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Sommer

Letztes Jahr war ich auf der Suche nach einem schönen Sweater, kein großer Schnickschnack, am besten einfarbig und gerne schwarz. Fündig wurde ich damals bei Recolution. Das Label von Jan Thelen und Robert Diekmann gibt es bereits seit 2010. Sie produzieren organic, fair and vegan fashion, um es einmal auf den Punkt zu bringen. Der Sweater landete letztes Jahr auch in meinem Ratgeber „Einfach anziehend“ und in dem Zuge nahm ich den Kontakt mit dem Label auf. Auf meine Mail antwortete mir zu meiner Überraschung Wiebke Kaiser, die ich noch von Peppermyntha kannte und die frisch in das Unternehmen gewechselt war. Nach kurzem Austausch war klar, dass wir gerne einmal kooperieren wollen und sie mir einige Styles aus der neuen Kollektion zuschicken. Die Styles sind fresh und zeitgemäß – nur musste ich auf die richtige Gelegenheit warten, um mit René wieder einmal einige Fotos machen zu können. Letzte Woche war es soweit, so dass ich euch heute ein neues Outfit zeigen kann.

Recolution Summer Breeze

Für das sommerliche Outfit habe ich das Basic-Shirt WAVES und die Casual Pants DENIM in dark denim blue miteinander kombiniert. Das Shirt macht sofort gute Laune und fesselt den Betrachter mit der sehr dichten Wellenstruktur. Guckt mir mal etwas länger direkt auf die Brust und ihr wisst, was ich meine. Und das liegt nicht an der GOTS-zertifizierten Bio-Baumwolle oder dem Single Jersey, sondern an diesen tollen Wellen. Die lässige Hose ist aus Chambray, sitzt gut und hat engere weiche Bündchen. Mit dieser Kombination lassen sich warme Sommertage und -abende schon ganz gut aushalten!

Mehr über Recolution findet ihr unter www.recolution.de.

Fotos: René Zieger

Mein neuer Wegbegleiter: Airpaq

Ende März habe ich euch bereits Airpaq vorgestellt, diesen unglaublich gut aussehenden und dabei auch noch ungemein intelligenten Rucksack. Wie, intelligenter Rucksack? Wie soll das denn gehen? Ganz einfach: Für diesen Rucksack wird kein neues Material verwendet. Er besteht aus aussortierten Airbags, verschrotteten Sicherheitsgurten und alten Gurtschlössern. Nachdem ich den Airpaq in den letzten Wochen viel getragen und getestet habe, wurde ich vor allem auf den Airbag-Stoff. „So sieht also ein Airbag aus?“ war die meistgestellte Frage. Ja, so sieht – genauer gesagt – Polyamid 6.6 eingefärbt aus. Der Stoff ist extrem robust und strapazierfähig, die Struktur sieht zudem extrem gut aus. Dazu gesellen sich noch die Gurte selbst in der Rückenpartie sowie das Gurtschloss zum Verschluss des Rucksacks. Ein Hingucker par excellence.

Schwärme ich etwas zu sehr? Gut, das liegt aber wirklich daran, dass ich diesen Rucksack als sehr praktisch empfinde. Für den täglichen Weg zwischen Zuhause, Kinderladen, Arbeit und wieder zurück passt in den Airpaq genau alles hinein, was ich transportieren muss. Maximal 21 Liter, das reicht eben auch für den abendlichen Einkauf, obwohl ich Laptop, Buch und Sachen für eine Tochter dabei habe. Die beiden hinteren Fächer sind übersichtlich, die oberen gezippte Tasche ist sehr praktisch für Geldbeutel und anderen Kleinkram. Versteckt unterhalb des Anschnallers ist noch eine weitere Tasche, in der ich immer meinen schnell greifbaren Schlüssel habe. Durch das Gurtsystem sitzt der Rucksack auch beim Rennradfahren wie eine 1 auf dem Rücken und ist mit 1,2 Kilo auch nicht besonders schwer. Ich möchte den Airpaq auf meinem Rücken zumindest nicht mehr missen!

Mehr über Airpaq unter deutsch.airpaq.de.

Outfit

Fotos: René Zieger

Fairness in einer unfairen Welt – hilft Freiwilligkeit oder nur ein Gesetz?

Der April war ein aufregender Monat im Sinne der fairen Mode. Nicht nur fand Anfang April in München die GreenstyleMUC statt, sondern natürlich gab es auch anlässlich des Jahrestages des Unglücks von Rana Plaza wieder viele Aktionen, inkl. der Großdemonstration THE MOVE der Fashion Revolution. Doch es gab noch zwei weitere Anlässe im zurückliegenden Monat, auf die ich heute eingehen möchte. Beide berühren die Frage, wie Unternehmen dazu gebracht werden können, bei ihren Produkten auf Fairness zu achten. Fairness gegenüber den Menschen, die die Produkte erarbeiten.

Tchibo Stakeholder Dialog „Fairness in unfairen Zeiten – oder das Ende der Nachhaltigkeit?“

Am 3. April lud Tchibo in die Alte Münze Berlin zu einem Stakeholder Dialog ein. Der Einladung folgten hochkarätige Gäste, allen voran der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit Dr. Gerd Müller (CSU), Joschka Fischer (Bundesaußenminister a.D.), Dr. Frank Hoffer (Geschäftsführer der Initiative ACT für existenzsichernde Löhne), Jenny Holdcroft (Assistant General Secretary der Dachgewerkschaft IndustriALL) sowie Marie Nasemann (Fairknallt) und Nanda Bergstein (Tchibo). Sie alle diskutierten mit weiteren Gästen auf dem Podium in zwei Paneln über die Möglichkeiten, wie man in einer an sich recht unfairen Welt Fairness etablieren kann. Am 1. April hatte das Auswärtige Amt die nächste Phase bei der Umsetzung des „Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ (NAP) eingeleitet. Geplant ist seit längerem die Durchführung einer Befragung, in der es um die Frage geht, ob für die Einhaltung und den Schutz der Menschenrechte in der Wirtschaft eine Selbstverpflichtung von Unternehmen ausreicht oder nicht viel mehr eine gesetzlich vorgeschriebenen Sorgfaltspflicht implementiert werden müsste.

Minister Müller setzt dabei mit seinem nachhaltigen Textilbündnis – das Bündnis ist eine Partnerschaft von etwa 130 Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften und Standardorganisationen sowie der deutschen Bundesregierung – auf den Faktor „Freiwilligkeit“. In den Gesprächen versprühte er eine große Zuversicht, dass sich ausreichend Unternehmen freiwillig dem Bündnis anschließen und damit auch die noch nicht final definierten Richtlinien des Grünen Knopfes akzeptieren – einem neuen und vor der Einführung stehenden Meta-Siegels. Dieses soll Verbraucherinnen und Verbrauchern klar machen: Dieses Kleidungsstück kannst du bedenkenlos kaufen, da dies fair, sozial und aus biologischen Materialien hergestellt wurde.

Ziehen genügend Unternehmen mit, wenn sie dazu nicht gesetzlich gezwungen werden?

Diesen Ansatz zog Thomas Linemayr (Vorsitzender der Geschäftsführung von Tchibo) in Zweifel und merkte an: Tchibo gehe seit Jahren aus eigener Motivation in Sachen fairem Handel voran, doch nur wenige weitere Unternehmen zögen mit. Und das hat auf Dauer handfeste wirtschaftliche Nachteile, auch für ein Unternehmen wie Tchibo. Deswegen müsste eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen her, um sie nicht nur bei klaren Verstößen gegen die Menschenrechte gesetzlich belangen zu können. Damit lag er auf einer Linie mit Jenny Holdcroft, Marie Nasemann und auch weiteren Gästen im Publikum wie Pola Fendel (ehemals Kleiderei).

#fairbylaw-Petition für unternehmerische Sorgfaltspflicht per Gesetz!


Diesem Ziel hat sich auch Lisa Jaspers verschrieben. Ihrem Label Folkdays widmete ich 2014 einen meiner ersten Hausbesuche. Sie fordert bereits zum zweiten Mail im Rahmen einer Petition eine klare gesetzliche Regelung und legte in diesem Jahr noch einmal nach. Fast 150.000 Menschen hat sie bereits mit ihrer Petition auf change.org überzeugt, auch mich. Denn: Rana Plaza jährt sich bereits zum sechsten Mal, aber an den grundsätzlichen wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten, die eine solche Katastrophe hätten verhindern können, hat sich nahezu nichts geändert. Deswegen braucht Deutschland nach vielen Jahren der erfolglosen Versuche eine gesetzliche Regelung, die eine unternehmerische Sorgfaltspflicht international ausweitet. Immernoch ist es schwer, deutsche Unternehmen für unfaire Praktiken in ihren eigenen Lieferketten verantwortlich zu machen.

Kann Frankreich als gutes Beispiel für Deutschland dienen?

Die meisten europäischen Regierungen setzen lediglich auf freiwilliges unternehmerisches Engagement, auch die deutsche Regierung. Ein gutes Beispiel könnte hier Frankreich sein. Das neue französische Gesetz verpflichtet große französische Unternehmen dazu, mit angemessenen Maßnahmen Menschenrechts- und Umweltrisiken zu identifizieren und diesen vorzubeugen, sowie öffentlich Rechenschaft darüber abzulegen – inkl. einer Haftbarkeit bei Verstößen und konkreten Vergehen. Fast 150.000 Menschen teilen die Einschätzung, dass dies der richtige Weg nach Rana Plaza ist und haben die Petition bereits unterschreiben.

Zeig‘ auch Du öffentlich deine Meinung auf change.org.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Tchibo / Lisa Japspers

Wie lange brauchen wir noch die Fashion Revolution?

Während der diesjährigen Fashion Revolution Week weile ich an der Nordsee und mache Urlaub. Meine Ratgeber-Kollegin Kirsten Brodde ist auf der Conférence „Rethink your clothes“ in Luxemburg und viele viele Blogger-Kolleginnen (und -Kollegen) machen in diesen Tagen viel Lärm auf Instagram unter dem Hashtag #fashrev bzw. #whomademyclothes. Einige von ihnen gehen auch in Berlin, Hamburg und anderswo auf die Straße, um sich für bessere Bedingungen in der Modeindustrie auszusprechen. Doch wie lange brauchen wir diese Fashion Revolution, die in ihr 6. Jahr geht, eigentlich noch?

Für was steht die Fashion Revolution überhaupt? Die Tragödie von Rana Plaza 2013

Alles dreht sich für uns Slow Fashion Enthusiasten und Unterstützer um „Rana Plaza“ – das Schandmal der modernen Modeindustrie, der Fast Fashion Industrie. Beim Einsturz der Textilfabrik in der Hauptstadt Dhaka starben am 24. April 2013 über 1.100 Menschen in Bangladesch, weitere Tausende wurden verletzt. Die Fashion Revolution Week gedenkt den Opfern dieses Unglücks, erinnert aber auch daran, dass die Mehrheit der Menschen, die unsere Kleidung produzieren, nach wie vor in Armut lebt. Die Fashion Revolution Bewegung hat das Ziel, das zu ändern und fordert mehr Transparenz in der Herstellung unserer Klamotten sowie eine gerechtere Verteilung in der Modeindustrie.

Es fühlt sich gut an, Teil einer Bewegung zu sein. Doch das darf nicht alles sein!

Immer wieder bin ich davon fasziniert, was unsere Green Fashion Szene auf die Beine stellt. Ob Veranstaltungen vor Ort in zahlreiche Städten Deutschlands, viele Statements in den Sozialen Netzwerken, leidenschaftliche Diskussionen über halbherzig gemeinte Kooperationen mit Modegiganten (lieben Gruß an dieser Stelle an Lena und Sara) oder Selfies mit verkehrt herum getragenen Kleidungsstücken verbunden mit der Frage „Who made my clothes?“ – es passiert auch 6 Jahre nach Rana Plaza viel rund um diese Fashion Revolution. Es fühlt sich gut an, Teil dieser Bewegung zu sein, denn: Sie will Gutes bewirken.

  • Wir wollen es schaffen, der Fast Fashion den Spiegel vorzuhalten und den Konsumentinnen und Konsumenten vorzuführen, was sie alles mit einkaufen, wenn sie bei h&m, Zara, Primark und Co. einkaufen.
  • Wir wollen es schaffen, die Alternativen zu Fast Fashion sichtbarer zu machen – ob nun neue Slow Fashion, Secondhand, Vintage oder Upcycling.
  • Wir wollen, dass die Mode zum Standard wird, die Mensch und Umwelt achtet und dabei auch noch stylisch ist und zu dem individuellen Geschmack und Lebensgefühl passt.

Wie lange müssen wir noch kämpfen? Wann endet die Fashion Revolution mit einem Erfolg?

Auf der GreenstyleMUC Anfang April meinte Thimo Schwenzfeier, seines Zeichens für die Messe Frankfurt für die NEONYT verantwortlich, dass er davon ausgeht, die Fast Fashion bis 2030 in die Knie gezwungen zu haben. 2030 soll also Slow Fashion und seine Alternativen der Standard, die Fast Fashion gänzlich (und zu Recht) geächtet worden sein. Eine Utopie, so die einhellige Meinung der meisten Zuhörerinnen und Zuhörer, die raunten. Ich raunte mit. Thimo kennt diese Reaktion bereits, tätigt diese Aussage aber nicht der Sensation oder Diskussion wegen. Es geht ihm um ein Ziel, eine Marke, die wir erreichen wollen. So wie die NEONYT die größte Messe für Mode mit den besten inneren Werten werden soll, so muss auch Slow Fashion den Massenmarkt erreichen, um wirklich eine Konkurrenz sein zu können. Schaffen wir das in den nächsten 11 Jahren? Haben wir überhaupt noch so viel Zeit? Müssten wir uns nicht ambitioniertere Ziele setzen?

Lasst es euch gesagt sein: Weniger ist das neue Schwarz!

Eines muss uns bewusst sein: Wenn wir wie bisher konsumieren, fahren wir unsere Umwelt nicht nur gegen die Wand, sondern stoßen mit Vollgas durch diese Wand. Es gibt keine Alternative zu einem „Weniger“ in Sachen Konsum. Geht das mit unserer aktuellen Gesellschaftsform? Geht das mit Unternehmen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nur dann bewusst sind, wenn sie mit Arbeitsplatzverlusten drohen? Geht das mit einer Regierung, die sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich nicht mehr zusammen regieren zu müssen? Klare Antwort: Ja, es muss gehen. Wir haben – noch einmal – keine Alternative dazu!

Ich wünsche mir demnach, dass wir

  • viel bewusster konsumieren,
  • viel weniger einkaufen,
  • vieles länger benutzen,
  • viel häufiger Dinge reparieren,
  • viel mehr untereinander tauschen oder verleihen,
  • viel mehr auf unser eigenes Wohlbefinden achten und
  • viel häufiger zu Entwicklung „Nein“ sagen, wenn sie nicht gut für uns sind.

Auch wenn es die Modeindustrie nicht gerne hören wird: Es ist Zeit für #byebyefastfashion!

Die Modeindustrie steht wie viele andere Industrien vor großen Veränderungen. Auch in ihr sind Stimmen zu hören, die vor wenigen Jahren noch in der Automobilindustrie und bei Öl-Multis zu hören waren: Ohne dies geht es nicht, die Konsumenten wollten doch aber dies und das. Doch es wird anders kommen, seid euch sicher. Lasst euch nicht mehr durch gut gemachte Werbung und schlecht gedachte Kooperationen blenden. Geht für das Gute auf die Straße und denkt nicht nur eure Meinung, sondern äußert sie auch. Es ist Zeit für #byebyefastfashion!

Meine Top 5 – Unterwäsche für Männer

Die derzeitigen frühlingshaften Temperaturen möchte ich nutzen, um über ein wichtiges Thema zu schreiben: Unterwäsche. Nicht nur bei unserer Oberbekleidung sollten wir auf gute Materialien achten, die zu fairen und sozialen Bedingungen hergestellt werden. Sondern natürlich auch bei unserer Unterwäsche. Gefühlt sind Frauen für diese schon deutlich stärker sensibilisiert, bei Männern muss man hier noch auf Aufklärungsarbeit leisten. Und im Gegensatz zu meiner Top 10 der Unterwäsche für Frauen habe ich in diesem Artikel nur 5 Marken vermerkt, die ich euch empfehlen kann. Insgeheim hoffe ich, dass sich auch weitere Marken dazu bewegen lassen, Männerunterwäsche unter den besten Bedingungen und mit den besten und/oder nachhaltigsten Materialien herzustellen.

1 / erlich Textil

erlich Textil ist das Label von Sarah Grohé und Benjamin Sadler mit Sitz in Köln. Mit ihrer Unterwäsche für Männer und Frauen haben sie eine hochwertige Alternative auf den Markt gebracht. Zwar erst einige wenige Jahre alt, vertrauen sie auf die Qualität und Erfahrung eines familiengeführten Herstellers auf der Schwäbischen Alb – mit schon 100-jähriger Tradition. Aus eigener Erfahrung kann ich die Unterhosen von erlich Textil sehr empfehlen.

2 / VATTER

Seit 2015 verfolge ich den umtriebigen Thomas Vatter und sein Team von VATTER aus München. Sukzessive haben sich sich unter dem Motto „Cotton with Attitude“ weiterentwickelt und produzieren nicht weniger als meine heimlichen Favoriten, wenn es um Boxer Briefs und Trunk Shorts geht. Ganz im Stile Denis Schecks: „Also vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue, und tragen Sie Unterwäsche für Männer von VATTER!“

3 / soki Kassel

Was Mann alles tragen kann, zeigt soki Kassel. Alte aber nicht minder gute Bettwäsche sammeln Kira Kimm und Sophie Roscher ein und machen aus diesen Boxershots. Nicht nur irgendwelche Boxershorts, sondern Unikate, die eine Reminiszenz an die Beständigkeit und den Stil der Vergangenheit sind, und durch das Upcycling auch im Hier und Jetzt perfekt verortet wurden. Klasse Idee, tolle Umsetzung!

4 / The White Briefs

Puristisch und minimalistisch, ohne viel Klimbim und Chi-Chi – The White Briefs aus Schweden sind mein Evergreen. Ich widmete dem Label einen meiner ersten Posts 2013 und freute mich sehr über die Einsichten, die mir Peter Simonsson in unserem Interview über seine Marke und die Green Fashion Szene von damals erzählen konnte. Auch 2019 ist das Label in Sachen Verarbeitung, Style und Materialqualität bei Unterwäsche für Männer eine Klasse für sich.

5 / Avocadostore x comazo|earth

Ende letzten Jahres zeigte der Avocado Store seiner erste eigene Unterwäschelinie. Gemeinsam mit comazo|earth wollen sie, dass wir mit „Fair to myself“ auf unseren Körper hören und uns so akzeptieren, wie wir nun einmal sind. Eine Ende mit dem #Bodyshaming, das nicht nur Frauen betrifft, sondern auch unter Männer verbreitet ist und äußerst selten thematisiert wird. Ein wichtiges Thema, und gute Buxen für uns Männer.

Text: Alf-Tobias Zahn

Meine Top 10 – Unterwäsche für Frauen

Jedes Jahr schreibe ich über Unterwäsche für Frauen. Ich stelle neue Labels vor oder schreibe über aktuelle Kollektionen. Das brachte mir nicht nur halb-süffisante Kommentare von männlichen Freunden ein, sondern auch den ein oder anderen Kommentar von weiblichen Bloggern. Zu meiner Verwunderung, denn ganz ehrlich: Macht euch mal locker, meine Lieben. Auch Männer sollten im Jahr 2019 über Unterwäsche für Frauen schreiben dürfen, ohne gleich in einen semi-frivolen Kontext gezogen zu werden. Da ich mich mit dem Thema also schon länger auseinandersetze, folgt hier und heute meine Auswahl der 10 tollsten Brands, die Unterwäsche für Frauen machen.

1 / Coco Malou

Meine Neuentdeckung aus dem letzten Jahr, als Bloggerin Corinna Borucki sich nicht nur dazu entschied, von der Freiberuflichkeit direkt in die Unternehmerschaft zu wechseln, sondern sich auch gleich an das nicht minder schwere Thema zu wagen, Unterwäsche für Frauen zu machen. Danke eines erfolgreichen Crowdfundings gibt es jetzt also Coco Malou. Mit ihrem Label macht Corinna seidenweiche, feminine Unterwäsche und stellt dabei #Bodypositivity in den Mittelpunkt. Ein starkes Debüt.

2 / LOVJOI Intimates

Erst seit wenigen Tagen online verfügbar, schlug die erste Unterwäschelinie namens Intimates von LOVJOI ein wie eine Bombe. Das Team rund um Gründerin Verena Paul-Benz hat richtig geklotzt und eine wunderbare Bandbreite an Slips, BHs, Bras und Nighties entworfen. Wie auch schon doe Vergangenheit gezeigt hat, wird auch sicherlich diese Kollektionen glänzen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Auftakt!

3 / AIKYOU

Die „Lingerie brand for small busts“ ist schon seit Anbeginn dieses Blogs eine feste Größe. AIKYOU ist die Marke für BHs für kleine Größen. Zeitlos, feminin und äußerst hochwertig verarbeitet erschaffen Bianca Renninger und Gabriele Meinl seit 2011 immer wieder tolle Unterwäsche für Frauen.

4 / Tizz and Tonic

Achtung, Farbexplosion! Das norddeutsche-kanadische Label von Imke Hanscomb und ihrer Schwester Yanna knallte Anfang 2018 durch meine Blogosphäre. Nachhaltig positiv überraschend feiert Tizz and Tonic Farben und Formen. Ob klassisch einfarbig und allover gedruckt ist den beiden Schwestern eigentlich egal – Hauptsache, es macht Spaß und gibt Selbstvertrauen!

5 / Reformation

Die Avantgarde aus den USA ist jetzt auch in das Unterwäsche-Bizz eingestiegen. Reformation ist eine der Vorzeigelabels, wenn es um Zeitgeistiges Modedesign und ressourcenschonenden Umgang mit Materialien geht. Was wie ein Ungetüm klingt, ist eigentlich nichts anderes, als Green Fashion als den Standard in der Modeindustrie zu etablieren. Das macht das Label unnachahmlich gut und schafft damit als eine der wenigen aus der Slow Fashion Szene eine Brücke zur hyperaktuellen Fast Fashion und deren Käuferinnen.

6 / erlich Textil

Wie auch schon bei den Männern hat sich erlich Textil auch bei den Frauen sehr schnell als Label für Unterwäsche für Frauen etabliert. Natürlich gilt auch für diese, dass die Unterwäsche nicht nur schön aussieht, sondern auch schön produziert wurde. Und mit „schön“ meine ich natürlich fair, sozial und bio.

7 / Woron

Ein weiteres Geschwisterpaar macht Unterwäsche einfach besser: Anya und Arina Woron mit ihren gleichnamigen Label WORON. Sie selbst bezeichnen sich im Interview als Slow Fashion Brand, entwerfen sie doch eher wenige neue Kollektionen, sondern ergänzen ihre bestehende Produktpalette nuanciert. Gemein ist den Kopenhagerinnen, dass auch sie auf zeitloses und minimalistisches Design setzen.

8 / VATTER

VATTER ist nicht nur was für Männer (aber auch, siehe meine Top 5 der Unterwäsche für Männer), sondern richtet sich explizit auch an die Damenwelt. Auch hier haben Thomas und sein Team eine große Bandbreite an unterschiedlichen Styles, die sich – wie ich mir sagen ließ – sehr gut tragen lassen. Gutes Aussehen ist ja eh inbegriffen.

9 / Made by Noemi

Eigentlich müsste das Label Made by Noemi Ivanova heißen, doch die Gründern entschied sich dafür, ihren Nachnamen schlicht zu streichen. 2004, als Alternative zu den damals in Schweden vorherrschenden Push-Ups und G-Strings gegründet, hat Noemi Ivanova ihr Label sukzessive aufgebaut. Ihr Ziel ist es, die Grenze zwischen Lingerie, Unterwäsche und Sportswear verschwimmen zu lassen. Eine große Herausforderung, der sich Noemi Tag für Tag stellt.

10 / Underprotection

Swimwear, Loungewear, Lingerie – die dänische Marke Underprotection setzt stilistische Ausrufezeichen. Gerne klassisch, aber eben auch gerne farbenfroh. Mit deutlichen Akzenten, dass Unterwäsche für Frauen beileibe nicht langweilig sein muss. Dafür steht Sunniva Uggerby und ihr Team seit 2010 und durfte dafür auch schon den ELLE Style Awards in der Kategorie „CSR“ entgegennehmen.


Auf etwaige Kommentare bin ich vorbereitet und verweise in dem Kontext auch gerne auf meine Top 5 für Männer.

Text: Alf-Tobias Zahn

Das Recht, sich zu waschen – der GoBanyo Duschbus

Kaum zu glauben, aber leider wahr: Nicht jeder Mensch in Deutschland hat die Chance, sich regelmäßig zu waschen. Dies betrifft vor allem Menschen ohne Obdach, die sehr häufig Tage und Nächte auf der Straße verbringen müssen. Hier will GoBanyo Abhilfe leisten. Über Crowdfunding will das Kollektiv aus gemeinnützigen Organisationen rund um Buchautor Dominik Bloh einen Duschbus ins Leben rufen. Dieser soll mit einzelnen Badezimmern ausgestattet sein, Hygiene- und Pflegemittel beherbegen und frische Kleidung zur Verfügung stellen.

Die Idee ist schnell skizziert, doch wie soll das im Alltag aussehen? Dominik Bloh hat selbst auf der Straße gelebt und weiß deswegen aus eigener Erfahrung, dass tage- oder sogar wochenlang ungewaschen durch die Straßen zu ziehen, Spuren hinterlässt. „Nicht nur auf der Haut oder den Klamotten, sondern auch auf der Seele. Wenn man immer nur als dreckig wahrgenommen wird, hält man sich selber für Dreck. Die Möglichkeit einer Dusche reinigt nicht nur den Körper, sondern auch das eigene Befinden“, so Dominik.

GoBanyo will nicht nur helfen, sondern auch motivieren

Hinter dem Bus, der von der Hamburger Hochbahn AG gespendet wurde und im Sommer mit dem Geld aus dem Crowdfunding ausgebaut werden soll, steckt aber noch mehr. „Das Ziel ist, Obdachlose zum nächsten Schritt zu motivieren. Wer dreckig ist, vermeidet den Kontakt zu anderen Menschen. Geht nicht mehr zum Amt, stellt sich in keine Schlange zur Wohnungsbesichtigung. Die Scham ist einfach zu groß und der Teufelskreis zu stark. Dafür möchten wir mit dem mobilen Duschbus eine Lösung schaffen. Unser Angebot richtet sich an alle Menschen, die auf der Straße leben oder in Wohnungssituationen ohne fließendes Wasser“, so der Initiator von GoBanyo.

Das GoBanyo-Team rund um Dominik Bloh (2.v.l.) ® Julia Schwendner

Wofür wird das Geld eingesetzt?

Für den Umbau des Busses (140.000 Euro) und den Betrieb im Laufe der ersten 12 Monate (60.000 Euro) werden insgesamt 200.000 Euro benötigt. Mit diesem Geld kann der GoBanyo Duschbus an drei Wochentagen für je fünf Stunden betrieben werden. Das entspricht ca. 8.000 Duschen pro Jahr. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr das Projekt unterstützt und GoBanyo auf die Straßen Hamburgs losgelassen werden kann. Ich erhoffe mir dadurch nicht nur die skizzierte deutliche Verbesserung der hygienischen Situation rund um Menschen, die obdachlos sind. Ich erhoffe mir auch eine Signalwirkung, dass auch in anderen Städten diese Problematik thematisiert und angegangen wird. Dafür kann GoBanyo der Startschuß sein.

Projekt unterstützen

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: GoBanyo / Julia Schwendner

Schnallt euch an – Airpaq ist da

Früher Lebensretter, jetzt Tragehilfe – auf diese Losung könnte man das Vorhaben von Airpaq verkürzen. Das Kölner Label hat es sich zur Aufgabe gemacht, Autoschrott wiederzuverwerten. Sie arbeiten mit Gurt, Airbags und den Gurtverschlüssen. Daraus entstand ein Rucksack und ein klassischer Beutel – Upcycling, wie es in jedem Lehrbuch stehen sollte!

Vom Studentenprojekt über die Crowdfunding-Kampagne zum Rucksack-Label. Seit 2017 upcycelt Airpaq und schenkt aussortierten Airbags, verschrotteten Sicherheitsgurten und alten Gurtschlössern ein neues Leben. Angefangen hat alles mit dem Rolltop-Rucksack. Dieser zeichnet sich – wie viele Rucksäcke in den letzten Jahren – durch minimalistisches Design und maximale Funktionalität kombiniert. Das Alleinstellungsmerkmal: Keine Komponente des Rucksacks musste neu produziert werden! Für die Herstellung benötigt man in etwa das Material aus einem Auto: zwei ausrangierte Airbags, vier Sicherheitsgurte und ein Gurtschloss.

Nach dem Airpaq kam der BAQ

Ende 2018 ging es mit dem zweiten Produkt weiter: dem Beutel. Inspiriert wurden die Airpaq-Gründer – unschwer zu erkennen – von klassischen Turnbeuteln mit Kordelzug. Ziel war es, einen Beutel zu entwerfen, der sich anfühlt und trägt wie ein hochwertiger Rucksack, aber zugleich die Vorteile des leichten und praktischen Beutels genießt. Genauso wie die Airpaq-Rucksäcke besteht auch der BAQ aus eingefärbten Airbags und Sicherheitsgurten. Gerade das verwendete Material verleiht Stabilität in der täglichen Benutzung. Übrigens: Statt Kordeln wird beim BAQ hochwertiges Flachband verwendet, durch das die Tragelänge individuell angepasst werden kann.

Auf der Website des Labels können Beutel und Rucksack direkt bestellt werden. Der BAQ kostet 59,00 EUR, der Airpaq zwischen 149,00 EUR und 159,00 EUR. Beide Produkte sind in verschiedenen Farben erhältlich.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Airpaq

Im Zuge dieser Vorstellung wurde mir von Airpag ein Rucksack zum Testen zur Verfügung gestellt.

Wandern im Harz – Hanno auf dem Harzer Hexenstieg

Wenn mein Kopf voll ist, ziehe ich mir Laufschuhe an und jogge um die Alster. Dabei sortieren sich meine Gedanken und was mich belastet, kommt mir leichter und weniger wichtig vor. Dasselbe passiert beim Wandern. Nach wenigen Stunden an der freien Luft, merke ich wie mein Körper seinen eigenen Rhythmus wiederfindet. Wie Atem, Bewegung und Herzschlag zusammen pulsieren und mein Kopf aufhört sich im Kreis zu drehen. Nach mehreren Tagen sehe ich Problem gelassener und trotz Erschöpfung fühle ich mich erholt.

Die Abenteuer vor der eigenen Haustüre

Ich kenne viele, die bei Naturerlebnissen an Kanada denken, an Island und Neuseeland. Dabei gibt es wunderschöne Ecken direkt vor der Haustür, in Europa. Wer mit dem Zug anreist, tut zum einen was für den Klimaschutz – ein Flug nach Neuseeland verursacht über 13 Tonnen CO2, also die sechsfache Menge eines nachhaltigen CO2-Jahresbudgets. Zum anderen stellt sich der Kopf über eine entschleunigte Anreise auf das Wandern ein.

Als ich im Spätsommer ein paar Tage frei hatte, bin ich in den Harz gefahren. Ich war noch nie da, aber aus Hamburg kann ich mit dem Zug bequem anreisen und es gibt genug Strecken, die ich in drei Tagen wandern kann. Ich habe mir den Harzer Hexenstieg rausgesucht, ein insgesamt 94 Kilometer langer Weg zwischen Osterode und Thale über den Brocken. Zwar sind dreißig Kilometer Tagesstrecke viel – wer noch nicht wandern war, fängt besser mit rund 15 Kilometer an, aber ich hatte einen leichten Rucksack und war alleine unterwegs. Außerdem wollte ich mich erschöpft.

Durch die meisten Wandergebiete kann man auf verschiedene Weise navigieren. Es gibt Karten, meistens sehr gute Webseiten und immer häufiger, meist weniger gute Apps. Oft reicht Goolge Maps, denn die Weg selbst sind an allen Gabelungen durch spezielle, leicht zu erkennende Symbole gekennzeichnet – in meinem Fall eine Hexe auf einem Besen. Das macht das Wandern bequem. Ich hatte trotzdem eine Karte gekauft, weil ich Karten liebe und ohne mobilem Internet wandere. Zwar höre ich beim Laufen Hörbücher und Podcast, die lade ich mir aber vorher runter.

Der Harzer Hexenstieg

Die erste von drei meiner Etappen ab Osterode führt an Seen vorbei und an Skiliften, die im Sommer skurril antik wirken. An Wegrändern stehen Blau- und Himbeerbüsche. Ich laufe auf großen Waldwegen und kleinen Pfaden, die unter Bäumen durchführen. Baufällarbeiten lassen den Wald intensiv nach Nadelölen duften. In diesem Teil der Strecke gibt es nur Fichten. Einen großen Teil der Strecke laufe ich entlang der teils über 800 Jahre alten Wasserwege, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Sie dienten dem Betrieb der Erzförderung in der Region und sind zusammen über 300 Kilometer lang. Das schönste Erlebnis ist die Wolfwarte bei Sonnenuntergang kurz vor meinem ersten Nachtquartier Torfhaus. Ein paar schroffe Felsen mit Panorama-Blick über die Baumspitzen. Absolute Stille und ein kilometerweiter Blick über blasser werdende Hügelketten. Nur weil ein Teilabschnitt gesperrt war, bin ich überhaupt hier vorbei gekommen. Das passiert beim Wandern immer wieder: Nicht die Stationen der Reiseführer, sondern zufälligen Erlebnisse bleiben als Erinnerungen.

Der zweite Tag, über den Brocken ist wenig spektakulär. Vielleicht liegt es daran, dass es sich für mich seltsam anfühlt, zunächst alleine zu Wandern und dann auf dem Brocken auf so viele Menschen zu stoßen. Die alten Eisenbahnen, alles wirkt wie Spielzeug aus in einem Miniaturwunderland. Kaum zu glauben, dass hier mal eine Grenze war.

Im letzten Abschnitt von Königshütte nach Thale verändert sich die Landschaft dafür um so mehr. Zum Guten. Mischwald ersetzt Fichten und ich komme an viele Stauseen vorbei. Viele Hölen und Minen sind Relikte alter Bergbautätigkeiten; die meisten sind verschlossen, einige kann man besichtigen. Kurz vor Thale habe ich das Gefühl irgendwo anders zu sein. Vielleicht Kanada. Steile Felsklippen, ein rauschender Fluss und bunte Bäume. Fast ständig halte ich an und mache Fotos. So intensiv sind die Farben und Geräusche.

Ein weiteres von vielen Abenteuern

Ich bin kein Wanderfreak, aber ich war schon in verschiedenen Ecken Europas. In Frankreich und England, in Schweden war ich paddeln. Vieles will ich noch sehen. Ich mag Strecken die nicht zu überfüllt sind. Manchmal liegt das aber auch an der Jahreszeit. Der Harzer Hexenstieg ist ideal für Menschen, die einen Mix aus Attraktionen und Natur suchen. Oder für Menschen, wie ich, die ein paar Tage Zeit haben und gerne viel laufen. Meistens kann man anderen Menschen aus dem Weg gehen. Es gibt Regionen mit mehr Abwechslung als den Harz, aber die vielen Möglichkeiten und die einfache Erreichbarkeit sind ein Plus für alle, die Wandern ausprobieren wollen oder nicht so viel Zeit haben. Mich hat auch gefreut, dass ich auf der Strecke neue Freunde kennen gelernt habe, Tina und Chris, mit denen ich einen großen Teil der Strecke gelaufen bin und sehr gute Gespräche geführt habe.

In unserer neuen Reihe „begleiten wir Hanno ab sofort bei seinen Outdoor-Aktivitäten und zeigen euch tolle und abwechslungsreiche Möglichkeiten „um die Ecke“, neue Abenteuer entdecken zu können.

Unterstützt diesen Sneaker – er hat es verdient!

Das muss man erst einmal schaffen: In nicht einmal 24 Stunden hat bleed sein Fundingziel für den ECO⁴Sneaker erreicht! Doch das Eco Label aus dem wunderbaren Helmbrechts will natürlich mehr – und braucht dabei eure Unterstützung. Sie wollen, dass ihr Sneaker aus recycelten Materialien, frei von giftigen Chemikalien und Tierleid, der also 100% vegan und fair ist, noch weitere Liebhaber finden wird. Warum das durchaus Sinn macht, erkläre ich euch in diesem Beitrag.

#walkingwithoutfootprints mit dem ECO⁴Sneaker von bleed

Auf der NEONYT im Januar gaben mir Label-Chef Michael Spitzbarth und Fotograf Kristoffer Schwetje eine Einführung in den ersten Sneaker, den bleed per Crowdfundig auf den Markt bringen wird. Er ist vegan, handgefertigt in Portugal, zertifiziert klimaneutral und besteht aus recycelten Materialien. Michael und sein bleed-Team haben sich viele Gedanken gemacht, wie denn nun der optimale Sneaker – zum Beispiel zum Skaten – aussehen soll. Der Tragekomfort ist bei meinem Testlauf extrem hoch. Man schlüpft hinein und fühlt sich direkt wohl. Das liegt unter anderem an der herausnehmbare Einlegesohle aus Kork, recyceltem PET und alten Autoreifen, aber vor allem an einem vorhandenen Fußbett. Die griffige Sohle aus alten Autoreifen und Naturkautschuk gibt den richtigen Grip und das Außenmaterial aus 75% Textilresten und 25% Recycling PET sieht in der Graphite Grey Standard Edition, die ich tragen konnte, extrem nice aus, wie die Rethinknation Boys sagen würden.
Doch warum wolltest du unbedingt einen Sneaker machen, fragte ich Michael. Er schmunzelte und meinte, er stelle sich gerne neuen Herausforderungen. Das glaubte ich ihm sofort. „Mit dem ECO⁴Sneaker beweisen wir, dass Nachhaltigkeit in der Schuhproduktion nicht in Konflikt mit Funktionalität und Design steht. Die konventionelle Schuhherstellung schadet Tier, Mensch und Umwelt. Wir wollen jedoch mit diesem Projekt zeigen, dass es möglich ist, einen Sneaker zu erschaffen, der dem Wunsch nach ökologischem Konsum gerecht wird, ohne dabei Abstriche in Design und Funktionalität machen zu müssen. Wir garantieren faire Arbeitsbedingungen, verwenden giftfreie, recycelte Materialien und setzen auf eine nachhaltige Produktionskette Wert.“ Und das in einem zeitlosen Design, das den Sneaker auch noch in einigen Jahren fresh aussehen lassen wird.

Die Idee kommt an, die erste Fundingschwelle von 15.000 EUR wurde auf Startnext locker genommen. 340 Unterstützer wurden bereits gefunden. Doch was kommt jetzt noch? Das Label hat sich hohe Ziele gesetzt, möchte insgesamt 100.000 EUR einnehmen. Damit könnte bleed ein weiteres Highlight setzen und individualisierte Schnürsenkel mit einer Endkappe aus recyceltem Metall produzieren lassen. Kaum zu glauben, aber wahr: Diese Endkappen gibt es nicht einfach so in Bio-Qualität, die Alternative ist kostspielig. Doch auch diese Herausforderung will das bleed-Team annehmen.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Kristoffer Schwetje