Autor: Alf-Tobias Zahn

Mach‘ Dein Ding – auch im eigenen Kleiderschrank

Wer meinen Ratgeber bereits gelesen hat und Lust darauf hat, seinen eigenen Kleiderschrank von Grund auf zu erneuern, der kennt bereits meine heiße Empfehlung: „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees. Die Autorin verspricht nicht nur, sondern bringt dich auch wirklich systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum. Deswegen kann ich Anuschkas Buch aus dem Jahr 2017 und das begleitende Praxisbuch, das frisch in diesem Jahr veröffentlicht wurde, nur allen wärmstens ans Herz legen. Mehr Platz für die eigenen Lieblingssachen – das ist eigentlich das große Ziel, das Anuschka Rees mit ihren beiden Büchern verfolgt. Obwohl, eigentlich nimmt die Autorin vielmehr uns an die Hand. Sie führt uns Schritt für Schritt durch einen grundlegenden Erneuerungsprozess in Bezug auf die eigene Kleidergeschichte. Dabei geht es ihr glücklicherweise nichr darum, nur auf den Neukauf zu setzen, sondern betont das, was wir schon längst in unserem Schrank haben. »Stil braucht Übung, wie alles im Leben.« Von der richtigen Bestandaufnahme über die Trennung von einzelnen Kleidungsstücken und der Zusammenstellung einer eigenen Capsule Wardrobe bis hin zur eigenen Stilfindung lässt „Das …

Funktionskleidung neu gedacht – NASCH Sportswear

Den inneren Schweinehund überwinden – das ist in diesen Festtagen und bei regnerischem oder schneekaltem Wetter nicht immer einfach. Doch gerade in diesen Zeiten ist es umso wichtiger, regelmäßig Sport zu machen und aktiv zu bleiben. Egal, ob es die morgendliche Joggingrunde, die Boulderrunde oder eine Ausfahrt mit dem Rad ist. Mindestens genauso wichtig ist es, dabei die richtige Sportswear zu tragen. Und mit „richtig“ meine ich in diesem Zusammenhang nicht nur, dass die Funktionskleidung uns nicht nur warm hält und Bewegungsfreiheit garantiert, sondern dass unsere Sportkleidung eben auch mit Sinn hergestellt wurde. Das ist bei NASCH aus Wien der Fall. Im aktuellen Crowdfunding von Gründerin Nadine Schratzberger habt ihr noch die Gelegenheit, die richtige Sportjacke für eure Outdoor-Aktivitäten zu finden. Nadine macht mit ihrem Label Sportswear für Männer. Sie designt Jacken, die durch Veränderungen im Schnittdesign und der Stoffe kompatibel mit drei verschiedenen Sportarten sind: Joggen, Klettern und Radfahren. Die verwendeten Materialien sind entweder kontrolliert biologisch angebaut worden oder sind recycelt, wobei Letzteres bedeutet, dass Nadine von größeren Firmen die Leftovers aufkauft, um die …

Der Hafendieb sendet neue SIGNALE

Hört ihr schon die Signale? Das Hamburger Label Hafendieb ist wieder umtriebig gewesen. Vor wenigen Tagen gingen sie mit ihrer brandneuen Winterkollektion SIGNALE HW 18–19 an den Start. Wie immer ist das bei Hafendieb eine Seemann’sche Angelegenheit, und so steht auch diesmal die Seefahrt im Mittelpunkt! Genauer gesagt: das Flaggenalphabet. Wer es von euch Landratten noch nicht wusste, weil er bei Käpt’n Blaubär nicht aufgepasst hat, dem sei folgendes erklärt: Jeder Buchstabe im Alphabet hat eine bestimmte Bedeutung in der Schifffahrt. Diese Bedeutung wird durch eine Flagge zum Ausdruck gebracht. Die Flaggen dienen der visuellen Kommunikation, damit es auf hoher See nicht rummst! Beispiele gefällig? Der Buchstabe G (Golf) steht für „Ich brauche einen Lotsen“ Der Buchstabe O (Oscar) steht für „Mann über Bord“ Der Buchtsabe U (Uniform) steht für „Ihnen droht Gefahr“ Neben den „Flaggen“-Motiven bietet das Label in diesem Jahr neue Farben der beliebten und in Portugal produzierten „Smutje“-Strickpullis an. Außerdem gibt es neue Fein -und Grobstrick-Mützen sowie Schals aus zertifizierter Bio-Baumwolle in verschiedenen Farbtönen, die ebenfalls in Portugal produziert wurden. Meine Highlights der …

Coco Malou ethical Lingerie – Seidenweiche, feminine Dessous

Unterwäsche trägt jede/r von uns. Natürlich müssen wir uns auch bei dieser Gedanken machen, ob die Materialien gut sind und die Haltbarkeit gewährt ist. Genauso wichtig ist es aber auch, sich in dieser Unterwäsche auch wohl zu fühlen – und das ist nicht immer so einfach. Weil sie unzufrieden war, was ihr an Unterwäsche angeboten wurde, entschied sich Corinna Borucki dazu, ihr eigenes Label zu gründen. Mit Coco Malou ethical lingerie bietet sie jetzt über ihr aktuelles Crowdfunding bei Startnext ihre allererste Kollektion an. Im Interview mit Corinna, die nicht nur Labelinhaberin, sondern auch erfolgreiche Bloggerin ist, habe ich nicht nur über Ethical Lingerie gesprochen, sondern auch über die andauernde Sexualisierung des weiblichen Körpers und Bodypositivity! Seit wenigen Tagen ist dein erstes Crowdfunding live – und zwar für dein eigenes Label Coco Malou. Wie groß war deine Anspannung vor dem Live-Gang? Ganz ehrlich: Riesig! Auch wenn man schon ein Netzwerk hat, weiß man ja überhaupt nicht, wie es anläuft und ob die Menschen tatsächlich bereit sind, zu kaufen. Alle schrieben nur, sie sind super gespannt, …

For Schur – Zero Waste für Kids

Zero Waste in ein Konzept, mit dem ich mich sehr anfreunden kann. Denn: Wenn bei einem neuen Produkt kein Abfall entsteht, ist das eine gute Sache und definitiv ein guter Weg, um einen nachhaltig zusammengestellten Kleiderschrank zu haben. Doch das ist leichter gesagt oder geschrieben, als getan. Die Herausforderung besteht darin, die Materialien so optimal zu nutzen, dass eben kein Verschnitt oder ähnliches entsteht. Wie kann das in der Praxis funktionieren? Meine Frage hat mir Nina Krake beantwortet. Gemeinsam mit ihrer Freundin Tabea Börner hat sie das Zero-Waste Kindermodelabel »For Schur« gegründet. Liebe Nina, ihr verwendet für »For Schur« Wolle. Genauer gesagt: Wolle von aussortierten Wollpullovern. Wie kommt ihr eigentlich an das Material? Als wir anfingen, nähten wir noch selbst und kauften „unsere“ Wollpullover in Second Hand Geschäften ein. Die Nachfrage war jedoch ziemlich schnell so groß, dass diese Pullover nicht mehr reichten. Außerdem produzieren wir das ganze Jahr über und im Sommer gibt es keine Wollpullover in Second Hand Läden. Wir wussten, dass man Altkleider auch in Textilsortieranlagen kaufen kann. Jedoch wird dort nicht …

Sustainable Crowdfunding News

Die Winterzeit ist auch die Zeit für Crowdfundings. Zumindest bemerke ich diesen Trend Jahr für Jahr. Kurz vor dem Jahreswechsel sprießen einige sehr gute Ideen aus dem Boden, die noch auf Unterstützung aus der Crowd warten. Auf vier Crowdfundings bin ich aufmerksam geworden, die ich euch gerne vorstellen möchte. The Blue Sweater von Blue Ben Ist der Sweater von Blue Ben tatsächlich der softeste Sweater, den du jemals getragen hast? Die Frage kann ich zumindest mit einem klaren „Ja“ beantworten. Vor einigen Wochen traf ich mich mit Ali Hazimi, einem der Gründer von Blue Ben, und durfte aus erster Hand erfahren, warum es „The Blue Sweater“ gibt und auf welche Innovationen im Entstehungsprozess gesetzt wurden. Vor allem aber durfte ich den Sweater in Händen halten und weiß seitdem, dass es wirklich kaum softer geht! Für alle, die auf Baumwolle verzichten und einmal 100 Prozent Buche tragen wollen, ist der Sweater genau das Richtige. Crowdfunding: Kickstarter Highlight Reward: The Blue Sweater in Lemon Curry Ziel: 22.200,00 EUR Unterstützen bis: Donnerstag, 6. Dezember 2018, 12:19 Uhr Mehr …

Der Strick sei mit dir! Die Fall/Winter 2018 Kollektion von Rotholz

Meine Homies und Sisters von Rotholz haben sich für die aktuelle Herbst/Winter Kollektion etwas Neues vorgenommen. Zum ersten Mal gibt es feinen Strick von dem Potsdamer Label. Vom Bauhaus inspiriert und made in Germany verzücken sie mit ihrem neuen Lookbook. Doch was versprichen uns Rotholz damit eigentlich? Auch in dieser Kollektion bleibt sich Rotholz treu – und dem Einfluss des Shibusa, dem traditionellen japanischen Prinzip der ästhetischen Zurückhaltung. Vor allem die klare Linienführung zeugt von dieser Inspirationsquelle. Im Fokus für die kalte Jahreszeit liegen diesmal warme Stoffe und Farben, die den Layering-Look unterstützen und zu allen Gelegenheiten getragen werden. Gut aussehen kann man ja bekanntlich immer, egal ob im Büro, im Coworking Space oder beim chillaxen auf der eigenen Couch. Die Strickserie wurde in einem Familienbetrieb in Norddeutschland produziert. Verwendet wurde italienische Merinowolle, die Ökotex 100 zertifiziert – sprich: Das Material ist frei von schädlichen chemischen Substanzen. Alle Schäfer halten sich zudem an die IWTO-Richtlinien. Außerdem wird das Garn in Deutschland und Italien gesponnen und eingefärbt und unterliegt so den EU-Richtlinien. Natürlich gibt es – …

Sag es mit TOO COOL FOR CRUEL

Statement-Shirts sind das neue IT-Piece der open minded generation – und TOO COOL FOR CRUEL von Alexander Niederhofer und Justine Siegler liefert euch die Ausstattung dafür! Doch die beiden Gründer wollen dir nicht nur das nächste faire Kleidungsstück verkaufen, sondern liefern zu Themen, die ihnen wichtig sind und die es als Statement auf die Shirts und Hoodies geschafft haben, informative Hintergundinformationen. Kurz gesagt: Mit TOO COOL FOR CRUEL zeigt ihr klare Kante und seid gut informiert. Die Themen Fair Fashion, Veganismus, Gleichberechtigung, weniger (Plastik)müll, Feminismus und Selbstliebe sind den beiden Gründern ausgesprochen wichtig. In der Premierenkollektion haben Alex und Justine die Statements FUCK RACISM, FAST FASHION KILLS, FEMINIST, PLANTBASED, NO STRAW PLEASE, SELFLOVER und natürlich TOO COOL FOR CRUEL auf die fairen und veganen Shirts, Hoodies und Pullis gedruckt. In coolen Farben und aus 100% Biobaumwolle sind die Produkte im Online-Shop zu finden. Begleitend gibt es zu allen Statements und Themen die wichtigsten Fakten und Gründe, warum man sich dafür einsetzen soll. Darüber hinaus ist den beiden Fair Fashion Aktivisten natürlich wichtig, dass ihre Produkte …

Früher zudecken, jetzt anziehen: Boxershorts aus alter Bettwäsche! Interview mit Kira und Sophie von soki Kassel

Ab und an stoße ich beim Stöbern auf neue nachhaltige Modelabels, die tolle Ideen verwirklichen. So entdeckte ich vor kurzem das Label von Kira Kimm und Sophie Roscher. Die beiden machen mit soki Kassel aus alter Bettwäsche neue Boxershorts. Upcycling nennt sich das – und das geht sogar mit der eigenen „alten“ Lieblingsbettwäsche. Doch soki Kassel ist dann doch mehr als „nur“ ein DIY-Boxershorts-Label, wie ich im Interview mit Kira und Sophie erfahren durfte! Wie kam es zur Gründung eures eigenen Labels? Nach unserer Ausbildung haben wir uns verabredet, um mögliche Zukunftsvisionen zu besprechen. Vielleicht hatten wir ein Glas Wein zu viel, jedenfalls haben wir an dem Abend mutig unsere Selbstständigkeit geplant. Tatsächlich sind wir am Tag danach direkt zum Gewerbeamt und haben alles angemeldet. Zunächst haben wir in meinem alten Kinderzimmer unser Atelier eingerichtet. Wir wollten erstmal sehen, ob das, was wir vorhatten, in Kassel überhaupt ankommt. Nach gut 1,5 Jahren haben wir die Räumlichkeiten in der Friedrich-Ebert-Straße gemietet und unseren green concept store mit Werkstatt eröffnet. Warum habt ihr euch ausgerechnet Bettwäsche als Material …

»Mode als Treiber zum positiven Wandel unserer Kultur« – Friederike von Wedel-Parlow über Cradle to Cradle und die Zukunft der Mode

Wie sieht das Material der Zukunft in der Modeindustrie aus? Immer häufiger fällt dabei das Schlagwort »Cradle to Cradle«, oder auch kurz C2C. Alles dreht sich dabei um die Kreislauffähigkeit des Materials, der vollständigen Abbaubarkeit aller Bestandteile. Klingt nicht gerade nach modern und stilvoll, oder? Doch weit gefehlt. Gemeinsam mit ihren Studentinnen und Studenten der AMD hat Prof. Friederike von Wedel-Parlow, Gründerin des Beneficial Design Institutes, den Cradle to Cradle Gedanken an zwei Produkten für Manufactum durchgespielt. Die Arbeit an der Damenweste und der Herrenjacke zeigt nicht nur auf, wie viel Detailarbeit in nachhaltige Mode fließt, sondern auch welche Zukunft unsere Mode haben kann. Über diese und weitere Themen habe ich mit Friederike gesprochen! Manufactum hat in diesem Jahr seine erste Cradle-to-Cradle® Kollektion veröffentlicht. Wie kam es zu dieser Kooperation mit Manufactum? Zusammen mit Christine Fehrenbach, damals Bereichsleiterin für Markenentwicklung bei Manufactum, haben wir dieses Projekt entwickelt. Wir wollten den hohen Qualitätsbegriff bei Manufactum weiterentwickeln und um Materialgesundheit und Kreislauffähigkeit erweitern. Um das zukunftsorientierte Thema in dem Unternehmen einzubringen und die Möglichkeiten hinsichtlich Produktentwicklung, Services und …