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Meine Top 5 – Unterwäsche für Männer

Die derzeitigen frühlingshaften Temperaturen möchte ich nutzen, um über ein wichtiges Thema zu schreiben: Unterwäsche. Nicht nur bei unserer Oberbekleidung sollten wir auf gute Materialien achten, die zu fairen und sozialen Bedingungen hergestellt werden. Sondern natürlich auch bei unserer Unterwäsche. Gefühlt sind Frauen für diese schon deutlich stärker sensibilisiert, bei Männern muss man hier noch auf Aufklärungsarbeit leisten. Und im Gegensatz zu meiner Top 10 der Unterwäsche für Frauen habe ich in diesem Artikel nur 5 Marken vermerkt, die ich euch empfehlen kann. Insgeheim hoffe ich, dass sich auch weitere Marken dazu bewegen lassen, Männerunterwäsche unter den besten Bedingungen und mit den besten und/oder nachhaltigsten Materialien herzustellen.

1 / erlich Textil

erlich Textil ist das Label von Sarah Grohé und Benjamin Sadler mit Sitz in Köln. Mit ihrer Unterwäsche für Männer und Frauen haben sie eine hochwertige Alternative auf den Markt gebracht. Zwar erst einige wenige Jahre alt, vertrauen sie auf die Qualität und Erfahrung eines familiengeführten Herstellers auf der Schwäbischen Alb – mit schon 100-jähriger Tradition. Aus eigener Erfahrung kann ich die Unterhosen von erlich Textil sehr empfehlen.

2 / VATTER

Seit 2015 verfolge ich den umtriebigen Thomas Vatter und sein Team von VATTER aus München. Sukzessive haben sich sich unter dem Motto „Cotton with Attitude“ weiterentwickelt und produzieren nicht weniger als meine heimlichen Favoriten, wenn es um Boxer Briefs und Trunk Shorts geht. Ganz im Stile Denis Schecks: „Also vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue, und tragen Sie Unterwäsche für Männer von VATTER!“

3 / soki Kassel

Was Mann alles tragen kann, zeigt soki Kassel. Alte aber nicht minder gute Bettwäsche sammeln Kira Kimm und Sophie Roscher ein und machen aus diesen Boxershots. Nicht nur irgendwelche Boxershorts, sondern Unikate, die eine Reminiszenz an die Beständigkeit und den Stil der Vergangenheit sind, und durch das Upcycling auch im Hier und Jetzt perfekt verortet wurden. Klasse Idee, tolle Umsetzung!

4 / The White Briefs

Puristisch und minimalistisch, ohne viel Klimbim und Chi-Chi – The White Briefs aus Schweden sind mein Evergreen. Ich widmete dem Label einen meiner ersten Posts 2013 und freute mich sehr über die Einsichten, die mir Peter Simonsson in unserem Interview über seine Marke und die Green Fashion Szene von damals erzählen konnte. Auch 2019 ist das Label in Sachen Verarbeitung, Style und Materialqualität bei Unterwäsche für Männer eine Klasse für sich.

5 / Avocadostore x comazo|earth

Ende letzten Jahres zeigte der Avocado Store seiner erste eigene Unterwäschelinie. Gemeinsam mit comazo|earth wollen sie, dass wir mit „Fair to myself“ auf unseren Körper hören und uns so akzeptieren, wie wir nun einmal sind. Eine Ende mit dem #Bodyshaming, das nicht nur Frauen betrifft, sondern auch unter Männer verbreitet ist und äußerst selten thematisiert wird. Ein wichtiges Thema, und gute Buxen für uns Männer.

Text: Alf-Tobias Zahn

Meine Top 10 – Unterwäsche für Frauen

Jedes Jahr schreibe ich über Unterwäsche für Frauen. Ich stelle neue Labels vor oder schreibe über aktuelle Kollektionen. Das brachte mir nicht nur halb-süffisante Kommentare von männlichen Freunden ein, sondern auch den ein oder anderen Kommentar von weiblichen Bloggern. Zu meiner Verwunderung, denn ganz ehrlich: Macht euch mal locker, meine Lieben. Auch Männer sollten im Jahr 2019 über Unterwäsche für Frauen schreiben dürfen, ohne gleich in einen semi-frivolen Kontext gezogen zu werden. Da ich mich mit dem Thema also schon länger auseinandersetze, folgt hier und heute meine Auswahl der 10 tollsten Brands, die Unterwäsche für Frauen machen.

1 / Coco Malou

Meine Neuentdeckung aus dem letzten Jahr, als Bloggerin Corinna Borucki sich nicht nur dazu entschied, von der Freiberuflichkeit direkt in die Unternehmerschaft zu wechseln, sondern sich auch gleich an das nicht minder schwere Thema zu wagen, Unterwäsche für Frauen zu machen. Danke eines erfolgreichen Crowdfundings gibt es jetzt also Coco Malou. Mit ihrem Label macht Corinna seidenweiche, feminine Unterwäsche und stellt dabei #Bodypositivity in den Mittelpunkt. Ein starkes Debüt.

2 / LOVJOI Intimates

Erst seit wenigen Tagen online verfügbar, schlug die erste Unterwäschelinie namens Intimates von LOVJOI ein wie eine Bombe. Das Team rund um Gründerin Verena Paul-Benz hat richtig geklotzt und eine wunderbare Bandbreite an Slips, BHs, Bras und Nighties entworfen. Wie auch schon doe Vergangenheit gezeigt hat, wird auch sicherlich diese Kollektionen glänzen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Auftakt!

3 / AIKYOU

Die „Lingerie brand for small busts“ ist schon seit Anbeginn dieses Blogs eine feste Größe. AIKYOU ist die Marke für BHs für kleine Größen. Zeitlos, feminin und äußerst hochwertig verarbeitet erschaffen Bianca Renninger und Gabriele Meinl seit 2011 immer wieder tolle Unterwäsche für Frauen.

4 / Tizz and Tonic

Achtung, Farbexplosion! Das norddeutsche-kanadische Label von Imke Hanscomb und ihrer Schwester Yanna knallte Anfang 2018 durch meine Blogosphäre. Nachhaltig positiv überraschend feiert Tizz and Tonic Farben und Formen. Ob klassisch einfarbig und allover gedruckt ist den beiden Schwestern eigentlich egal – Hauptsache, es macht Spaß und gibt Selbstvertrauen!

5 / Reformation

Die Avantgarde aus den USA ist jetzt auch in das Unterwäsche-Bizz eingestiegen. Reformation ist eine der Vorzeigelabels, wenn es um Zeitgeistiges Modedesign und ressourcenschonenden Umgang mit Materialien geht. Was wie ein Ungetüm klingt, ist eigentlich nichts anderes, als Green Fashion als den Standard in der Modeindustrie zu etablieren. Das macht das Label unnachahmlich gut und schafft damit als eine der wenigen aus der Slow Fashion Szene eine Brücke zur hyperaktuellen Fast Fashion und deren Käuferinnen.

6 / erlich Textil

Wie auch schon bei den Männern hat sich erlich Textil auch bei den Frauen sehr schnell als Label für Unterwäsche für Frauen etabliert. Natürlich gilt auch für diese, dass die Unterwäsche nicht nur schön aussieht, sondern auch schön produziert wurde. Und mit „schön“ meine ich natürlich fair, sozial und bio.

7 / Woron

Ein weiteres Geschwisterpaar macht Unterwäsche einfach besser: Anya und Arina Woron mit ihren gleichnamigen Label WORON. Sie selbst bezeichnen sich im Interview als Slow Fashion Brand, entwerfen sie doch eher wenige neue Kollektionen, sondern ergänzen ihre bestehende Produktpalette nuanciert. Gemein ist den Kopenhagerinnen, dass auch sie auf zeitloses und minimalistisches Design setzen.

8 / VATTER

VATTER ist nicht nur was für Männer (aber auch, siehe meine Top 5 der Unterwäsche für Männer), sondern richtet sich explizit auch an die Damenwelt. Auch hier haben Thomas und sein Team eine große Bandbreite an unterschiedlichen Styles, die sich – wie ich mir sagen ließ – sehr gut tragen lassen. Gutes Aussehen ist ja eh inbegriffen.

9 / Made by Noemi

Eigentlich müsste das Label Made by Noemi Ivanova heißen, doch die Gründern entschied sich dafür, ihren Nachnamen schlicht zu streichen. 2004, als Alternative zu den damals in Schweden vorherrschenden Push-Ups und G-Strings gegründet, hat Noemi Ivanova ihr Label sukzessive aufgebaut. Ihr Ziel ist es, die Grenze zwischen Lingerie, Unterwäsche und Sportswear verschwimmen zu lassen. Eine große Herausforderung, der sich Noemi Tag für Tag stellt.

10 / Underprotection

Swimwear, Loungewear, Lingerie – die dänische Marke Underprotection setzt stilistische Ausrufezeichen. Gerne klassisch, aber eben auch gerne farbenfroh. Mit deutlichen Akzenten, dass Unterwäsche für Frauen beileibe nicht langweilig sein muss. Dafür steht Sunniva Uggerby und ihr Team seit 2010 und durfte dafür auch schon den ELLE Style Awards in der Kategorie „CSR“ entgegennehmen.


Auf etwaige Kommentare bin ich vorbereitet und verweise in dem Kontext auch gerne auf meine Top 5 für Männer.

Text: Alf-Tobias Zahn

Das Recht, sich zu waschen – der GoBanyo Duschbus

Kaum zu glauben, aber leider wahr: Nicht jeder Mensch in Deutschland hat die Chance, sich regelmäßig zu waschen. Dies betrifft vor allem Menschen ohne Obdach, die sehr häufig Tage und Nächte auf der Straße verbringen müssen. Hier will GoBanyo Abhilfe leisten. Über Crowdfunding will das Kollektiv aus gemeinnützigen Organisationen rund um Buchautor Dominik Bloh einen Duschbus ins Leben rufen. Dieser soll mit einzelnen Badezimmern ausgestattet sein, Hygiene- und Pflegemittel beherbegen und frische Kleidung zur Verfügung stellen.

Die Idee ist schnell skizziert, doch wie soll das im Alltag aussehen? Dominik Bloh hat selbst auf der Straße gelebt und weiß deswegen aus eigener Erfahrung, dass tage- oder sogar wochenlang ungewaschen durch die Straßen zu ziehen, Spuren hinterlässt. „Nicht nur auf der Haut oder den Klamotten, sondern auch auf der Seele. Wenn man immer nur als dreckig wahrgenommen wird, hält man sich selber für Dreck. Die Möglichkeit einer Dusche reinigt nicht nur den Körper, sondern auch das eigene Befinden“, so Dominik.

GoBanyo will nicht nur helfen, sondern auch motivieren

Hinter dem Bus, der von der Hamburger Hochbahn AG gespendet wurde und im Sommer mit dem Geld aus dem Crowdfunding ausgebaut werden soll, steckt aber noch mehr. „Das Ziel ist, Obdachlose zum nächsten Schritt zu motivieren. Wer dreckig ist, vermeidet den Kontakt zu anderen Menschen. Geht nicht mehr zum Amt, stellt sich in keine Schlange zur Wohnungsbesichtigung. Die Scham ist einfach zu groß und der Teufelskreis zu stark. Dafür möchten wir mit dem mobilen Duschbus eine Lösung schaffen. Unser Angebot richtet sich an alle Menschen, die auf der Straße leben oder in Wohnungssituationen ohne fließendes Wasser“, so der Initiator von GoBanyo.

Das GoBanyo-Team rund um Dominik Bloh (2.v.l.) ® Julia Schwendner

Wofür wird das Geld eingesetzt?

Für den Umbau des Busses (140.000 Euro) und den Betrieb im Laufe der ersten 12 Monate (60.000 Euro) werden insgesamt 200.000 Euro benötigt. Mit diesem Geld kann der GoBanyo Duschbus an drei Wochentagen für je fünf Stunden betrieben werden. Das entspricht ca. 8.000 Duschen pro Jahr. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr das Projekt unterstützt und GoBanyo auf die Straßen Hamburgs losgelassen werden kann. Ich erhoffe mir dadurch nicht nur die skizzierte deutliche Verbesserung der hygienischen Situation rund um Menschen, die obdachlos sind. Ich erhoffe mir auch eine Signalwirkung, dass auch in anderen Städten diese Problematik thematisiert und angegangen wird. Dafür kann GoBanyo der Startschuß sein.

Projekt unterstützen

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: GoBanyo / Julia Schwendner

Schnallt euch an – Airpaq ist da

Früher Lebensretter, jetzt Tragehilfe – auf diese Losung könnte man das Vorhaben von Airpaq verkürzen. Das Kölner Label hat es sich zur Aufgabe gemacht, Autoschrott wiederzuverwerten. Sie arbeiten mit Gurt, Airbags und den Gurtverschlüssen. Daraus entstand ein Rucksack und ein klassischer Beutel – Upcycling, wie es in jedem Lehrbuch stehen sollte!

Vom Studentenprojekt über die Crowdfunding-Kampagne zum Rucksack-Label. Seit 2017 upcycelt Airpaq und schenkt aussortierten Airbags, verschrotteten Sicherheitsgurten und alten Gurtschlössern ein neues Leben. Angefangen hat alles mit dem Rolltop-Rucksack. Dieser zeichnet sich – wie viele Rucksäcke in den letzten Jahren – durch minimalistisches Design und maximale Funktionalität kombiniert. Das Alleinstellungsmerkmal: Keine Komponente des Rucksacks musste neu produziert werden! Für die Herstellung benötigt man in etwa das Material aus einem Auto: zwei ausrangierte Airbags, vier Sicherheitsgurte und ein Gurtschloss.

Nach dem Airpaq kam der BAQ

Ende 2018 ging es mit dem zweiten Produkt weiter: dem Beutel. Inspiriert wurden die Airpaq-Gründer – unschwer zu erkennen – von klassischen Turnbeuteln mit Kordelzug. Ziel war es, einen Beutel zu entwerfen, der sich anfühlt und trägt wie ein hochwertiger Rucksack, aber zugleich die Vorteile des leichten und praktischen Beutels genießt. Genauso wie die Airpaq-Rucksäcke besteht auch der BAQ aus eingefärbten Airbags und Sicherheitsgurten. Gerade das verwendete Material verleiht Stabilität in der täglichen Benutzung. Übrigens: Statt Kordeln wird beim BAQ hochwertiges Flachband verwendet, durch das die Tragelänge individuell angepasst werden kann.

Auf der Website des Labels können Beutel und Rucksack direkt bestellt werden. Der BAQ kostet 59,00 EUR, der Airpaq zwischen 149,00 EUR und 159,00 EUR. Beide Produkte sind in verschiedenen Farben erhältlich.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Airpaq

Im Zuge dieser Vorstellung wurde mir von Airpag ein Rucksack zum Testen zur Verfügung gestellt.

Wandern im Harz – Hanno auf dem Harzer Hexenstieg

Wenn mein Kopf voll ist, ziehe ich mir Laufschuhe an und jogge um die Alster. Dabei sortieren sich meine Gedanken und was mich belastet, kommt mir leichter und weniger wichtig vor. Dasselbe passiert beim Wandern. Nach wenigen Stunden an der freien Luft, merke ich wie mein Körper seinen eigenen Rhythmus wiederfindet. Wie Atem, Bewegung und Herzschlag zusammen pulsieren und mein Kopf aufhört sich im Kreis zu drehen. Nach mehreren Tagen sehe ich Problem gelassener und trotz Erschöpfung fühle ich mich erholt.

Die Abenteuer vor der eigenen Haustüre

Ich kenne viele, die bei Naturerlebnissen an Kanada denken, an Island und Neuseeland. Dabei gibt es wunderschöne Ecken direkt vor der Haustür, in Europa. Wer mit dem Zug anreist, tut zum einen was für den Klimaschutz – ein Flug nach Neuseeland verursacht über 13 Tonnen CO2, also die sechsfache Menge eines nachhaltigen CO2-Jahresbudgets. Zum anderen stellt sich der Kopf über eine entschleunigte Anreise auf das Wandern ein.

Als ich im Spätsommer ein paar Tage frei hatte, bin ich in den Harz gefahren. Ich war noch nie da, aber aus Hamburg kann ich mit dem Zug bequem anreisen und es gibt genug Strecken, die ich in drei Tagen wandern kann. Ich habe mir den Harzer Hexenstieg rausgesucht, ein insgesamt 94 Kilometer langer Weg zwischen Osterode und Thale über den Brocken. Zwar sind dreißig Kilometer Tagesstrecke viel – wer noch nicht wandern war, fängt besser mit rund 15 Kilometer an, aber ich hatte einen leichten Rucksack und war alleine unterwegs. Außerdem wollte ich mich erschöpft.

Durch die meisten Wandergebiete kann man auf verschiedene Weise navigieren. Es gibt Karten, meistens sehr gute Webseiten und immer häufiger, meist weniger gute Apps. Oft reicht Goolge Maps, denn die Weg selbst sind an allen Gabelungen durch spezielle, leicht zu erkennende Symbole gekennzeichnet – in meinem Fall eine Hexe auf einem Besen. Das macht das Wandern bequem. Ich hatte trotzdem eine Karte gekauft, weil ich Karten liebe und ohne mobilem Internet wandere. Zwar höre ich beim Laufen Hörbücher und Podcast, die lade ich mir aber vorher runter.

Der Harzer Hexenstieg

Die erste von drei meiner Etappen ab Osterode führt an Seen vorbei und an Skiliften, die im Sommer skurril antik wirken. An Wegrändern stehen Blau- und Himbeerbüsche. Ich laufe auf großen Waldwegen und kleinen Pfaden, die unter Bäumen durchführen. Baufällarbeiten lassen den Wald intensiv nach Nadelölen duften. In diesem Teil der Strecke gibt es nur Fichten. Einen großen Teil der Strecke laufe ich entlang der teils über 800 Jahre alten Wasserwege, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Sie dienten dem Betrieb der Erzförderung in der Region und sind zusammen über 300 Kilometer lang. Das schönste Erlebnis ist die Wolfwarte bei Sonnenuntergang kurz vor meinem ersten Nachtquartier Torfhaus. Ein paar schroffe Felsen mit Panorama-Blick über die Baumspitzen. Absolute Stille und ein kilometerweiter Blick über blasser werdende Hügelketten. Nur weil ein Teilabschnitt gesperrt war, bin ich überhaupt hier vorbei gekommen. Das passiert beim Wandern immer wieder: Nicht die Stationen der Reiseführer, sondern zufälligen Erlebnisse bleiben als Erinnerungen.

Der zweite Tag, über den Brocken ist wenig spektakulär. Vielleicht liegt es daran, dass es sich für mich seltsam anfühlt, zunächst alleine zu Wandern und dann auf dem Brocken auf so viele Menschen zu stoßen. Die alten Eisenbahnen, alles wirkt wie Spielzeug aus in einem Miniaturwunderland. Kaum zu glauben, dass hier mal eine Grenze war.

Im letzten Abschnitt von Königshütte nach Thale verändert sich die Landschaft dafür um so mehr. Zum Guten. Mischwald ersetzt Fichten und ich komme an viele Stauseen vorbei. Viele Hölen und Minen sind Relikte alter Bergbautätigkeiten; die meisten sind verschlossen, einige kann man besichtigen. Kurz vor Thale habe ich das Gefühl irgendwo anders zu sein. Vielleicht Kanada. Steile Felsklippen, ein rauschender Fluss und bunte Bäume. Fast ständig halte ich an und mache Fotos. So intensiv sind die Farben und Geräusche.

Ein weiteres von vielen Abenteuern

Ich bin kein Wanderfreak, aber ich war schon in verschiedenen Ecken Europas. In Frankreich und England, in Schweden war ich paddeln. Vieles will ich noch sehen. Ich mag Strecken die nicht zu überfüllt sind. Manchmal liegt das aber auch an der Jahreszeit. Der Harzer Hexenstieg ist ideal für Menschen, die einen Mix aus Attraktionen und Natur suchen. Oder für Menschen, wie ich, die ein paar Tage Zeit haben und gerne viel laufen. Meistens kann man anderen Menschen aus dem Weg gehen. Es gibt Regionen mit mehr Abwechslung als den Harz, aber die vielen Möglichkeiten und die einfache Erreichbarkeit sind ein Plus für alle, die Wandern ausprobieren wollen oder nicht so viel Zeit haben. Mich hat auch gefreut, dass ich auf der Strecke neue Freunde kennen gelernt habe, Tina und Chris, mit denen ich einen großen Teil der Strecke gelaufen bin und sehr gute Gespräche geführt habe.

In unserer neuen Reihe „begleiten wir Hanno ab sofort bei seinen Outdoor-Aktivitäten und zeigen euch tolle und abwechslungsreiche Möglichkeiten „um die Ecke“, neue Abenteuer entdecken zu können.

Unterstützt diesen Sneaker – er hat es verdient!

Das muss man erst einmal schaffen: In nicht einmal 24 Stunden hat bleed sein Fundingziel für den ECO⁴Sneaker erreicht! Doch das Eco Label aus dem wunderbaren Helmbrechts will natürlich mehr – und braucht dabei eure Unterstützung. Sie wollen, dass ihr Sneaker aus recycelten Materialien, frei von giftigen Chemikalien und Tierleid, der also 100% vegan und fair ist, noch weitere Liebhaber finden wird. Warum das durchaus Sinn macht, erkläre ich euch in diesem Beitrag.

#walkingwithoutfootprints mit dem ECO⁴Sneaker von bleed

Auf der NEONYT im Januar gaben mir Label-Chef Michael Spitzbarth und Fotograf Kristoffer Schwetje eine Einführung in den ersten Sneaker, den bleed per Crowdfundig auf den Markt bringen wird. Er ist vegan, handgefertigt in Portugal, zertifiziert klimaneutral und besteht aus recycelten Materialien. Michael und sein bleed-Team haben sich viele Gedanken gemacht, wie denn nun der optimale Sneaker – zum Beispiel zum Skaten – aussehen soll. Der Tragekomfort ist bei meinem Testlauf extrem hoch. Man schlüpft hinein und fühlt sich direkt wohl. Das liegt unter anderem an der herausnehmbare Einlegesohle aus Kork, recyceltem PET und alten Autoreifen, aber vor allem an einem vorhandenen Fußbett. Die griffige Sohle aus alten Autoreifen und Naturkautschuk gibt den richtigen Grip und das Außenmaterial aus 75% Textilresten und 25% Recycling PET sieht in der Graphite Grey Standard Edition, die ich tragen konnte, extrem nice aus, wie die Rethinknation Boys sagen würden.
Doch warum wolltest du unbedingt einen Sneaker machen, fragte ich Michael. Er schmunzelte und meinte, er stelle sich gerne neuen Herausforderungen. Das glaubte ich ihm sofort. „Mit dem ECO⁴Sneaker beweisen wir, dass Nachhaltigkeit in der Schuhproduktion nicht in Konflikt mit Funktionalität und Design steht. Die konventionelle Schuhherstellung schadet Tier, Mensch und Umwelt. Wir wollen jedoch mit diesem Projekt zeigen, dass es möglich ist, einen Sneaker zu erschaffen, der dem Wunsch nach ökologischem Konsum gerecht wird, ohne dabei Abstriche in Design und Funktionalität machen zu müssen. Wir garantieren faire Arbeitsbedingungen, verwenden giftfreie, recycelte Materialien und setzen auf eine nachhaltige Produktionskette Wert.“ Und das in einem zeitlosen Design, das den Sneaker auch noch in einigen Jahren fresh aussehen lassen wird.

Die Idee kommt an, die erste Fundingschwelle von 15.000 EUR wurde auf Startnext locker genommen. 340 Unterstützer wurden bereits gefunden. Doch was kommt jetzt noch? Das Label hat sich hohe Ziele gesetzt, möchte insgesamt 100.000 EUR einnehmen. Damit könnte bleed ein weiteres Highlight setzen und individualisierte Schnürsenkel mit einer Endkappe aus recyceltem Metall produzieren lassen. Kaum zu glauben, aber wahr: Diese Endkappen gibt es nicht einfach so in Bio-Qualität, die Alternative ist kostspielig. Doch auch diese Herausforderung will das bleed-Team annehmen.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Kristoffer Schwetje

Durch den Regen

Auf meiner Tour mit René durch seinen erweiterten Schöneberger Kiez trieben wir uns nicht nur wie die Hafendiebe im Gleisdreieck herum, sondern stromerten auch durch die angrenzenden Straßenschluchten. Aus dem kalten Nachmittag wurde dann auch noch ein naßer, der Himmel öffnete langsam, aber beständig seine Schleusen und ergoß sich über uns. An einem anderen Tag hätten wir vielleicht geflucht, aber für das, was wir noch vorhatten, war es genau richtig. Denn wir könnten THE JACKET und den URBAN OUTDOOR SNEAKER von JECKYBENG auf Herz und Niere respektive Wasserfestigkeit testen. Mit Erfolg.

Lass die Tropfen fallen – dank JECKYBENG

Wie ihr wisst, bin ich großer Fan des Labels meines Nürnberger Freundes Moritz Lorenz. Seit der Gründung von JECKYBENG entwickelt er die Marke Stück für Stück weiter und erweitert seine Produktpalette Schritt für Schritt. Mit THE JACKET fing alles an. Die Urban Outdoor Jacke hat nicht nur den richtigen Schnitt und die exakt passende Länge für eine Jacke, sie schützt mich eben auch gegen Regen und ist ein echter Hingucker. Wind kommt ebenfalls nicht an dem wasserdichten Baumwollstoff vorbei. Selten wurde ich so oft auf ein Kleidungsstück angesprochen und ich möchte THE JACKET nicht mehr missen.
So geht es mir „leider“ mit fast allen Produkten von Mo. Deswegen war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, als er mir letztes Jahr auf der damals noch Ethical Fashion Show benannten grünen Modemesse seinen OUTDOOR SNEAKER zeigte. In Kollaboration mit Novesta produziert er diesen leichten und extrem robusten Sneaker, der wasserfest und atmungsaktiv ist und sich definitiv nicht von einer Berliner Husche beeindrucken lässt. Er besteht aus Naturkautschuk, Baumwolle und Leinen. Sieht man nicht – und das ist gut so. Inklusive Reifenabdrücken rund um die Außensohle, dem Markenzeichen von Novesta.

Natürlich überstand ich den regnerischen Nachmittag ohne einen Tropfen auf Pullover oder Socke. Alles blieb trocken, so wie es eben sein sollte. Wer sich selbst einmal von Moritz tollen Produkten überzeugen möchte, kann im Online Shop stöbern und sich zum Beispiel ins Standard Saubere Sachen nach Neukölln begeben, die ebenfalls große Fans sind. Aus Gründen!

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: René Zieger

Sowohl THE JACKET als auch den OUTDOOR SNEAKER habe ich zur Verfügung gestellt bekommen.

Sei fair zu dir selbst mit „Fair to Myself“

Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Avocado Store seine neue Basic-Unterwäsche-Linie veröffentlicht. Fairtomyself steht nicht nur für ein gesundes Körpergefühl, sondern auch für hohen Tragekomfort und ein Maximum an sanftem Hautgefühl. Die neue „Fair to Myself“-Kollektion entstand in Zusammenarbeit mit dem Unterwäsche-Label comazo|earth. Im Rahmen der Kollektion gibt es neue Fairtrade- und GOTS-zertifizierte Soft-BHs, Slips und Spaghetti-Tops in den Farben Chiantirot und Schwarz. Zudem sind die Produkte mit dem PeTA – approved VEGAN-Siegel versehen.

In der aktuellen Kampagne sind aber nicht nur die neuen Produkte gezeigt, sondern eben auch die Körperkunst der spanischen Künstlerin Cinta Tort Cartró alias Zinteta. Sie unterstützt die #Fairtomyself-Aktion und fördert mit ihrer farbenfrohen Kunst eine positive Einstellung zum weiblichen Körper. „Ich möchte zeigen, dass all unsere Körper verschieden sind, und dass es wichtig ist, auf sich aufzupassen, seinen Körper zu lieben und dass jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit wunderschön ist“, so die Künstlerin.

Glücklicherweise wurden auch wir Männer bei #Fairtomyself nicht vergessen. Ich trage die beiden Boxershorts, die ebenfalls sehr gut verarbeitet sind und ebenfalls einen hohen Tragekomfort haben, sehr gerne. Sie tragen sich gut auf der Haut und haben auch nach mehreren Wäschen immernoch einen guten Sitz und keine Verschleißerscheinungen. Übrigens: Bei jedem Kauf eines Produktes aus der der neuen Kollektion werden 50 Cent an einen Fond vom Deutschen Kinderhilfswerk gespendet, der das Selbstwertgefühl von Mädchen stärken soll.

Der Soft-BH (39,95 €), der Slip im Doppelpack (34,95 €) und das Spaghetti-Top (22,95 €) sowie die Boxer-Shorts im Doppelpack (44,95 €) sind im Avocado Store sowie bei comazo|earth erhältlich.

Dieser Artikel entstand nach einer Testphase mit den Boxershorts aus dieser Kollektion, die mir der Avocado Store kostenfrei zur Verfügung stellte.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Avocado Store

Alter, Manaliso

Meine lieben Freunde von Manaliso haben vor wenigen Wochen ihre neue Kollektion namens alter auf den Markt gebracht. Wie auch in den zurückliegenden Jahren haben sie sich wieder einem neuen Thema verschrieben und dieses konsequent umgesetzt. Dies bedeutet auch: Neues Logo, neue Farben, neue Looks. alter ist demnach zum einen eine Fortführung des Manaliso’schen Weges, zum anderen aber auch etwas ganz Neues geworden.

Die Kollektion würdigt Persönlichkeiten und feiert das runde Jubiläum der 68er-Bewegung. Ein Geist, der bis heute wirkt und in Politik, Gesellschaft und vor allem Kultur Veränderungen herbei geführt hat. „Für uns beschreibt alter den Drang danach, all denen die Stirn zu bieten, die noch immer die Probleme von Fast Fashion kleinreden. alter ist unsere Alternative und unser Anteil an der Veränderung“, so Philipp und Felix, die beiden Gründer von Manaliso. Die Kollektion war seit etwa einem Jahr in der Entwicklung und hat sich seitdem selbst sehr verändert. Was sich aber von Anfang an durchgezogen hat, ist die reduziertere Gestaltung (vor allem im Vergleich zur Kollektion davor), die Highlightfarbe orange und Cord in verschiedensten Varianten. Philipp und Felix verwenden drei verschiedene Cord-Stoffe. Die Schnitte sind überwiegend locker geschnitten und definitiv sehr retro.
Wie immer bei Manaliso finden sich auch kleine Feinheiten in der Verarbeitung oder in den Stoffen. Darüber hinaus hat das Label die Produktrange noch erweitert: Neu im Sortiment sind Socken, Sweatpants und – Premiere – ein Kleid! Die Produkte bestehen wie immer aus Bio-Baumwolle und sind in der Türkei, Portugal und in Deutschland produziert worden. Die Produktionstätten kennen die beiden über Messen und Freunde. Sie haben vorher schon Produktionen mit ihnen gemacht und sich dann letztendlich für diese Unternehmen erneut entschieden. Eine weitere schöne Entwicklung für Manaliso: Das Label hat es geschafft, dieses Mal auf ein Crowdfunding zu verzichten und kann deswegen die Kollektion direkt ausliefern. Beim letzten Mal verging dann doch etwas Zeit zwischen Bestellung und Auslieferung.

Wer Lust hat, die Kollektion näher kennenzulernen, der kann dies seit diesem Winter auch persönlich machen. In der Friedelstraße 39, 12047 Berlin im Eissalon von Fräulein Frost haben Manaliso ihr temporäres Quartier aufgeschlagen. Gemeinsam mit anderen Brands bespielen sie den Laden und zeigen nicht nur die neue Kollektion, sondern auch ausgewählte Highlights aus den zurückliegenden Jahren. Und wer auf einen Plausch vorbeikommt, kann mit etwas Glück auch noch einen leckeren Kaffee abstauben, so wie ich vor einigen Wochen (mehr dazu in meiner Highlight Story auf Instagram).

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Manaliso

Endlich: JAN ‘N JUNE Menswear

Wer diesen Blog schon ein bißchen länger verfolgt, der kennt JAN ‘N JUNE auch schon durch mich. Aber auch ohne diese Zeilen werdet ihr über die Womenswear von Juliana Holtzheimer und Anna Brosinski schon gehört haben, wenn ihr das Ohr am Puls der Eco Fashion habt. Die beiden Hamburgerinnen haben es mit ihrem eigenen Label immer wieder geschafft, nicht nur auf den Modemessen präsent zu sein, sondern auch in dem ein oder anderen Magazin, das nicht ausschließlich der Grünen Mode verschrieben ist. Ihre Kollektionen waren immer spannend und neu – und so war es naheliegend, dass ich mir persönlich natürlich gewünscht habe, Jula und Anna würden sich auch einmal an einer Männerkollektion versuchen. Schönerweise kann ich euch heute genau darüber berichten, nämlich Menswear aus dem Hause JAN ‘N JUNE!


Die erste Kollektion von JAN ‘N JUNE für Männer

Sportiv und schick, schöne Einzelstücke und doch alle  kombinierbar. Jula und Anna haben da eine sehr schöne Premierenkollektion für Männer entwickelt. Minimalistisch, klar und reduziert. Farblich ist es eher ruhig und clean: Navy, weiß, schwarz, grau und ein bisschen petrol als Farbakzent.Auf den ersten Blick sportlich angehaucht, aber eben doch auch schick. Von Kopf bis Fuß kann sich Mann nun in JAN ‘N JUNE kleiden: Vom Beanie und passendem Schal über Shirt und Sweater bis zu feinem Cordhemd, Jacke und toller Lounge Pant.
Wer dann etwa das Cordhemd oder auch den Sweater einmal in Händen hält, stellt fest, dass die verwendeten Materialien und auch die Verarbeitung einfach töfte sind. Als Materialien kommen Organic Cotton, recycelte Baumwolle und Tencel® zum Einsatz. Neben Jersey- und Sweatqualitäten kommen auch Kord, Popeline und Twill zum Einsatz. Gefüttert wird mit recyceltem Polyester aus Plastikflaschen. Gefertigt wird in Polen (im Gegensatz zur Womenswear, die in Portugal hergestellt wird).
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Bitte einmal anziehen: Zwei Highlight Pieces unter der Lupe

Von meiner Begeisterung wussten Anna und Jula natürlich. Demnach freute es mich sehr, als sie mir schrieben, ich solle doch mal einige ausgewählte Teile genauer unter die Lupe nehmen. Nichts lieber als das. Kurz vor der letzten Tour mit René rund um Schöneberg haben wir es uns bei Kaffee und Keksen gemütlich gemacht und uns zwei Highlights aus der Kollektion genauer angesehen. Das Kordhemd namens Ken ist nicht nur optisch ein Blickfang, sondern auch haptisch ganz wunderbar. Der Cord aus 100 Prozent Bio-Baumwolle schimmert herrlich im Licht und fässt sich einfach klasse an. Ein sehr schönes und schickes Hemd, dieser Ken. Sportiver ist da schon Toulon, der lässig geschnittene Sweater für alle Gelegenheiten. Der Rundhals ist enger als bei vergleichbaren Sweatern, schließt dadurch höher und gewinnt für mich dadurch an Individualität. Not your regular sweater, würde ich sagen.

Noch mehr von diesem Hamburger Schick? Gibt es zum einen auf der Website von Jula und Anna und zum anderen Anfang 2019 auch im Blog. Dort präsentiere ich euch ein weiteres Schmankerl aus der Premierenkollektion in einem eigenen Outfit-Post.


Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: JAN ‘N JUNE (Kollektion) & René Zieger (Outfit)