Autor: Nadine Schildhauer

Talentierte Songwriterin mit schwermütiger Soulstimme – „Elsewhere“ von Denai Moore im #Review

Denai Moore könnte jetzt in einer Uni irgendwo im kalten, alten UK sitzen. Ihrem Widerwillen sei dank, dass sich die 22 jährige Sängerin dagegen entschieden hat. Während der Vorbereitungen auf das A-Level [das britische Pendant zum Abitur] stellte sie fest, dass sie keinen Bock mehr auf Schule hat und sich nur noch ganz auf die Musik konzentrieren möchte. So geschehen, erscheint morgen ihr Debutalbum Elsewhere auf dem Independent Label Because Music. Toxische Freundschaften, zerbrochene Liebe Moore gibt hier einen Sound wieder, der uns gute 10 Jahre begleitet. Moore wahrscheinlich weniger lang. Aber das ist auch ok. Hier die Kritikkeule zu schwingen und zu sagen „oh boring, kenne ich schon“, wäre natürlich total abgehalftert. Moore ist eine talentierte Songwriterin und mit einer schwermütigen Soulstimme, von der man hoffentlich in Zukunft noch mehr hören wird. Denai Moore live 16.04.15 Berlin – Privatclub Text: Nadine Schildhauer Fotos: Laura Coulson

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»So schön slow und verstörend« – Nadine Schildhauer über Alejandro Ghersis Album „Xen“

Alejandro Ghersi hat mir gefehlt, als ich ihn nicht kannte. 2013 tauchte er zum ersten Mal in meinem Leben auf. Damals erzählte ich, wie geil ich die Platte von Kanye West finde. Ich wusste noch nicht, dass Ghersi, dessen Künstlername Arca lautet, an Yeezus mitgewirkt hat. Die Songs Hold Me Liquor und I Am In It haben mich mit ihren Störgeräuschen angefixt, so schön slow und verstörend. Die Pussy-Lyrics von Kanye haben genervt, aber naja… Hip Hop-guilty pleasures halt. Mitte des Jahres hörte ich schon als eine der Letzten die Musik von FKA Twigs, der Hype war längst ausgebrochen. Ich musste mich erst noch vertraut machen. Ihre EP 2 aus dem Jahr 2013 wurde ebenfalls von Ghersi produziert; das wusste ich wieder nicht. Entrückte Klänge und die soulige Stimme von FKA Twigs brannten sich bald in mein Gehirn. Als letzte Woche Arca das erste Mal lief, kam mir die Musik folglich sehr vertraut vor, allerdings auch sehr fremd, aber warum? Die Debut-LP Xen, die auf Mute erschien, klingt noch entrückter und verrückter. Alle Genre – …

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Fight for your digital rights – Journalismus als Werkzeug: 10 Jahre Netzpolitik.org

Die Bühne ist karg geschmückt, im Hintergrund flimmert die Powerpoint. Am Pult prangt, gut sichtbar auch für die hinteren Reihe, ein Aufsteller mit dem Schriftzug “Das ist Netzpolitik!”. Daneben, kaum weniger wirksam, leuchtet eine Installation mit der Botschaft: Fight for your digital rights. Diese Szenerie bildet den Rahmen für den 10. Geburtstag von netzpolitik.org, gefeiert mit einer kleinen Konferenz, die Nadine Schildhauer für uns rekapituliert. Stunde für Stunde. Markus Beckedahl, Gründer von netzpolitik.org, darf als erster auf die Bühne und blickt in seinen Begrüßungsworten auf die letzten 10 Jahre zurück. Es fallen die zentralen Begriffe: Netzneutralität, ACTA, Geheimdienstüberwachung vor Snowden, Totalüberwachung und Echelon. Die Liste der Abkürzungen von Abkommen, Geheimdiensten und Gesetzen ist lang. Dennoch: „10 Jahre Berichterstattung sind ein Wimpernschlag“, wie später Nicole Ebber von Wikimedia sagt. Es bleibt aber auch genügend Zeit, um die eigene Rolle zu reflektieren. Die Schreiber_innen von netzpoltik.org verstehen sich als Netzaktivist_innen, die Journalismus als Werkzeug betrachten, der Perspektive der digitalen Rechte verpflichtet. Roter Faden der gesamten Konferenz ist die Aufschlüsselung, wie Regierungen durch Fehlinformationen, technische Unkenntnis aber auch mit …

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