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Unterstützt diesen Sneaker – er hat es verdient!

Das muss man erst einmal schaffen: In nicht einmal 24 Stunden hat bleed sein Fundingziel für den ECO⁴Sneaker erreicht! Doch das Eco Label aus dem wunderbaren Helmbrechts will natürlich mehr – und braucht dabei eure Unterstützung. Sie wollen, dass ihr Sneaker aus recycelten Materialien, frei von giftigen Chemikalien und Tierleid, der also 100% vegan und fair ist, noch weitere Liebhaber finden wird. Warum das durchaus Sinn macht, erkläre ich euch in diesem Beitrag.

#walkingwithoutfootprints mit dem ECO⁴Sneaker von bleed

Auf der NEONYT im Januar gaben mir Label-Chef Michael Spitzbarth und Fotograf Kristoffer Schwetje eine Einführung in den ersten Sneaker, den bleed per Crowdfundig auf den Markt bringen wird. Er ist vegan, handgefertigt in Portugal, zertifiziert klimaneutral und besteht aus recycelten Materialien. Michael und sein bleed-Team haben sich viele Gedanken gemacht, wie denn nun der optimale Sneaker – zum Beispiel zum Skaten – aussehen soll. Der Tragekomfort ist bei meinem Testlauf extrem hoch. Man schlüpft hinein und fühlt sich direkt wohl. Das liegt unter anderem an der herausnehmbare Einlegesohle aus Kork, recyceltem PET und alten Autoreifen, aber vor allem an einem vorhandenen Fußbett. Die griffige Sohle aus alten Autoreifen und Naturkautschuk gibt den richtigen Grip und das Außenmaterial aus 75% Textilresten und 25% Recycling PET sieht in der Graphite Grey Standard Edition, die ich tragen konnte, extrem nice aus, wie die Rethinknation Boys sagen würden.
Doch warum wolltest du unbedingt einen Sneaker machen, fragte ich Michael. Er schmunzelte und meinte, er stelle sich gerne neuen Herausforderungen. Das glaubte ich ihm sofort. „Mit dem ECO⁴Sneaker beweisen wir, dass Nachhaltigkeit in der Schuhproduktion nicht in Konflikt mit Funktionalität und Design steht. Die konventionelle Schuhherstellung schadet Tier, Mensch und Umwelt. Wir wollen jedoch mit diesem Projekt zeigen, dass es möglich ist, einen Sneaker zu erschaffen, der dem Wunsch nach ökologischem Konsum gerecht wird, ohne dabei Abstriche in Design und Funktionalität machen zu müssen. Wir garantieren faire Arbeitsbedingungen, verwenden giftfreie, recycelte Materialien und setzen auf eine nachhaltige Produktionskette Wert.“ Und das in einem zeitlosen Design, das den Sneaker auch noch in einigen Jahren fresh aussehen lassen wird.

Die Idee kommt an, die erste Fundingschwelle von 15.000 EUR wurde auf Startnext locker genommen. 340 Unterstützer wurden bereits gefunden. Doch was kommt jetzt noch? Das Label hat sich hohe Ziele gesetzt, möchte insgesamt 100.000 EUR einnehmen. Damit könnte bleed ein weiteres Highlight setzen und individualisierte Schnürsenkel mit einer Endkappe aus recyceltem Metall produzieren lassen. Kaum zu glauben, aber wahr: Diese Endkappen gibt es nicht einfach so in Bio-Qualität, die Alternative ist kostspielig. Doch auch diese Herausforderung will das bleed-Team annehmen.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Kristoffer Schwetje

Durch den Regen

Auf meiner Tour mit René durch seinen erweiterten Schöneberger Kiez trieben wir uns nicht nur wie die Hafendiebe im Gleisdreieck herum, sondern stromerten auch durch die angrenzenden Straßenschluchten. Aus dem kalten Nachmittag wurde dann auch noch ein naßer, der Himmel öffnete langsam, aber beständig seine Schleusen und ergoß sich über uns. An einem anderen Tag hätten wir vielleicht geflucht, aber für das, was wir noch vorhatten, war es genau richtig. Denn wir könnten THE JACKET und den URBAN OUTDOOR SNEAKER von JECKYBENG auf Herz und Niere respektive Wasserfestigkeit testen. Mit Erfolg.

Lass die Tropfen fallen – dank JECKYBENG

Wie ihr wisst, bin ich großer Fan des Labels meines Nürnberger Freundes Moritz Lorenz. Seit der Gründung von JECKYBENG entwickelt er die Marke Stück für Stück weiter und erweitert seine Produktpalette Schritt für Schritt. Mit THE JACKET fing alles an. Die Urban Outdoor Jacke hat nicht nur den richtigen Schnitt und die exakt passende Länge für eine Jacke, sie schützt mich eben auch gegen Regen und ist ein echter Hingucker. Wind kommt ebenfalls nicht an dem wasserdichten Baumwollstoff vorbei. Selten wurde ich so oft auf ein Kleidungsstück angesprochen und ich möchte THE JACKET nicht mehr missen.
So geht es mir „leider“ mit fast allen Produkten von Mo. Deswegen war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, als er mir letztes Jahr auf der damals noch Ethical Fashion Show benannten grünen Modemesse seinen OUTDOOR SNEAKER zeigte. In Kollaboration mit Novesta produziert er diesen leichten und extrem robusten Sneaker, der wasserfest und atmungsaktiv ist und sich definitiv nicht von einer Berliner Husche beeindrucken lässt. Er besteht aus Naturkautschuk, Baumwolle und Leinen. Sieht man nicht – und das ist gut so. Inklusive Reifenabdrücken rund um die Außensohle, dem Markenzeichen von Novesta.

Natürlich überstand ich den regnerischen Nachmittag ohne einen Tropfen auf Pullover oder Socke. Alles blieb trocken, so wie es eben sein sollte. Wer sich selbst einmal von Moritz tollen Produkten überzeugen möchte, kann im Online Shop stöbern und sich zum Beispiel ins Standard Saubere Sachen nach Neukölln begeben, die ebenfalls große Fans sind. Aus Gründen!

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: René Zieger

Sowohl THE JACKET als auch den OUTDOOR SNEAKER habe ich zur Verfügung gestellt bekommen.

Sei fair zu dir selbst mit „Fair to Myself“

Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Avocado Store seine neue Basic-Unterwäsche-Linie veröffentlicht. Fairtomyself steht nicht nur für ein gesundes Körpergefühl, sondern auch für hohen Tragekomfort und ein Maximum an sanftem Hautgefühl. Die neue „Fair to Myself“-Kollektion entstand in Zusammenarbeit mit dem Unterwäsche-Label comazo|earth. Im Rahmen der Kollektion gibt es neue Fairtrade- und GOTS-zertifizierte Soft-BHs, Slips und Spaghetti-Tops in den Farben Chiantirot und Schwarz. Zudem sind die Produkte mit dem PeTA – approved VEGAN-Siegel versehen.

In der aktuellen Kampagne sind aber nicht nur die neuen Produkte gezeigt, sondern eben auch die Körperkunst der spanischen Künstlerin Cinta Tort Cartró alias Zinteta. Sie unterstützt die #Fairtomyself-Aktion und fördert mit ihrer farbenfrohen Kunst eine positive Einstellung zum weiblichen Körper. „Ich möchte zeigen, dass all unsere Körper verschieden sind, und dass es wichtig ist, auf sich aufzupassen, seinen Körper zu lieben und dass jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit wunderschön ist“, so die Künstlerin.

Glücklicherweise wurden auch wir Männer bei #Fairtomyself nicht vergessen. Ich trage die beiden Boxershorts, die ebenfalls sehr gut verarbeitet sind und ebenfalls einen hohen Tragekomfort haben, sehr gerne. Sie tragen sich gut auf der Haut und haben auch nach mehreren Wäschen immernoch einen guten Sitz und keine Verschleißerscheinungen. Übrigens: Bei jedem Kauf eines Produktes aus der der neuen Kollektion werden 50 Cent an einen Fond vom Deutschen Kinderhilfswerk gespendet, der das Selbstwertgefühl von Mädchen stärken soll.

Der Soft-BH (39,95 €), der Slip im Doppelpack (34,95 €) und das Spaghetti-Top (22,95 €) sowie die Boxer-Shorts im Doppelpack (44,95 €) sind im Avocado Store sowie bei comazo|earth erhältlich.

Dieser Artikel entstand nach einer Testphase mit den Boxershorts aus dieser Kollektion, die mir der Avocado Store kostenfrei zur Verfügung stellte.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Avocado Store

Alter, Manaliso

Meine lieben Freunde von Manaliso haben vor wenigen Wochen ihre neue Kollektion namens alter auf den Markt gebracht. Wie auch in den zurückliegenden Jahren haben sie sich wieder einem neuen Thema verschrieben und dieses konsequent umgesetzt. Dies bedeutet auch: Neues Logo, neue Farben, neue Looks. alter ist demnach zum einen eine Fortführung des Manaliso’schen Weges, zum anderen aber auch etwas ganz Neues geworden.

Die Kollektion würdigt Persönlichkeiten und feiert das runde Jubiläum der 68er-Bewegung. Ein Geist, der bis heute wirkt und in Politik, Gesellschaft und vor allem Kultur Veränderungen herbei geführt hat. „Für uns beschreibt alter den Drang danach, all denen die Stirn zu bieten, die noch immer die Probleme von Fast Fashion kleinreden. alter ist unsere Alternative und unser Anteil an der Veränderung“, so Philipp und Felix, die beiden Gründer von Manaliso. Die Kollektion war seit etwa einem Jahr in der Entwicklung und hat sich seitdem selbst sehr verändert. Was sich aber von Anfang an durchgezogen hat, ist die reduziertere Gestaltung (vor allem im Vergleich zur Kollektion davor), die Highlightfarbe orange und Cord in verschiedensten Varianten. Philipp und Felix verwenden drei verschiedene Cord-Stoffe. Die Schnitte sind überwiegend locker geschnitten und definitiv sehr retro.
Wie immer bei Manaliso finden sich auch kleine Feinheiten in der Verarbeitung oder in den Stoffen. Darüber hinaus hat das Label die Produktrange noch erweitert: Neu im Sortiment sind Socken, Sweatpants und – Premiere – ein Kleid! Die Produkte bestehen wie immer aus Bio-Baumwolle und sind in der Türkei, Portugal und in Deutschland produziert worden. Die Produktionstätten kennen die beiden über Messen und Freunde. Sie haben vorher schon Produktionen mit ihnen gemacht und sich dann letztendlich für diese Unternehmen erneut entschieden. Eine weitere schöne Entwicklung für Manaliso: Das Label hat es geschafft, dieses Mal auf ein Crowdfunding zu verzichten und kann deswegen die Kollektion direkt ausliefern. Beim letzten Mal verging dann doch etwas Zeit zwischen Bestellung und Auslieferung.

Wer Lust hat, die Kollektion näher kennenzulernen, der kann dies seit diesem Winter auch persönlich machen. In der Friedelstraße 39, 12047 Berlin im Eissalon von Fräulein Frost haben Manaliso ihr temporäres Quartier aufgeschlagen. Gemeinsam mit anderen Brands bespielen sie den Laden und zeigen nicht nur die neue Kollektion, sondern auch ausgewählte Highlights aus den zurückliegenden Jahren. Und wer auf einen Plausch vorbeikommt, kann mit etwas Glück auch noch einen leckeren Kaffee abstauben, so wie ich vor einigen Wochen (mehr dazu in meiner Highlight Story auf Instagram).

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Manaliso

Endlich: JAN ‘N JUNE Menswear

Wer diesen Blog schon ein bißchen länger verfolgt, der kennt JAN ‘N JUNE auch schon durch mich. Aber auch ohne diese Zeilen werdet ihr über die Womenswear von Juliana Holtzheimer und Anna Brosinski schon gehört haben, wenn ihr das Ohr am Puls der Eco Fashion habt. Die beiden Hamburgerinnen haben es mit ihrem eigenen Label immer wieder geschafft, nicht nur auf den Modemessen präsent zu sein, sondern auch in dem ein oder anderen Magazin, das nicht ausschließlich der Grünen Mode verschrieben ist. Ihre Kollektionen waren immer spannend und neu – und so war es naheliegend, dass ich mir persönlich natürlich gewünscht habe, Jula und Anna würden sich auch einmal an einer Männerkollektion versuchen. Schönerweise kann ich euch heute genau darüber berichten, nämlich Menswear aus dem Hause JAN ‘N JUNE!


Die erste Kollektion von JAN ‘N JUNE für Männer

Sportiv und schick, schöne Einzelstücke und doch alle  kombinierbar. Jula und Anna haben da eine sehr schöne Premierenkollektion für Männer entwickelt. Minimalistisch, klar und reduziert. Farblich ist es eher ruhig und clean: Navy, weiß, schwarz, grau und ein bisschen petrol als Farbakzent.Auf den ersten Blick sportlich angehaucht, aber eben doch auch schick. Von Kopf bis Fuß kann sich Mann nun in JAN ‘N JUNE kleiden: Vom Beanie und passendem Schal über Shirt und Sweater bis zu feinem Cordhemd, Jacke und toller Lounge Pant.
Wer dann etwa das Cordhemd oder auch den Sweater einmal in Händen hält, stellt fest, dass die verwendeten Materialien und auch die Verarbeitung einfach töfte sind. Als Materialien kommen Organic Cotton, recycelte Baumwolle und Tencel® zum Einsatz. Neben Jersey- und Sweatqualitäten kommen auch Kord, Popeline und Twill zum Einsatz. Gefüttert wird mit recyceltem Polyester aus Plastikflaschen. Gefertigt wird in Polen (im Gegensatz zur Womenswear, die in Portugal hergestellt wird).
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Bitte einmal anziehen: Zwei Highlight Pieces unter der Lupe

Von meiner Begeisterung wussten Anna und Jula natürlich. Demnach freute es mich sehr, als sie mir schrieben, ich solle doch mal einige ausgewählte Teile genauer unter die Lupe nehmen. Nichts lieber als das. Kurz vor der letzten Tour mit René rund um Schöneberg haben wir es uns bei Kaffee und Keksen gemütlich gemacht und uns zwei Highlights aus der Kollektion genauer angesehen. Das Kordhemd namens Ken ist nicht nur optisch ein Blickfang, sondern auch haptisch ganz wunderbar. Der Cord aus 100 Prozent Bio-Baumwolle schimmert herrlich im Licht und fässt sich einfach klasse an. Ein sehr schönes und schickes Hemd, dieser Ken. Sportiver ist da schon Toulon, der lässig geschnittene Sweater für alle Gelegenheiten. Der Rundhals ist enger als bei vergleichbaren Sweatern, schließt dadurch höher und gewinnt für mich dadurch an Individualität. Not your regular sweater, würde ich sagen.

Noch mehr von diesem Hamburger Schick? Gibt es zum einen auf der Website von Jula und Anna und zum anderen Anfang 2019 auch im Blog. Dort präsentiere ich euch ein weiteres Schmankerl aus der Premierenkollektion in einem eigenen Outfit-Post.


Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: JAN ‘N JUNE (Kollektion) & René Zieger (Outfit)

Berliner Hafendieb

Zum Abschluss eines sehr ereignisreichen Jahres für René und mich haben wir beide am letzten Wochenende noch einmal einen kleinen Rundgang gewagt. Inkognito als Berliner Hafendieb ver- und bekleidet gingen wir eine Runde in Schöneberg, die uns auch durch den Gleisdreieckpark führte. Selbst für Berliner Verhältnisse stellt dieser etwas Besonderes dar. Rund 31,5 Hektar groß, liegt der Park auf den ehemaligen Bahnüberresten des Anhalter und Potsdamer Güterbahnhofs. Am Gleisdreieck gelegen erstreckt er sich vom Landwehrkanal über die Yorckstraße bis zur Monumentenbrücke – und ist vor allem im Sommer sehr beliebt. Doch im Gegensatz zum Tempelhofer Feld gar nicht so sehr zum Grillen, sondern mehr zum reinen Chillen, Skaten und Kultur genießen.


Chillen, Skaten und Kultur – der Gleisdreieckpark in Berlin

Von der Yorckstraße bahnten sich René und ich – neu firmiert als #Doppelzett – unseren Weg durch die kleinen und großen (Irr)Wege des Parks. Die große Freifläche inmitten des Parks ermöglichte uns ein sehr spezielles Berlin-Panorama: Zur rechten Seite die stillgelegten Bahntrassen, zur linken Seite die neu hochgezogenen Modern-Living-Häuserfluchten und im Hintergrund die für Berlin so charakteristische U-Bahn auf der Hochbahnverbindung der U1. Wer sonntags hier unterwegs ist, der kann nicht nur in den Genuß dieses Berliner Augenschmaus‘ kommen, sondern sollte auch die Ohren spitzen. Regelmäßig verkehrt die Lok 2 der Museumsbahn aus dem angrenzenden Deutschen Technikmuseum zwischen dem Hauptstandort an der Trebbiner Straße und dem Depot an der Monumentenstraße.
Genau in diesem Setting führte ich zwei neue Teile aus der aktuellen Kollektion SIGNALE HW 18–19 von Hafendieb spazieren. Wie schon an anderer Stelle ausgeführt finde ich die neue Kollektion eine schöne Weiterentwicklung nach Schanty aka Schietwedder. Neben vielen schönen Produkten haben mir zwei es besonders angetan. Der Hoodie mit dem für diese Kollektion charakteristischen Flaggen in Navy und eine 5-Panel-Cap in burgundy mit dem neuen Schriftzug/Logo von Hafendieb. Beides kombiniert symbolisiert für mich moderne Streetwear, die sich ideal mit anderen Dingen aus meinem Kleiderschrank kombinieren lässt. Dazu trage ich meine geleaste Denim von Mud Jeans. Für diese zahle ich ein Jahr lang monatlich 7,50 Euro und kann danach entscheiden, ob ich sie behalte oder eintauschen möchte.



Text/Fotos: Doppelzett aka Alf-Tobias Zahn und René Zieger

Mach‘ Dein Ding – auch im eigenen Kleiderschrank

Wer meinen Ratgeber bereits gelesen hat und Lust darauf hat, seinen eigenen Kleiderschrank von Grund auf zu erneuern, der kennt bereits meine heiße Empfehlung: „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees. Die Autorin verspricht nicht nur, sondern bringt dich auch wirklich systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum. Deswegen kann ich Anuschkas Buch aus dem Jahr 2017 und das begleitende Praxisbuch, das frisch in diesem Jahr veröffentlicht wurde, nur allen wärmstens ans Herz legen.


Mehr Platz für die eigenen Lieblingssachen – das ist eigentlich das große Ziel, das Anuschka Rees mit ihren beiden Büchern verfolgt. Obwohl, eigentlich nimmt die Autorin vielmehr uns an die Hand. Sie führt uns Schritt für Schritt durch einen grundlegenden Erneuerungsprozess in Bezug auf die eigene Kleidergeschichte. Dabei geht es ihr glücklicherweise nichr darum, nur auf den Neukauf zu setzen, sondern betont das, was wir schon längst in unserem Schrank haben.

»Stil braucht Übung, wie alles im Leben.«

Von der richtigen Bestandaufnahme über die Trennung von einzelnen Kleidungsstücken und der Zusammenstellung einer eigenen Capsule Wardrobe bis hin zur eigenen Stilfindung lässt „Das Kleiderschrank-Projekt“ keine Wünsche übrig. Für alle, die sich ernsthaft mit dem eigenen Kleiderkonsum auseinandersetzen wollen gibt es praktische Tipps rund um den eigenen Stil, einfache Stylingtricks und einen ausführlichen Leitfaden, wie jede/r den Kleiderschrank nachhaltig überholen kann, inklusive Schritt-fuür-Schritt-Anleitungen.

Das Kleiderschrank-Projekt – die Zusammenfassung

(c) Benjamin Thies

Der Kleiderschrank ist voll bis oben hin und trotzdem beschleicht einen immer wieder das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben. Preisaktionen verleiten uns zu unüberlegten Fehlkäufen und bis das passende Outfit steht, vergeht Morgen für Morgen viel mehr Zeit, als uns lieb ist. In Zeiten von Fast Fashion und ständig wechselnder Modetrends fällt es schwer, Kleidungsstücke auszuwählen, die perfekt zu einem passen und die man lange und selbstbewusst trägt. Genau an diesem Punkt setzt Anuschka Rees an: Sie gibt nicht vor, welche Teile jede/r unbedingt im eigenen Schrank hängen haben sollte, sondern leitet dazu an, ganz individuell herauszufinden, was man wirklich braucht – und was nicht. Sie präsentiert einfache und überzeugende Strategien, um den eigenen Stil zu entwickeln, und zeigt, wie man mithilfe der richtigen Technik lernt, erfolgreich auszumisten, bewusster zu konsumieren, gute Qualität zu erkennen und das Beste aus seinem Budget herauszuholen.

„Das Kleiderschrank-Projekt – Systematisch zum eigenen Stil und zu bewusstem Modekonsum“ (272 Seiten, 96 farbige Abbildungen) sowie „Das Kleiderschrank-Projekt. Praxisbuch“ (240 Seiten) von Anuschka Rees sind im Dumont Verlag erschienen. Die Bücher sind für 28,00 € bzw. 22,00 € käuflich zu erwerben.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos (Bücher): Alf-Tobias Zahn
Foto (Autorin): Benjamin Thies

Funktionskleidung neu gedacht – NASCH Sportswear

Den inneren Schweinehund überwinden – das ist in diesen Festtagen und bei regnerischem oder schneekaltem Wetter nicht immer einfach. Doch gerade in diesen Zeiten ist es umso wichtiger, regelmäßig Sport zu machen und aktiv zu bleiben. Egal, ob es die morgendliche Joggingrunde, die Boulderrunde oder eine Ausfahrt mit dem Rad ist. Mindestens genauso wichtig ist es, dabei die richtige Sportswear zu tragen. Und mit „richtig“ meine ich in diesem Zusammenhang nicht nur, dass die Funktionskleidung uns nicht nur warm hält und Bewegungsfreiheit garantiert, sondern dass unsere Sportkleidung eben auch mit Sinn hergestellt wurde. Das ist bei NASCH aus Wien der Fall. Im aktuellen Crowdfunding von Gründerin Nadine Schratzberger habt ihr noch die Gelegenheit, die richtige Sportjacke für eure Outdoor-Aktivitäten zu finden.


Nadine macht mit ihrem Label Sportswear für Männer. Sie designt Jacken, die durch Veränderungen im Schnittdesign und der Stoffe kompatibel mit drei verschiedenen Sportarten sind: Joggen, Klettern und Radfahren. Die verwendeten Materialien sind entweder kontrolliert biologisch angebaut worden oder sind recycelt, wobei Letzteres bedeutet, dass Nadine von größeren Firmen die Leftovers aufkauft, um die diesem erstklassigen Müll eigene Produkte zu fertigen. Nicht nur clever, sondern auch ziemlich nachhaltig. Produziert werden die Jacken in Portugal. Die Manufaktur hat Nadine persönlich besucht und kann so aus eigener Hand für die Qualität und die sozialen Arbeitsbedingungen vor Ort garantieren, auch ohne Zertifikat.

Der „Circle of NASCH“ – Funktionskleidung neu gedacht

Im Frühjahre 2018 gründete Nadine ihr Label – und führt dieses auch weiterhin alleine. Eine Herkules-Aufgabe, der sie sich aber jeden Tag aufs Neue stellt. Gerade ein Crowdfunding bindet hier viel Zeit und Energie. Doch im persönlichen Gespräch merkt man sofort, dass Nadine nicht nur von ihren Produkten überzeugt ist, sondern auch von ihrem eigenen Weg. Mit einer Mischung aus Online- wie Offline-Events will sie es schaffen, dass die Produktion ihrer Jacken Wirklichkeit wird.

Was macht NASCH aus?

  • Nachhaltige Bekleidung, die bei Abnutzung repariert bzw. zu einem neuen Produkt umfunktioniert werden kann
  • Jede Jacke lässt sich zu einem kleinen Paket verpacken und ist damit für Alltag und Reisen sehr praktisch
  • Außergewöhnliche Designs heimischer KünstlerInnen, die Mode und Style miteinander verbinden

Doch lassen wir Nadine einfach selbst erzählen, für was ihr Label steht:

The Runner / The Climber / The Cycler und The Base

Insgesamt drei Funktionsjacken hat Nadine entwickelt, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Aktivitäten eingehen. Von der Qualität der Verarbeitung konnte ich mich persönlich überzeugen und durfte auch schon in die Jacken schlüpfen. Mir hat es vor allem The Runner angetan, in der Artist Edition von Boi Cut. Die Jacke ist wasser- und windabweisend, besteht vollständig aus Leftovers und ist zudem BLUESIGN approved. Neben den spezifischen Sportjacken gibt es noch eine sehr klassische Softshell-Jacke in Nadines Funktionskleidung-Sortiment.

Crowdfunding Power gesucht – noch bis 19.12. auf Kickstarter

Noch bis zum 19. Dezember geht es für Nadine im Crowdfunding um die Finanzierung ihrer Kollektion. Über 100 Supporter konnte sie bereits überzeugen, benötigt aber noch weitere Unterstützung, um die Gesamtsumme von 30.000 EUR einzusammeln. Dafür hat sie sich einige sehr schöne Rewards bei Kickstarter ausgedacht und bietet natürlich ihre Sportjacken zu einem exklusiven Preis an. Ich drücke Nadine die Daumen, dass sie ihre Vision von richtiger Sportswear im nächsten Jahr mit einem großen Crowdfunding-Schub weiterverfolgen kann!

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: NASCH

Der Hafendieb sendet neue SIGNALE

Hört ihr schon die Signale? Das Hamburger Label Hafendieb ist wieder umtriebig gewesen. Vor wenigen Tagen gingen sie mit ihrer brandneuen Winterkollektion SIGNALE HW 18–19 an den Start. Wie immer ist das bei Hafendieb eine Seemann’sche Angelegenheit, und so steht auch diesmal die Seefahrt im Mittelpunkt! Genauer gesagt: das Flaggenalphabet.

Wer es von euch Landratten noch nicht wusste, weil er bei Käpt’n Blaubär nicht aufgepasst hat, dem sei folgendes erklärt: Jeder Buchstabe im Alphabet hat eine bestimmte Bedeutung in der Schifffahrt. Diese Bedeutung wird durch eine Flagge zum Ausdruck gebracht. Die Flaggen dienen der visuellen Kommunikation, damit es auf hoher See nicht rummst! Beispiele gefällig?

  • Der Buchstabe G (Golf) steht für „Ich brauche einen Lotsen“
  • Der Buchstabe O (Oscar) steht für „Mann über Bord“
  • Der Buchtsabe U (Uniform) steht für „Ihnen droht Gefahr“

Neben den „Flaggen“-Motiven bietet das Label in diesem Jahr neue Farben der beliebten und in Portugal produzierten „Smutje“-Strickpullis an. Außerdem gibt es neue Fein -und Grobstrick-Mützen sowie Schals aus zertifizierter Bio-Baumwolle in verschiedenen Farbtönen, die ebenfalls in Portugal produziert wurden.

Meine Highlights der Winterkollektion SIGNALE HW 18–19

In der SIGNALE-Kollektion haben es mir vor allem zwei Produkte sehr angetan:

Dabrüber hinaus freut es mich, dass sich Hafendieb aus meiner Sicht sukzessive weiterentwickelt und für die Winterkollektion visuell ganz neue Wege geht. Das muss ja nicht immer gut gehen, wenn man sich von Kollektion zu Kollektion ein anderes Erscheinungsbild gibt. Doch dem Label ist es rundum gelungen. Glückwunsch von Berlin nach Hamburg – ich hoffe, dass wir auch 2019 noch viele frische Ideen und Signale von euch sehen werden.

Text: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Hafendieb

Coco Malou ethical Lingerie – Seidenweiche, feminine Dessous

Unterwäsche trägt jede/r von uns. Natürlich müssen wir uns auch bei dieser Gedanken machen, ob die Materialien gut sind und die Haltbarkeit gewährt ist. Genauso wichtig ist es aber auch, sich in dieser Unterwäsche auch wohl zu fühlen – und das ist nicht immer so einfach. Weil sie unzufrieden war, was ihr an Unterwäsche angeboten wurde, entschied sich Corinna Borucki dazu, ihr eigenes Label zu gründen. Mit Coco Malou ethical lingerie bietet sie jetzt über ihr aktuelles Crowdfunding bei Startnext ihre allererste Kollektion an. Im Interview mit Corinna, die nicht nur Labelinhaberin, sondern auch erfolgreiche Bloggerin ist, habe ich nicht nur über Ethical Lingerie gesprochen, sondern auch über die andauernde Sexualisierung des weiblichen Körpers und Bodypositivity!


Seit wenigen Tagen ist dein erstes Crowdfunding live – und zwar für dein eigenes Label Coco Malou. Wie groß war deine Anspannung vor dem Live-Gang?

Ganz ehrlich: Riesig! Auch wenn man schon ein Netzwerk hat, weiß man ja überhaupt nicht, wie es anläuft und ob die Menschen tatsächlich bereit sind, zu kaufen. Alle schrieben nur, sie sind super gespannt, was natürlich fein ist, aber die eigene Anspannung noch etwas weiter nach oben treibt.

Du arbeitest schon seit Anfang 2018 an der Idee. Wie kam es dazu, dass du dich dafür entschieden hast, eigene Ethical Lingerie herzustellen?

Ich habe schon seit 2017 mit dem Gedanken gespielt, weil ich einfach nicht das Richtige im Bereich Unterwäsche gefunden hab, das mir so richtig gut gefiel. Es gibt zwar schon einige faire Labels und manche sind auch sehr hübsch, aber die meisten sind doch eher sportlich und/oder basic. Gerade im Bereich BHs gibt es noch nicht sehr viel Auswahl, weil es natürlich einfacher ist, ein Bustier oder Bralette zu produzieren als einen Schalen- bzw. Bügel-BH. Allein durch die Größen kommt da sehr viel Komplexität rein und es ist extrem schwer, eine Produktionsstätte in Europa zu finden, die das überhaupt noch kann.

Was ist für dich der große Unterschied von Coco Malou im Vergleich zu anderen Lingerie Labels?

Der Fokus auf moderne, feminine Schnitte mit Spitze und Tencel. Viele andere faire Lingerie Labels arbeiten mit Baumwolle, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Außerdem gibt es bei Coco Malou eben auch Schalen BHs statt nur dünner Bustiers. Und im Vergleich zu konventionellen Alternativen: bessere Materialien und faire Produktion in Europa!

Wo lässt du jetzt produzieren und wie bist du auf die Produktionsstätte gekommen?

Ich lasse jetzt in Lettland produzieren, in einer kleinen Stadt, die bekannt ist für ihre Textilbranche und insbesondere Wäsche. Es war allerdings eine sehr lange Suche. Ich hatte mit zig Produktionsstätten Kontakt. Am Ende kam ich über einen meiner Lieferanten zu der Empfehlung meines jetzigen Produzenten.

Woher beziehst du das TENCEL? Und warum ist es aus deiner Sicht das bessere Material im Vergleich zur Baumwolle?

Unser Tencel kommt von Lenzing aus Österreich. Besser ist immer relativ, aber hinsichtlich der Trageeigenschaften hat Tencel viele Vorteile: Die glatte Oberfläche der Faser sorgt dafür, dass sich Tencel besonders weich und angenehm auf der Haut anfühlt. Durch die Fibrillen-Struktur wird entstehende Feuchtigkeit sehr schnell abtransportiert. Da sich so keine Feuchtigkeit an der Faseroberfläche ansammelt, wird die Bildung von Bakterien verhindert. Laut einer Labor Studie von der Medizinuniversität Innsbruck von 2014 entstehen auf Kunstfasern wie Polyamid oder Polyester bis zu 2000 Mal mehr Bakterien als auf Tencel-Fasern. Baumwolle nimmt Feuchtigkeit übrigens gut auf, trocknet aber sehr langsam, also nicht ideal wenn man viel schwitzt.

Baumwolle ist kritisch zu betrachten

Vom ökologischen Aspekt ist Baumwolle leider auch kritisch zu betrachten: Sie braucht Temperaturen von mindestens 15° C, etwa ein halbes Jahr lang keinen Frost und viel direkte Sonneneinstrahlung. Regen während der Reifeperiode verschlechtert außerdem die Qualität, weshalb der Anbau hauptsächlich in Gebieten mit warmen, trockenem Klima erfolgt. Da die Baumwollpflanze sehr durstig ist und große Mengen Wasser braucht, muss sie aufwändig bewässert werden. Da schneidet Tencel, welches aus Zellulosefasern aus Bäumen gewonnen wird, deutlich besser ab; da diese weder künstlich bewässert noch gedüngt oder gespritzt werden. Zudem wird deutlich weniger Fläche benötigt, um die gleiche Menge an Faser zu gewinnen. Deswegen habe ich mich für Tencel als Hauptmaterial entschieden.

Über welches Stück aus deiner Kollektion freust du dich am meisten?

Mein persönlicher Favorit ist der BH Malina, aber auch das Höschen Charlotte. Bei letzterem hab ich lang überlegt, ob ich es überhaupt mit aufnehmen soll, weil eine Insta-Umfrage ergeben hatte, dass nur knapp 1/3 gern high waisted Slips tragen. Momentan liegt es aber auf Platz 2 von 4!

Die immer währende Sexualisierung des weiblichen Körpers ist seit längerem ein großes Thema. Nicht nur durch die immer gleichen Titelseiten zum Thema „Körper“ oder auch „Beauty“, sondern auch durch Formate wie „Sylvies Dessous Models“. Wie geht es damit als Gründerin eines Lingerie Labels damit um?

Ich denke im Bereich Lingerie kann man das auch nicht 100% vermeiden. Dennoch soll die Bildsprache von Coco Malou ästhetisch und feminin anstatt aufreizend oder sexualisierend sein. Ich hoffe, das kommt auch so rüber. Letzten Endes finde ich den weiblichen Körper einfach wunderschön und freue mich auch, Frauen schön in Szene zu setzen, damit sie sich wohl in ihrer Haut fühlen – ohne dabei ein Objekt zu sein.

Wie wichtig ist dir in dem Zuge „Bodypositivity“, für die auf Instagram leidenschaftliche gekämpft wird?

Sehr wichtig! Ich habe bei den Models versucht, auf unterschiedliche Körpertypen zu achten und nicht nur den klassischen schlanken Modeltyp darzustellen, wie die meisten Labels es tun. Wir brauchen in der Modeszene noch viel mehr Diversität, denn Instagram ist, neben den tollen Selflove Influencern, leider auch voll mit falschen Vorbildern und Accounts, die einem vorgaukeln, man müsse täglich zum Sport, jede Menge Protein-Shakes trinken und sich runterhungern, um erfolgreich zu sein. Das ist die falsche Message und versaut sicherlich vielen Teenagern ihre eigene Realität. Daher finde ich es wichtig, gerade im Bereich Wäsche, wo man unweigerlich viel Haut sehen muss, zu zeigen, dass es viele Arten von Schönheit gibt.

In einem deiner Post schreibst du, dass du bereits viele weitere Ideen rund um Coco Malou hast. Auf was dürfen wir uns in der nächsten Zeit noch freuen?

Also erst mal muss die erste Kollektion gut anlaufen. Aber dann plane ich im Jahr 2019 auch größere Cups anzugehen und noch mehr mit Spitze und Transparenz zu arbeiten. Drück mir die Daumen, dass es soweit kommt!


Die Daumen werden kräftig gedrückt, liebe Corinna, dass du auch die zweite Fundingschwelle im Sturm nimmst und deine Ideen umsetzen kannst!

Interview: Alf-Tobias Zahn
Fotos: Corinna Borucki und Lisa Pommerenke