im Jahr 2008 wurde eine Musikschule des Edward Said National Conservatory of Music zerstört. Die Schule musste daraufhin umziehen und ist seitdem gezwungen eine Studiengebühr zu erheben. Heute bildet die Gaza Music School wieder 180 Schüler im Alter von 7 bis 16 Jahren aus. Bread&Water möchte für 10 Kindern die Studiengebühr für ein Jahr übernehmen, damit noch mehr Kinder …

M∆I

Sonne pur an den ersten beiden Maitagen – was will das Herz mehr? Vielleicht noch Lesestoff aus der Grünen Modeszene, mit dem ich euch auch in den nächsten vier Wochen versorgen möchte. Ganz oben auf meiner Liste steht weiterhin die Labelvorstellung von Kipepeo Clothing aus Stuttgart, die ich euch bereits für den April versprochen hatte. Was noch alles im Mai ansteht: Z² ist zurück auf GROSS∆RTIG Der Mai steht definitiv im Zeichen von Z². Am letzten Freitag im April waren René und ich wieder einmal unterwegs. Diesmal ging es mit dem Rad in Richtung Westen. Ziel war Dreilinden. Den Autofahrern unter euch sicherlich durch den still gelegten Rastplatz bekannt, der auf dem Weg nach Leipzig & Co. direkt an der Autobahn und an Berliner Stadtgrenze liegt und Kulisse für die ARTE-Produktion „The Team“ war. Doch Dreilinden ist mehr als nur dieser sichtbare Rastplatz. Dreilinden steht für Deutsch-Deutsche Geschichte und die DDR- und BRD-Grenzübergange für alle Automotorisierten. Direkt am Berliner Mauerradweg gelegen, verfallen allerdings die Überreste der historischen Stätten – und das in einem Berlin, das …