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Unterwäsche für Männer? VATTER!

Blickt man in die modische Geschichte der Unterwäsche zurück, erkennt man(n) vor allem eines: Es ging eigentlich immer um Unterwäsche für Frauen. Diese Geschichte beginnt bereits 13. Jahrhundert mit den als Lingères bezeichneten Wäsche- und Weißzeughändlern (mehr dazu bei Ulrike Brünnet) und dreht sich natürlich nicht nur um Höschen und BHs, sondern auch um Mieder und vieles mehr. Und wie sieht es bei den Herren aus? Thomas Delekat attestiert der männlichen Unterhose, lange Zeit eine lächerlich, peinliche Sache gewesen zu sein. Richtig ist: Wir haben seit einigen Jahren doch eine stattliche Anzahl an Marken, die sich auch um Unterwäsche für Männer kümmern und immer mehr Auswahl anbieten, auch im öko/fairen Bereich. Dazu zählt für mich seit Anbeginn des Markenlaunchs natürlich auch VATTER Fashion aus München.

Das Unterwäschelabel von Thomas Vatter und Marcus Faulwasser hat für dieses Jahr seine Kollektion noch einmal deutlich erweitert. Neben den Klassikern wie u. a. Boxer Brief und Boxer Short gibt es bei VATTER nicht nur Unterwäsche für Männer, sondern eben auch Tough Tony, Basic Bob und Tender Ted. Was es mit den Namen auf sich hat? So hat das Label seine Tanktops, T-Shirts und Longsleeves genannt. Von Tough Tony und Basic Bob durfte ich mich bereits persönlich überzeugen – und bin sehr überzeugt von der neuen Erweiterung. Während das Tanktop ein klassisches Kleidungsstück für Untendrunter ist, unterscheidet sich das T-Shirt nicht von anderen T-Shirts auf dem Markt, die nicht für die Nacht gedacht sind. Umso schöner eigentlich, dass Basic Bob jetzt ein regelmäßiger Begleiter meinerseits ist – ob nun am Tage oder in der Nacht (dazu mehr in einem der nächsten Outfits). Ebenfalls gut finde ich das sehr dezente Labeling von VATTER: Bei Basic Bob ziert nur ein dezentes V im selben Farbton das T-Shirt am unteren Saum.

Auch wenn es in diesem Artikel vornehmlich um Männerunterwäsche gehen soll, möchte ich euch natürlich nicht unterschlagen, dass VATTER seine Range an Unterwäsche nicht nur für Männer erweitert hat, sondern auch für Frauen. Neben den Klassikern wie u. a. Boy Short oder Bikini Slip gibt es jetzt auch Tanktops, T-Shirts, Longsleeves sowie den Triangle Bra „Fine Frida“ und das Bustier „Peppy Paula“.

Damit positioniert sich VATTER noch nachdrücklicher als vollwertige Unterwäschemarke, die „Bio-Unterwäsche eben in sexy“ machen möchte – wie Tom mir im Interview erläuterte.

»Bio-Unterwäsche in sexy« Thomas Vatter im Interview

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: VATTER Fashion

Tough Tony und Basic Bob durfte ich im Zuge dieses Reviews über VATTER ausgiebig testen.

Die letzten Tage des Sommers

Eigentlich kaum zu glauben, dass er schon wieder vorbei ist. Eigentlich kaum zu glauben, dass er jemals wirklich da war. Eigentlich kaum zu glauben, dass man erst in andere Länder fliegen / fahren muss, um ihn zu genießen. Der Sommer wurde zumindest von mir hier in Berlin schmerzlichst vermisst. An einige dieser Tage kann ich mich durchaus noch erinnern, zum Beispiel als ich mit René im Mai durch Marzahn zog. Die Sonne brannte uns auf das Haupthaar, während wir Alt- und Neu-Marzahn erkundeten und ich konnte tatsächlich einmal in ein sommerliches Outfit schlüpfen, welches ich – ungelogen – danach nur noch im letzten Menorca-Urlaub einmal auspacken konnte.

Mit dabei hatte ich zwei Marken, über die ich noch gar nicht bzw. erst sehr wenig bisher im Blog berichtet habe, obwohl beide Unternehmen eine deutlich stärkere Würdigung ihrer tollen kreativen Arbeit verdient hätten. Das hole ich mit diesem Outfit stellvertretend nach.

  1. Das Striped Shirt stammt von THOKK THOKK, einem Label aus München (die Stadt mit der vielen Sonne in diesem Jahr). Ökologisch und fair ist bei THOKK THOKK eine Selbstverständlichkeit, genauso aber außergewöhnliches Design, individuelle Details und eben auch eine eigenständige Formsprache bei Motiven und Schnitten. Das hebt das Label auch schönerweise von vielen anderen Marken ab, die doch – aus ganz unterschiedlichen Gründen – nicht an eigenen Schnitten arbeiten. Die Verarbeitung bei meinem Stripes Wide Neck ist 1a und das Shirt trägt sich sehr angenehm auf der Haut. Ideal für sommerliche Tage, aber auch für untendrunter in den nächsten Wochen.
  2. Perfekt dazu passend ist meine Shorts von Dedicated – eines meiner liebsten Brands aus den zurückliegenden Jahren. Wie schon von der ein oder anderen SEEK berichtet, steht das Label für unverwechselbare Streetfashion. Alleine schon die aktuellen Allover-Prints mit blauen Vögeln auf weißem Stoff oder auch die neue JUNGLE-Reihe solltet ihr unbedingt auschecken. Meine Casual Shorts in Schwarz ist ein idealer und sehr klassischer Begleiter. Zurückhaltend, dezent mit einem guten und lockeren Schnitt, lässt sich die kurze Hose eigentlich zu jeglichem Oberteil kombinieren. Ideal.
  3. Bei diesem sehr klassischen Sommer-Outfit brauchte ich noch einen echten Hingucker – und den gibt es exklusiv von Kasimir aus Berlin. Meine Hip Bag knallt bei jedem Outfit hervor, ist zudem ungemein praktisch und einfach ein schönes Ding. Mehr davon mit unterschiedlichen Motiven gibt es aktuell noch im Kasimir Shop.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: René Zieger

Danke an Vinzenz von THOKK THOKK für das Shirt sowie an Sabrina und Sarah von KASIMIR für meine Hip Bag. Weitere Eindrücke von René und mir über Marzahn gibt es in Kürze in der neuen Z² – Zahn und Zieger unterwegs-Folge „Neulich in Marzahn“.

Vintage-Liebhaber in Berlin, aufgepasst: VinoKilo kommt in die Stadt

Der Sommer ist vorbei. Die Kastanien fallen schon wieder auf die Gehwege, die Wärme der Sonne nimmt langsam ab und die Gesichter der Berlinerinnen und Berliner werden wieder grummeliger. Das VinoKilo-Team möchte in das wechselhafte Übergangswetter wieder etwas Fröhlichkeit bringen und ist am Samstag, den 16.9., in der Stadt. Im Neuköllner CRCLR wird es wieder Vino und Vintage geben.

Robin Balser und sein Team verfolgen mit VinoKilo ein ambitioniertes Ziel: Sie wollen Vintage Kleidung neben Fast Fashion als eine gleichwertige Mode-Option etablieren (das geht durchaus, wie ihr an diesem Outfit sehen könnt), um mit jedem verkauften Vintage-Kleidungstück weiteren, neu produzierten „Modemüll“ einzusparen. Dieses altbewährte und jahrelang schon praktizierte Konzept der Second Hand wollen sie zur First Choice machen und kombinieren Vintage-Klamotten zum Kilopreis mit einem vollwertigen Event samt leckeren Weinen. „Wichtig ist es uns zu zeigen, dass Vintage Kleidung etwas ist, dass zu jedem passt. Egal wer du bist und welchen Stil du hast“, so Robin.

In der aktuellen Sommerkampagne versucht VinoKilo genau das zu zeigen. Mit Vintage-Liebhabern aus Berlin haben sie einen Street Shoot in ausgewählten Stücken ihrer VinoKilo-Kollektion gemacht. Unter dem Motto #Stylishlysustainable zeigen sie, dass Altkleider durchaus eine zweite, dritte oder vierte Chance bekommen sollten und genauso zu einem stylischen und individuellen Outfit beitragen können wie Neugekauftes. Dabei spielt natürlich auch Aspekte der Nachhaltigkeit eine Rolle. Statt dem Konsum neuer Kleidung zu fröhnen, zielt VinoKilo darauf ab, die schon produzierten und aussortierten Kleidungsstücke noch einmal wiederzubeleben.

Was auf den Veranstaltungen gar nicht zu sehen ist, ist der Aufwand, den das Team hinter VinoKilo betreibt. Das beginnt bei der Auswahl der Vintage-Teile, geht mit dem Sortieren, Waschen und Reinigen der Stücke weiter und endet unter anderem bei der reinen Logistik, die komplette Kollektion von Stadt zu Stadt zu schaffen.Wer sich selbst von dem Konzept hinter und dem Event selbst überzeugen will, kann das in Berlin an diesem Wochenende machen.

Was:
VinoKilo: Not just a vintage kilo sale
Wo
:
CRCLR, Rollbergstraße 26, 12053 Berlin
Wann:
Samstag, 16.9.2017, 14-19 Uhr
Eintritt:
3,50 EUR

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: VinoKilo

Wahre grüne Liebe von greentee

Ehrlich, zeitlos, kühn – das sind die Werte, für die Darinka Radenkovic  mit ihrem Modelabel greentee stehen. Weg vom gedankenlosen Massenkonsum bieten die Münchner Womenswear für jede Lebenslagen an. Im Mittelpunkt stehen dabei die hohe Alltagstauglichkeit der entworfenen Kollektionen und der Spaß beim Tragen und Kombinieren.

greentee präsentiert auch in der aktuellen Herbst/Winter 2017/2018 Kollektion Basics mit dem besonderen Etwas. Egal wo getragen, ob einzeln oder gelayert, ob androgyn oder doch lieber verspielt – die neue Kollektion überzeugt vor allem mit Vielseitigkeit und geben den Trägerinnen eine schöne Silhouette. Materialien wie Baumwoll-Ripp, Interlock, Piqué oder Baumwoll-Tüll wurden hochwertig verarbeitet. Neu sind die Materialien Sweat – im Neoprenlook – und Doubleface – inspiriert von Lounge- und Homewear. Neben den klassischen Farben gibt es auch  rauchiges Altrosa, blau-grünes Petrol und blasses Gelb, die die Farbpalette ergänzen. Klassiker des Labels erhalten ein Upgrade, etwa das Basic Longsleeve und die Kurzarmbluse mit Bubikragen sowie eine moderne Variante der Schluppenbluse.

Erhältlich ist die neue Kollektion bei ausgewählten Händlern und Concept Stores sowie in Kürze auch online unter www.greentee.world.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: greentee

Minimalismus versus Langlebigkeit – eine Replik auf die Replik

Minimalismus ist Buzzword und Lebenseinstellung zugleich – das zeigen nicht nur die vielen Lebensbereiche, in denen Minimalismus potentiell eine Rolle spielen kann, sondern auch der teilweise inflationäre Gebrauch des Wortes in Kultur und Medien. Minimalismus ist dabei – bei allen möglichen und vorhandenen geselschaftlichen Konstruktionen (siehe hierzu mein Review zu „Einfach leben“) und Einordnungsmöglichkeiten durch Minimalismus-Theoretiker und -Praktiker – immer subjektiv. Und da es immer subjektiv ist, kann es eigentlich auch kein wirkliches „Richtig“ oder „Falsch“. Deswegen bin ich ausgehend von Michael Andre Ankermüllers Minimalismus-Challenge nicht ganz d’accord mit der indirekten Replik von Marcus Werner dazu.

Worum es geht – die gegensätzlichen Positionen zusammengefasst

Michael beschreibt in seiner Challegen sein eigenes Vorgehen anhand der 14-Tage-Routine. Diese bedeutet, dass er alle Dinge, die er innerhalb von 14 Tagen nicht in der Hand hatte, offensichtlich nicht mehr benötigt. Die einzige Ausnahme: seine Schallplatten-Sammlung. Alle Dinge, die er in diesem Zeitraum nicht benutzt, verschenkt oder verkauft er – oder wirft sie weg. Michael geht es dabei nicht im das Wegwerfen an sich, sondern um das bewusste Reduzieren von Besitz und der Möglichkeit, sich ein Stück weiter der Konsumgesellschaft zu entziehen und mehr Freiheit durch weniger Besitz zu erlangen. Für einen Travelblogger wie ihn sicherlich ein sehr nachvollziehbarer Ansatz.

Marcus‘ indirekte Antwort setzt beim Wegwerfen an. Er kritisiert den skizzierten Wegwerf-Minimalismus und hält dagegen, Dinge doch eher so lange wie möglich zu benutzen. Nur so könnten, so Marcus, die ökologischen Herstellungskosten gesenkt und der CO2-Fußabdruck auf eine möglichst große Zeitspanne verteilt werden. Marcus geht noch einen Schritt weiter und meint, dass durch das Wegwerfen alter Sachen der Tag des Neukaufs viel früher vor der Tür stünde – im Vergleich zum längeren Benutzen der geliebten Dinge.

Und nu‘? Alfs Standpunkt

Wie eingangs schon erwähnt gibt es an dieser Stelle kein „Richtig“ oder „Falsch“, kein „Schwarz“ oder „Weiß“. Minimalismus ist Definitionssache und zumeist subjektiv. Michaels „14-Tage-Challenge“ finde ich persönlich sehr spannend und herausfordernd, wüsste ich doch, dass ich viel zu viele Dinge in mein Herz geschlossen habe und behalten möchte, die ich aber definitiv nicht alle 14 Tage benutze – noch nicht einmal einmal im Jahr benutze (Reminder: Keller ausräumen!). Dennoch kann ich den Wunsch, sich von Besitz zu trennen und dadurch freier zu sein, sehr gut nachvollziehen und finde dies sehr unterstützenswert. Für mich persönlich ist es eine kleine Utopie, für viele andere aber sehr selbstverständlich.

Marcus hat, so meine Einschätzung, ebenfalls sein Herz an viele seiner Sachen verloren. An Sneaker, zum Beispiel. Gut so. Seine Schlussfolgerungen teilen ich allerdings nicht ganz, da es bei Michaels Minimalismus-Challenge um eine bewusste Auseinandersetzung mit den Dingen geht, die man wirklich besitzen möchte. Die Schlussfolgerung, der Neukauf stünde mit der Reduktion quasi schon vor der Tür, läuft hier ins Leere. Wer minimalistisch leben möchte, konsumiert nicht automatisch mehr – und benutzt die Dinge, die er wirklich braucht, sicherlich mindestens genauso lang (Stichwort „ökologischen Herstellungskosten“ und Stichwort „“CO2-Fußabdruck“) wie alle anderen, die sich nicht so gerne von Gegenständen und den damit verbundenen Erinnerungen trennen wollen.

Das Schöne dabei ist: je mehr wir uns damit auseinandersetzen, was wir eigentlich alles konsumieren und besitzen, desto eher schaffen wir es als Gesellschaft, uns vom vorherrschenden Konsumirrsinn zu lösen und uns nur noch mit Dingen zu umgeben, die uns etwas geben – für das Leben und das Glücklich-sein *utopieoff*

Text: Alf-Tobias Zahn
Foto: Death to the Stock Photo

Fair Fashion Interview mit rethinknation

Yannick und Oliver von rethinknation sind unsere Boys in the Hood, wenn es um Videos geht. Die beiden haben seit gut einem Jahr ihren eigenen YouTube-Channel und entdecken im Doku-Stil Minimalismus und Fashion Hauls, Tipps und Trends für Fair Fashion Mode, produizieren Vlogs von der Fashion Week, interviewn andere deutsche Fair Fashion Blogger und präsentieren deren Outfits und generell alles, was mit Inspiration rund um das Thema nachhaltige, faire und bewusste Kleidung und Klamotten zu tun hat. Neben Reviews zu Sneakern, Backpacks usw. behandeln die beiden auch fairen Lifestyle und stellen Alternativen zu Plastikflaschen oder faire Smartphones vor. Anlässlich der Ethical Fashion Show Berlin und dem Greenshowroom im Juli 2017 haben die beiden 10 Bloggerinnen und Blogger zu Interviews eingeladen. In 100 Sekunden gab es einen kurzen Ritt durch die Biographie der Blogger sowie einige Fragen über Mode, Menschen und mehr. Neben vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter durfte ich auch vor die Kamera von Oliver treten und mich von Yannick mit Fragen löchern lassen.

Löppt bei Kluntje

Wer sich mit mir schon einmal ausgetauscht hat, weiß, dass ich aus Nürnberg stamme, aber nicht wirklich den fränkischen Dialekt sprechen kann. Die ein oder andere Spracheinfärbung hört man allerdings schon heraus, so dass ich meine mittelfränkische Heimat nicht wirklich verleugnen kann (und auch gar nicht möchte). Dialekte sind Teil der kulturellen Identität – und sollten am besten bewahrt werden. Das gelingt aber nicht bei allen Dialekten, wie zum Beispiel beim Plattdeutschen. Umso schöner, wenn es Ideen wie von Kluntje aus Hamburg gibt, die Kleidungsstücke mit plattdeutschen Wörtern, wie zum Beispiel Löppt (läuft) oder Mien Leev (meine Liebe) bedrucken. Ziel ist es, den nostalgischen Charme zu bewahren und dabei auch noch stylisch auszusehen.

Kluntje besteht aus Lena Pudritz, Kati Gellert und Julia Radewald, die vor knapp 18 Monaten ihr eigenes Label gegründet haben. Namensgebend war übrigens der würfelförmige Kandiszucker aus Ostfriesland, der Kluntje genannt wird. Um die bestehende Nachfrage bedienen zu können, muss das Label die Produktion abgeben, weil die Designerinnen bislang alles noch selbst nähen in Wilhelmsburg. In Berlin haben sie jetzt zum ersten Mal eine Produktionsstätte gefunden, in der sie in größerem Rahmen in Produktion gehen können und gleichzeitig dabei mithelfen, regionale Nähstätten am Leben zu erhalten. Mit ihrem aktuellen Crowdfunding bei Startnext wollen sie den nächsten Schritt gehen.

Ob nun Turnbeutel, Wickeltop, Niki und Basic Shirt sowie der Fledermaus-Kluntje-Pullover oder das Patch-Pullover-Unikat – mit dem Geld aus dem Crowdfunding wird Kluntjes erste professionelle Produktion bezahlt und es sollen lokale Arbeitsplätze von Näherinnen und Nähern erhalten bleiben, sodass die Gründerinnen sicher sein können, dass die Kleidung fair hergestellt wird.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Kluntje

Outerwear von Open Wear

Nachhaltige Outerwear ist immer noch rar gesät. Open Wear aus Bern wollen und werden dies ändern. Dank eines bereits erfolgreichen Crowdfundings, dass heute auf die Zielgerade eingebogen ist, werden die Schweizer ein größeres Sortiment an nachhaltigen Outerwear-Produkten produzieren können.

Open Wear will mit seinen Kollektionen Funktionalität auf höchstem Niveau mit einer ethisch einwandfreien Produktion, nachhaltigen Materialien und – wie sie selbst sagen – Ehrlichkeit verbinden. Vor gut einem Jahr hat das Label erfolgreich seine erste Kickstarter-Kampagne gestartet und eine funktionelle und nachhaltige Ski- und Snowboardjacke auf den
Markt gebracht, die prompt für den ISPO BRANDNEW Award 2017 nominiert wurde. Jetzt ziehen sie mit ihrer zweiten Kollektion nach:

  • hochfunktionelle Shelljacken und Hosen aus 100 Prozent recyceltem PET Shell-Material und
  • eine vielseitige Isolatorjacke, gefertigt aus einer hochqualitativen, tierfreien Daunenalternative.

Alle Produkte sind mit einer PFC-freien und dauerhaft wasserabweisenden Schicht überzogen.

Darüber hinaus steht Transparenz im Mittelpunkt von Open Wear. „Wir sehen uns nicht als eine typische Outerwear Marke, wir sind vielmehr eine Community von leidenschaftlichen Skifahrern und Snowboardern, mit dem gemeinsamen Ziel, einen neuen transparenten Standard in der Branche zu setzen“, meint Chris Westen, einer der Gründer des Labels. „Wir produzieren ausschließlich in Fabriken mit sicheren Arbeitsbedingungen und fairen Gehältern. Deshalb fühlen wir uns auch sehr wohl 100 Prozent „open“ zu sein.“

Wer sich die gesamte Kollektion noch einmal en detail ansehen möchte und in den letzten Stunden des Crowdfundings die Berner Kollegen unterstützen will, der möge sich das Ganze auf Kickstarter ansehen.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Open Wear GmbH

Mein prePeek Outfit

Die neuesten Teile aus der Herbst/Winter 2018 Kollektion anprobieren? Da konnte ich kaum „Nein“ sagen, als ich zum ersten Mal von der Fashion Changers x prePeek Bloggerlounge gehört habe. Am letzten Dienstag konnte ich mir dann aus einer Auswahl von 26 Labels, darunter glücklicherweise auch genügend Teile für Männer, mein prePeek-Outfit aussuchen. Nach dem Ankleiden ging es dann für alle, die ihr Outfit nicht nur im Spiegel sehen wollten, in den obersten Stock in der Messehalle des Funkhaus Berlin. Dort war eine lichtdurchflutete Halle für den prePeek-Shoot vorbereitet worden und wartete nur darauf auf die Protagonistinnen und Protagonisten, die vor die Linse von Fotografin Lydia Hersberger traten.

Zu meiner eigenen Denim von Mud Jeans kombinierte ich ein Cape von LangerChen, einen Pullover von Myrka Studios und Espadrilles von Slowers. Das Cape heißt Mora und ist genau genommen Regencape aus Bio-Baumwolle mit Membran und mit hydrophober Ausrüstung, die das Wasser abperlen lässt. Klingt abgefahren – ist es auch! Die Membran sorgt dafür, dass kein Wasser durchgeht. Die Baumwolle kann sich zwar im Regen von außen mit Wasser vollsaugen, das stoppt dann aber auf der Membran und so wird man nicht nass. Besonderes Highlight: die getapten Nähte. Diese sorgen dafür, dass auch durch die Nähte kein Wasser eintreten kann. Was auf den Fotos nicht zu sehen, aber ein weiterer Vorteil des Capes ist: Langerchen hat es mit vielen praktischen Taschen ausgestattet, an die man immer herankommt. Der Clou schlechthin ist aber das Backpack-System. Perfekt für unser deutsches Übergangswetter – nur zu gut in den letzten Wochen in Berlin erlebbbar. Wird es trotz Regenankündigung noch sonnig und warm, kann man das Cape ganz easy abnehmen und locker auf dem Rücken tragen. Das Cape wird am Mitte/Ende Februar 2018 erhältlich sein.

Schlichter, aber nicht minder spektakulär ist das Sweatshirt von Myrka Studios aus dem erfolgreichen Crowdfunding. Ein Sweatshirt mit ausgefallenen Details, wie die offen verarbeiteten Kanten und die Reißverschlüsse machen dieses Teil zu etwas Besonderem für jeden Tag. Extrem weich und flauschig dank Bio-Baumwolle wird das Sweatshirt ab Ende August für alle Crowdfunder verschickt und in einer kleinen Stückzahl auch für alle Anderen online verfügbar sein. Ich bin mir sicher, dass eines der Exemplare auch in meinen Kleiderschrank wandern wird. Abgerundet wird das Outfit noch von den veganen Espadrilles von Slowers aus Spanien, die ideal für den Sommer sind und mit ihrer Farbmix sehr gut zum gesamten Outfit passten.

Weitere Outfits aus dem prePeek Shoot gibt es auf Instagram bei den Fashion Changers!

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Lydia Hersberger

Fashion Changers x prePeek – das Green Fashion Meetup deines Vertrauens

Am Dienstag war es soweit: die Ethical Fashion Show Berlin und der Greenshowroom debutierten im Funkhaus Nalepastraße – ihr erinnert euch sicherlich an unsere dreiteilige Z² – Zahn und Zieger unterwegs aus dem Herbst 2015 – und haben aus meiner Sicht endlich ein würdiges Ambiente für die beiden Grüne Modemessen gefunden. Dort feierte auch unsere neue Bloggerlounge ihre Premiere: die Fashion Changers x prePeek im 1. OG der Messehalle lud die Grüne Modebloggerszene zum Networking ein und war, so viel sei bereits im Intro verraten, ein voller Erfolg.

Ins Leben gerufen und organisert wurde das Event von den Fashion Changers, namentlich von Jana (Not Another Woman Mag), Vreni (Jäckle & Hösle) und Nina (pink & green), in Kooperation mit dem Greenshowroom und der Ethical Fashion Show. Über 200 Menschen kamen an den beiden Tagen der Veranstaltung und informierten sich über die neuesten Trends der Grünen Mode, tauschten sich aus und konnten die neusten Kollektionen aus dem fairen Modebereich anschauen, anprobieren und direkt vor Ort shooten. Das von der Kleiderei zur letzten Saison zum erst Mal eingeführte prePeek Konzept erfreute sich großer Beliebtheit: Unter der Leitung von Lydia Hersberger (Myrka Studios) shooteten die Anwesenden mehr als 100 Looks mit 26 teilnehmenden Labels. Auch ich habe mir ein Outfit zusammengestellt, bestehend aus einem Cape von Langerchen, einem Pullover von Myrka Studios und Schuhen von Slowers. Der prePeek war eine tolle Ergänzung zu den anderen Angeboten der Veranstaltung. Diese waren aber nicht minder nachgefragt: der Green Beauty Corner, die Knowledge-Ecke rund ums Thema Fair Fashion und Nachhaltigkeit sowie ein leckeres Catering und der Fashion Changers Talk zum Thema „Mode & Feminismus“ mit Kordula Wick (Senior-CSR-Consultant bei Systain) und Julia Korbik (Freie Journalistin und Autorin).

Ich persönlich habe ich mich vor allem sehr gefreut, die Szene weiter wachsen zu sehen und auf der Fashion Changers x prePeek Bloggerlounge die Gelegenheit bekommen zu haben, viele Blogger*innen erneut persönlich zu treffen. Sowohl das Funkhaus als auch die neue Bloggerlounge werden der Grüne Mode(blogger)szene gut tun und zu einem gesunden Selbstbewusstsein führen, dass wir benötigen, um die Modeindustrie zu ändern – #letschangethatfashiongame.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Hanna Hempel (Event) / Lydia Hersberger (Looks)