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Jetzt mal erlich

Schlicht, natürlich sexy und unaufgeregt – so sollte Unterwäsche für mich aussehen. Auch gerade für Männer. Wenn es dann auch noch nachhaltig sein soll – einfach, weil es das einzig Sinnvolle ist – dann führt der Weg an erlich textil nicht vorbei. Das Kölner Label von Sarah Grohé und Benjamin Sadler will hochwertig und verlässlich sein mit dem Ziel, mehr E(h)lichkeit in die Textilbranche zu bringen. Dafür greifen sie als noch junges Label auf die 100-jährige Erfahrung eines familiengeführten Traditionsherstellers auf der Schwäbischen Alb zurück. Dank dieser Zusammenarbeit und den Ideen von Sarah und Benjamin entsteht Wäsche, die nicht kneift, nicht spannt, sondern richtig sitzt und dem Träger ein rundum gutes Gefühl bereitet.

Neben den vielen guten Aspekten in Bezug auf die verarbeiteten Materialien, den kurzen Lieferwegen und dem schonenden Umgang mit der Umwelt überzeugt mich bei erlich textil vor allem der Style. PAUL zum Beispiel ist ein top verarbeitetes Slim Fit Shirt, dass sich auf eine sehr angenehme Art und Weise an den Körper anschmiegt. Nicht zu weit, nicht zu eng – so wie ich es mag. Auch nach mehreren Wäschen leidet das Material nicht und das Shirt sitzt noch immer da, wo es angedacht war. KARL, der wie PAUL ein Teil meines Kleiderschrank geworden ist, ist eine Top-Buxe, die in Sachen Tragekomfort und Verarbeitung ebenfalls keinen Vergleich scheuen muss – weder mit der „grünen“ noch mit der konventionellen Konkurrenz.

 

Doch das, was Sarah und Benjamin mit erlich textil vorhaben, geht über die reine nachhaltige Textilproduktion hinaus: „Kein anderes Kleidungsstück lassen wir so nah an uns heran wie Unterwäsche. Wenn die dann richtig sitzt und die Qualität stimmt, ist der erste Schritt zu mehr Selbstachtung schon getan“, so Sarah. Benjamin ergänzt: „Wir haben unsere Wäsche so natürlich gehalten, weil wir es sexy finden, wenn man sich in seiner Haut wohlfühlt.“ Und das tut man auch, wenn die Dinge, die man jeden Tag unmittelbar auf der Haut trägt, mit so viel Sorgfalt umgesetzt werden.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: erlich textil

KARL und PAUL wurden wir dankenswerterweise von erlich textil zum Kennenlernen des Labels zur Verfügung gestellt. Umso schöner, dass sie mich nach den ersten Wochen des Testens so überzeugt haben.

Rotholz ist zurück

Der Herbst darf bleiben – denn jetzt ist auch die neue Herbst/Winter 2017/2018 Kollektion meiner Postdamer Freunde von Rotholz da. Wieder einmal vereint das Label Lifestyle, Minimalismus und Unisex-Mode miteinander auf ganz gekonnte Art und Weise. Ich selbst mag diesen cleanen Streetstyle von Rotholz sehr. Die Erweiterung der modischen Facetten durch die neue Kollektion zeigen zudem, dass sich das Label rund um Moritz Baur nicht auf dem bisher erreichten ausruhen, sondern versuchen, das Rädchen immer noch ein bisschen weiter zu drehen. I like!

Im Fokus der neuen Kollektion stehen diesmal definierte Kontraste und eine klare Linienführung. Zu finden sind dabei einige brandneue Produkte, wie etwa Hemden, Strickjacken und Cropped Sweater. Prägend sind die Schattierungen in gedeckten Farbtönen wie Graphit, Marmor und Sand, die mit Strukturen harmonieren. Die Styles lassen sich, wie schon immer, vielseitig kombinieren – auch mit der bestehenden Basic Kollektion, die sukzessive erweitert wird.

Darüber hinaus gibt es seit Freitagabend auch eine brandneue Website samt Online-Shop, in dem es jetzt noch mehr Spaß macht, die nachhaltigen Styles zu shoppen!

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Clara Nebeling

Um die neue Kollektion näher kennenzulernen, hat mir Rotholz dankenswerterweise einige ausgewählte Teile der Kollektion zur Verfügung gestellt.

Damals in Marzahn

Gut Ding will … ach Quatsch! Ich rede nicht lange um den heißen Brei herum: Eigentlich sollte diese Geschichte ganz anders heißen. „Neulich in Marzahn“ schwebte mir vor, als ich im Mai mit René für eine neue Folge von Z² – Zahn und Zieger unterwegs unterwegs waren. Doch es kam anders. 5 Monate zogen bislang ins Land mit Trump und dem „Little Rocket Man“, Böhmermanns Sommerpause, dem Siegeszug der AfD und einer ernüchternden Bundestagswahl. 5 Monate, die es in sich hatten. 5 Monate, in denen ich mich dieser Geschichte nicht gewidmet habe. Einzelne Aufnahmen unserer Tour und manches Outfit kennt ihr bereits, doch die gesamte Geschichte eben noch nicht. Die gibt es heute. Jetzt. Hier. Los geht’s!

Marzahn ist vielschichtig und abwechslungsreich. Prägend ist natürlich die Großsiedlung, die vielen Hochhäuser. Doch Marzahn ist mehr. Es steht auch für die Internationale Gartenausstellung (IGA), für das Schloss Biesdorf oder das Landhaus Marzahner Krug. Bei unserem Ausflug beschränkte wir uns auf das Gebiet zwischen dem S-Bahnhof „Berlin-Marzahn“, dem monumentalen Konsumtempel Eastgate Berlin, entlang der Marzahner Promenade bis nach Alt-Marzahn und der Bockwindmühle. Aus diesem Kontrast zwischen Monumenten der Moderne und Relikten der Vergangenheit zogen wir unseren Reiz, um an einem Nachmittag Marzahn – der Stadtteil, in dem DIE LINKE mit Petra Pau es geschafft hat, bei der Bundestagswahl 2017 ein Direktmandat zu holen – einen Nachmittag zu verbringen.

Vorbei an Neu Wuzhou und dem Sport Eck am Eastgate

Wir schlenderten zunächst über die 1972 erbaute Marzahner Promenade, die als Zentrum Marzahns gilt. Vorbei am Einkaufszentrum, an Sonnenbank-Studios, 1-Euro-Shops und netten Männern, die uns gefälschte Zigaretten anbieten. Vorbei am Denkmal für die Erbauer der Großsiedlung, am China-Restaurant Neu Wuzhou und dem Sport Eck am Eastgate. Vorbei an der dominanten Platte, in der so viele Menschen leben, deren Gesichter wir in Kreuzberg und Neukölln kaum widererkennen würden. Und auch vorbei am Mosaik „Arbeit für das Glück des Menschen“ von Walter Womacka aus dem Jahre 1989, vor dem René und ich unsere Beitrag zur STAND UP-Kampagne von Peppermynta und Waterkoog erstellten.

2017 ist aber auch das Jahr der IGA, die noch bis zum 15. Oktober 2017 geöffnet hat und sich rund um den Berliner Erholungspark Marzahn mit seinen Gärten der Welt und dem Kienberg erstreckt. Folgt man den Schildern zur IGA, quert man nicht nur die Landsberger Straße, sondern gelangt eben auch zum alten Dorfkern, nach Alt-Marzahn. Kaum eingetaucht in den alten Dorfkern ebbt jedweder Stress ab und Großstadtgeräusche lassen sich kaum noch wahrnehmen. Eine Parallelwelt, nur einen Steinwurf entfernt. Entschleunigung ist hier noch möglich, selbst wenn man aus dem Augenwinkel noch einen 20-Geschoßer wahrnehmen kann. Ideal, um unser sommerlichstes Outfit in diesem Jahr in Szene zu setzen.

Klaus Genz‘ Selbstbedienungsketchup- und senfflaschen

Im Jahr 1300 wird dieser Dorfkern wohl bereits urkundlich erwähnt – das Dorf selbst wird es demnach schon eine Zeit lang länger geben. Zwar fühlen sich René und ich nicht in diese Zeit zurückversetzt, aber die alten Dorfstraße mit Kopfsteinpflaster, die niedrigen Gebäude, die Schrauberstätten und die Einfamilienhäuser mit Eisengitter und Parkgarage entwickeln schon ihren ganz eigenen Flair. Ganz zu schweigen von dem eingangs schon erwähnten Landhaus Marzahner Krug, der Dorfkirche und den wieder einmal unvergleichlichen Wurstwaren von Klaus Genz – mit Selbstbedienungsketchup- und senfflaschen direkt im Eingang der Metzgerei.

Nach einer obligatorischen Z²-Stärkung und der spontanen Verengung meiner Herzkranzgefäße zogen René und ich wieder weiter. Über die  – die heutzutage für Hochzeiten und als produzierendes Museum mit eigenem Mühlenbrot genutzt wird – und die Landsberger Allee wieder kreuzend erreichten wir dann wieder das Eastgate – die fünftgrößte Shopping Mall in Berlin und ein häßliches Monstrum moderner Konsumtempelarchitektur.

Direkt zum Outfit "Die letzten Tage des Sommers" mit THOKK THOKK, Dedicated und Kasimir Berlin

Abseits der großen Flaniermeilen und dem Burger King Lieferdienst erspähten René und ich in der architektonische Gestaltung nach Plänen der Bürogemeinschaft Jost Hering, Klaus M. Hoffmann, Ragna Carstens und Enno Schmacker doch noch einen Ort, der uns sehr reizte. Es waren nicht die auf dem Dach verorteten Parkplätze, sondern dieser eine Durchgang zwischen Liefereingang und Tiefgaragenauf- und abfahrt. Dieser Nicht-Ort diente uns mit seinem runden „Fenster zur Welt“ dazu, mich balancierend in Schale zu werfen – mit meiner aktuellen Lieblingsdenim Slim Lassen von Mud Jeans sowie George, dem dazu so formidablen Hemd des niederländischen Labels – erstanden im Neuköllner Standard Saubere Sachen.

Nach den unzähligen ungläubigen Blicken und dem wachsamen Auge einer Sicherheitskamera schl0ßen René und ich unseren sommerlichen Ausflug dort, wo alles an diesem Tag begann: Am S-Bahnhof Marzahn. Am 1. Mai 1898 wurde der Bahnhof, damals noch keine S-Bahn-Station, in Betrieb genommen. Diese wurde erst zum Jahreswechsel 1976/1977 in Betrieb genommen. Der südliche Auf- und Abgang ist noch aus alten Zeiten übriggeblieben, soll aber wohl 2019 vollständig abgerissen und ersetzt werden. Ein vergänglicher Ort – wie so oft in Berlin.

Direkt zum Outfit "Be a BENGER" mit JECKYBENG und Mud Jeans

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: René Zieger

In dieser Episode werden meine eigenen Kleidungsstücke gezeigt sowie Produkte, die mir zum Testen zur Verfügung gestellt wurden.

Be a BENGER

Im Oktober letzten Jahres habe ich Euch zum ersten Mal THE JACKET von JECKYBENG vorgestellt. Damals war die stylische Multifunktionsjacke von Moritz Lorenz, den ich seit seinen ATF-Zeiten kenne, noch ein Prototyp. Dieser sollte mittels Crowdfunding ins Kleinstserie gehen. Diese Idee klappte – und seitdem erfreue nicht nur ich mich an diesem Must-have für alle, die draußen in der Natur unterwegs sein wollen, ohne die Natur durch die Produktion der Klamotten am Leib zu belasten.

Bei den Vorteilen von THE JACKET weiß ich ehrlicherweise kaum, wo ich beginnen soll:

  • Wetterfest
  • Wasserabweisend
  • Wärmend bei Kälte
  • Atmungsaktiv
  • Aus 100 Prozent biologischem Baumwollgewebe
  • Entspannter Schnitt
  • Große Taschen
  • Große Kapuze

Damals sagte ich bereits: HOLT! EUCH! DAS! DING! Nach über eine halben Jahr des Selbertragens kann ich das nur unterstreichen. Ob nur ein bisschen Regen in der Stadt oder die großen Winde an der Ostsee, ob der Ausflug an den See oder die längere Tour durch die Berge: THE JACKET macht das alles mit und – noch viel besser – sichert dir den Spaß bei all diesen Aktivitäten, weil du einfach trocken bleibst und dabei auch noch gut aussiehst. Ganz ehrlich: Was willst du mehr?

Direkt zur Episode "Damals in Marzahn" von Z² - Zahn und Zieger unterwegs

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: René Zieger

Unterwäsche für Männer? VATTER!

Blickt man in die modische Geschichte der Unterwäsche zurück, erkennt man(n) vor allem eines: Es ging eigentlich immer um Unterwäsche für Frauen. Diese Geschichte beginnt bereits 13. Jahrhundert mit den als Lingères bezeichneten Wäsche- und Weißzeughändlern (mehr dazu bei Ulrike Brünnet) und dreht sich natürlich nicht nur um Höschen und BHs, sondern auch um Mieder und vieles mehr. Und wie sieht es bei den Herren aus? Thomas Delekat attestiert der männlichen Unterhose, lange Zeit eine lächerlich, peinliche Sache gewesen zu sein. Richtig ist: Wir haben seit einigen Jahren doch eine stattliche Anzahl an Marken, die sich auch um Unterwäsche für Männer kümmern und immer mehr Auswahl anbieten, auch im öko/fairen Bereich. Dazu zählt für mich seit Anbeginn des Markenlaunchs natürlich auch VATTER Fashion aus München.

Das Unterwäschelabel von Thomas Vatter und Marcus Faulwasser hat für dieses Jahr seine Kollektion noch einmal deutlich erweitert. Neben den Klassikern wie u. a. Boxer Brief und Boxer Short gibt es bei VATTER nicht nur Unterwäsche für Männer, sondern eben auch Tough Tony, Basic Bob und Tender Ted. Was es mit den Namen auf sich hat? So hat das Label seine Tanktops, T-Shirts und Longsleeves genannt. Von Tough Tony und Basic Bob durfte ich mich bereits persönlich überzeugen – und bin sehr überzeugt von der neuen Erweiterung. Während das Tanktop ein klassisches Kleidungsstück für Untendrunter ist, unterscheidet sich das T-Shirt nicht von anderen T-Shirts auf dem Markt, die nicht für die Nacht gedacht sind. Umso schöner eigentlich, dass Basic Bob jetzt ein regelmäßiger Begleiter meinerseits ist – ob nun am Tage oder in der Nacht (dazu mehr in einem der nächsten Outfits). Ebenfalls gut finde ich das sehr dezente Labeling von VATTER: Bei Basic Bob ziert nur ein dezentes V im selben Farbton das T-Shirt am unteren Saum.

Auch wenn es in diesem Artikel vornehmlich um Männerunterwäsche gehen soll, möchte ich euch natürlich nicht unterschlagen, dass VATTER seine Range an Unterwäsche nicht nur für Männer erweitert hat, sondern auch für Frauen. Neben den Klassikern wie u. a. Boy Short oder Bikini Slip gibt es jetzt auch Tanktops, T-Shirts, Longsleeves sowie den Triangle Bra „Fine Frida“ und das Bustier „Peppy Paula“.

Damit positioniert sich VATTER noch nachdrücklicher als vollwertige Unterwäschemarke, die „Bio-Unterwäsche eben in sexy“ machen möchte – wie Tom mir im Interview erläuterte.

»Bio-Unterwäsche in sexy« Thomas Vatter im Interview

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: VATTER Fashion

Tough Tony und Basic Bob durfte ich im Zuge dieses Reviews über VATTER ausgiebig testen.

Die letzten Tage des Sommers

Eigentlich kaum zu glauben, dass er schon wieder vorbei ist. Eigentlich kaum zu glauben, dass er jemals wirklich da war. Eigentlich kaum zu glauben, dass man erst in andere Länder fliegen / fahren muss, um ihn zu genießen. Der Sommer wurde zumindest von mir hier in Berlin schmerzlichst vermisst. An einige dieser Tage kann ich mich durchaus noch erinnern, zum Beispiel als ich mit René im Mai durch Marzahn zog. Die Sonne brannte uns auf das Haupthaar, während wir Alt- und Neu-Marzahn erkundeten und ich konnte tatsächlich einmal in ein sommerliches Outfit schlüpfen, welches ich – ungelogen – danach nur noch im letzten Menorca-Urlaub einmal auspacken konnte.

Mit dabei hatte ich zwei Marken, über die ich noch gar nicht bzw. erst sehr wenig bisher im Blog berichtet habe, obwohl beide Unternehmen eine deutlich stärkere Würdigung ihrer tollen kreativen Arbeit verdient hätten. Das hole ich mit diesem Outfit stellvertretend nach.

  1. Das Striped Shirt stammt von THOKK THOKK, einem Label aus München (die Stadt mit der vielen Sonne in diesem Jahr). Ökologisch und fair ist bei THOKK THOKK eine Selbstverständlichkeit, genauso aber außergewöhnliches Design, individuelle Details und eben auch eine eigenständige Formsprache bei Motiven und Schnitten. Das hebt das Label auch schönerweise von vielen anderen Marken ab, die doch – aus ganz unterschiedlichen Gründen – nicht an eigenen Schnitten arbeiten. Die Verarbeitung bei meinem Stripes Wide Neck ist 1a und das Shirt trägt sich sehr angenehm auf der Haut. Ideal für sommerliche Tage, aber auch für untendrunter in den nächsten Wochen.
  2. Perfekt dazu passend ist meine Shorts von Dedicated – eines meiner liebsten Brands aus den zurückliegenden Jahren. Wie schon von der ein oder anderen SEEK berichtet, steht das Label für unverwechselbare Streetfashion. Alleine schon die aktuellen Allover-Prints mit blauen Vögeln auf weißem Stoff oder auch die neue JUNGLE-Reihe solltet ihr unbedingt auschecken. Meine Casual Shorts in Schwarz ist ein idealer und sehr klassischer Begleiter. Zurückhaltend, dezent mit einem guten und lockeren Schnitt, lässt sich die kurze Hose eigentlich zu jeglichem Oberteil kombinieren. Ideal.
  3. Bei diesem sehr klassischen Sommer-Outfit brauchte ich noch einen echten Hingucker – und den gibt es exklusiv von Kasimir aus Berlin. Meine Hip Bag knallt bei jedem Outfit hervor, ist zudem ungemein praktisch und einfach ein schönes Ding. Mehr davon mit unterschiedlichen Motiven gibt es aktuell noch im Kasimir Shop.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: René Zieger

Danke an Vinzenz von THOKK THOKK für das Shirt sowie an Sabrina und Sarah von KASIMIR für meine Hip Bag. Weitere Eindrücke von René und mir über Marzahn gibt es in Kürze in der neuen Z² – Zahn und Zieger unterwegs-Folge „Neulich in Marzahn“.

Vintage-Liebhaber in Berlin, aufgepasst: VinoKilo kommt in die Stadt

Der Sommer ist vorbei. Die Kastanien fallen schon wieder auf die Gehwege, die Wärme der Sonne nimmt langsam ab und die Gesichter der Berlinerinnen und Berliner werden wieder grummeliger. Das VinoKilo-Team möchte in das wechselhafte Übergangswetter wieder etwas Fröhlichkeit bringen und ist am Samstag, den 16.9., in der Stadt. Im Neuköllner CRCLR wird es wieder Vino und Vintage geben.

Robin Balser und sein Team verfolgen mit VinoKilo ein ambitioniertes Ziel: Sie wollen Vintage Kleidung neben Fast Fashion als eine gleichwertige Mode-Option etablieren (das geht durchaus, wie ihr an diesem Outfit sehen könnt), um mit jedem verkauften Vintage-Kleidungstück weiteren, neu produzierten „Modemüll“ einzusparen. Dieses altbewährte und jahrelang schon praktizierte Konzept der Second Hand wollen sie zur First Choice machen und kombinieren Vintage-Klamotten zum Kilopreis mit einem vollwertigen Event samt leckeren Weinen. „Wichtig ist es uns zu zeigen, dass Vintage Kleidung etwas ist, dass zu jedem passt. Egal wer du bist und welchen Stil du hast“, so Robin.

In der aktuellen Sommerkampagne versucht VinoKilo genau das zu zeigen. Mit Vintage-Liebhabern aus Berlin haben sie einen Street Shoot in ausgewählten Stücken ihrer VinoKilo-Kollektion gemacht. Unter dem Motto #Stylishlysustainable zeigen sie, dass Altkleider durchaus eine zweite, dritte oder vierte Chance bekommen sollten und genauso zu einem stylischen und individuellen Outfit beitragen können wie Neugekauftes. Dabei spielt natürlich auch Aspekte der Nachhaltigkeit eine Rolle. Statt dem Konsum neuer Kleidung zu fröhnen, zielt VinoKilo darauf ab, die schon produzierten und aussortierten Kleidungsstücke noch einmal wiederzubeleben.

Was auf den Veranstaltungen gar nicht zu sehen ist, ist der Aufwand, den das Team hinter VinoKilo betreibt. Das beginnt bei der Auswahl der Vintage-Teile, geht mit dem Sortieren, Waschen und Reinigen der Stücke weiter und endet unter anderem bei der reinen Logistik, die komplette Kollektion von Stadt zu Stadt zu schaffen.Wer sich selbst von dem Konzept hinter und dem Event selbst überzeugen will, kann das in Berlin an diesem Wochenende machen.

Was:
VinoKilo: Not just a vintage kilo sale
Wo
:
CRCLR, Rollbergstraße 26, 12053 Berlin
Wann:
Samstag, 16.9.2017, 14-19 Uhr
Eintritt:
3,50 EUR

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: VinoKilo

Wahre grüne Liebe von greentee

Ehrlich, zeitlos, kühn – das sind die Werte, für die Darinka Radenkovic  mit ihrem Modelabel greentee stehen. Weg vom gedankenlosen Massenkonsum bieten die Münchner Womenswear für jede Lebenslagen an. Im Mittelpunkt stehen dabei die hohe Alltagstauglichkeit der entworfenen Kollektionen und der Spaß beim Tragen und Kombinieren.

greentee präsentiert auch in der aktuellen Herbst/Winter 2017/2018 Kollektion Basics mit dem besonderen Etwas. Egal wo getragen, ob einzeln oder gelayert, ob androgyn oder doch lieber verspielt – die neue Kollektion überzeugt vor allem mit Vielseitigkeit und geben den Trägerinnen eine schöne Silhouette. Materialien wie Baumwoll-Ripp, Interlock, Piqué oder Baumwoll-Tüll wurden hochwertig verarbeitet. Neu sind die Materialien Sweat – im Neoprenlook – und Doubleface – inspiriert von Lounge- und Homewear. Neben den klassischen Farben gibt es auch  rauchiges Altrosa, blau-grünes Petrol und blasses Gelb, die die Farbpalette ergänzen. Klassiker des Labels erhalten ein Upgrade, etwa das Basic Longsleeve und die Kurzarmbluse mit Bubikragen sowie eine moderne Variante der Schluppenbluse.

Erhältlich ist die neue Kollektion bei ausgewählten Händlern und Concept Stores sowie in Kürze auch online unter www.greentee.world.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: greentee

Minimalismus versus Langlebigkeit – eine Replik auf die Replik

Minimalismus ist Buzzword und Lebenseinstellung zugleich – das zeigen nicht nur die vielen Lebensbereiche, in denen Minimalismus potentiell eine Rolle spielen kann, sondern auch der teilweise inflationäre Gebrauch des Wortes in Kultur und Medien. Minimalismus ist dabei – bei allen möglichen und vorhandenen geselschaftlichen Konstruktionen (siehe hierzu mein Review zu „Einfach leben“) und Einordnungsmöglichkeiten durch Minimalismus-Theoretiker und -Praktiker – immer subjektiv. Und da es immer subjektiv ist, kann es eigentlich auch kein wirkliches „Richtig“ oder „Falsch“. Deswegen bin ich ausgehend von Michael Andre Ankermüllers Minimalismus-Challenge nicht ganz d’accord mit der indirekten Replik von Marcus Werner dazu.

Worum es geht – die gegensätzlichen Positionen zusammengefasst

Michael beschreibt in seiner Challegen sein eigenes Vorgehen anhand der 14-Tage-Routine. Diese bedeutet, dass er alle Dinge, die er innerhalb von 14 Tagen nicht in der Hand hatte, offensichtlich nicht mehr benötigt. Die einzige Ausnahme: seine Schallplatten-Sammlung. Alle Dinge, die er in diesem Zeitraum nicht benutzt, verschenkt oder verkauft er – oder wirft sie weg. Michael geht es dabei nicht im das Wegwerfen an sich, sondern um das bewusste Reduzieren von Besitz und der Möglichkeit, sich ein Stück weiter der Konsumgesellschaft zu entziehen und mehr Freiheit durch weniger Besitz zu erlangen. Für einen Travelblogger wie ihn sicherlich ein sehr nachvollziehbarer Ansatz.

Marcus‘ indirekte Antwort setzt beim Wegwerfen an. Er kritisiert den skizzierten Wegwerf-Minimalismus und hält dagegen, Dinge doch eher so lange wie möglich zu benutzen. Nur so könnten, so Marcus, die ökologischen Herstellungskosten gesenkt und der CO2-Fußabdruck auf eine möglichst große Zeitspanne verteilt werden. Marcus geht noch einen Schritt weiter und meint, dass durch das Wegwerfen alter Sachen der Tag des Neukaufs viel früher vor der Tür stünde – im Vergleich zum längeren Benutzen der geliebten Dinge.

Und nu‘? Alfs Standpunkt

Wie eingangs schon erwähnt gibt es an dieser Stelle kein „Richtig“ oder „Falsch“, kein „Schwarz“ oder „Weiß“. Minimalismus ist Definitionssache und zumeist subjektiv. Michaels „14-Tage-Challenge“ finde ich persönlich sehr spannend und herausfordernd, wüsste ich doch, dass ich viel zu viele Dinge in mein Herz geschlossen habe und behalten möchte, die ich aber definitiv nicht alle 14 Tage benutze – noch nicht einmal einmal im Jahr benutze (Reminder: Keller ausräumen!). Dennoch kann ich den Wunsch, sich von Besitz zu trennen und dadurch freier zu sein, sehr gut nachvollziehen und finde dies sehr unterstützenswert. Für mich persönlich ist es eine kleine Utopie, für viele andere aber sehr selbstverständlich.

Marcus hat, so meine Einschätzung, ebenfalls sein Herz an viele seiner Sachen verloren. An Sneaker, zum Beispiel. Gut so. Seine Schlussfolgerungen teilen ich allerdings nicht ganz, da es bei Michaels Minimalismus-Challenge um eine bewusste Auseinandersetzung mit den Dingen geht, die man wirklich besitzen möchte. Die Schlussfolgerung, der Neukauf stünde mit der Reduktion quasi schon vor der Tür, läuft hier ins Leere. Wer minimalistisch leben möchte, konsumiert nicht automatisch mehr – und benutzt die Dinge, die er wirklich braucht, sicherlich mindestens genauso lang (Stichwort „ökologischen Herstellungskosten“ und Stichwort „“CO2-Fußabdruck“) wie alle anderen, die sich nicht so gerne von Gegenständen und den damit verbundenen Erinnerungen trennen wollen.

Das Schöne dabei ist: je mehr wir uns damit auseinandersetzen, was wir eigentlich alles konsumieren und besitzen, desto eher schaffen wir es als Gesellschaft, uns vom vorherrschenden Konsumirrsinn zu lösen und uns nur noch mit Dingen zu umgeben, die uns etwas geben – für das Leben und das Glücklich-sein *utopieoff*

Text: Alf-Tobias Zahn
Foto: Death to the Stock Photo

Fair Fashion Interview mit rethinknation

Yannick und Oliver von rethinknation sind unsere Boys in the Hood, wenn es um Videos geht. Die beiden haben seit gut einem Jahr ihren eigenen YouTube-Channel und entdecken im Doku-Stil Minimalismus und Fashion Hauls, Tipps und Trends für Fair Fashion Mode, produizieren Vlogs von der Fashion Week, interviewn andere deutsche Fair Fashion Blogger und präsentieren deren Outfits und generell alles, was mit Inspiration rund um das Thema nachhaltige, faire und bewusste Kleidung und Klamotten zu tun hat. Neben Reviews zu Sneakern, Backpacks usw. behandeln die beiden auch fairen Lifestyle und stellen Alternativen zu Plastikflaschen oder faire Smartphones vor. Anlässlich der Ethical Fashion Show Berlin und dem Greenshowroom im Juli 2017 haben die beiden 10 Bloggerinnen und Blogger zu Interviews eingeladen. In 100 Sekunden gab es einen kurzen Ritt durch die Biographie der Blogger sowie einige Fragen über Mode, Menschen und mehr. Neben vielen Mitstreiterinnen und Mitstreiter durfte ich auch vor die Kamera von Oliver treten und mich von Yannick mit Fragen löchern lassen.